„Die rich­ti­ge Ge­mein­de aus­ge­sucht“

Haller Tagblatt - - MENSCHEN - Von Chris­ti­ne Hof­mann

Bür­ger­meis­ter Jür­gen Gei­er pen­delt täg­lich von Crails­heim ins Dom­büh­ler Rat­haus über die Lan­des­gren­ze – in Zu­kunft viel­leicht per S-Bahn.

Seit vier Jah­ren schlägt Jür­gen Gei­ers Herz für Dom­bühl im Land­kreis Ans­bach. Da wur­de er Bür­ger­meis­ter der 1800-Ein­woh­ner-Ge­mein­de. Je­den Mor­gen pen­delt der Crails­hei­mer über die Lan­des­gren­ze und küm­mert sich in sei­nem Amts­zim­mer des Rat­hau­ses um al­les, was Dom­bühl so um­treibt. Und das ist ei­ne gan­ze Men­ge.

Ge­ra­de ist die lang er­sehn­te S-Bahn-Ver­län­ge­rung von Nürn­berg über Ans­bach nach Dom­bühl ge­lun­gen. Als Nächs­tes wird das Bahn­hofs­are­al, das die Ge­mein­de auf­ge­kauft hat, neu ge­stal­tet. Ein Dor­f­la­den mit Ca­fé und ei­ne Haus­arzt­pra­xis sol­len hier ent­ste­hen. Süd­lich der Bahn­li­nie soll ein 43 Hekt­ar gro­ßes Ge­wer­be­ge­biet mit Gleis­an­schluss­mög­lich­keit er­schlos­sen wer­den. Für die ers­ten 18 Hekt­ar gibt es be­reits ei­nen Be­bau­ungs­plan. Gei­er: „Wenn das gro­ße Ge­wer­be­ge­biet kommt, ist das für uns wie ein Sech­ser im Lot­to.“ Jür­gen Gei­er in Dom­bühl“, sagt Gei­er. „Das ist ein wich­ti­ger Teil, der zum Amt des Bür­ger­meis­ters da­zu­ge­hört. Den darf man nicht ver­nach­läs­si­gen.“Und wenn es auf ei­nem die­ser Abend­ter­mi­ne mal spä­ter wird? „Kein Pro­blem“, sagt Gei­er und lacht: „Im Bür­ger­bü­ro des Rat­hau­ses steht ein gro­ßes ro­tes So­fa. Da schläft man wirk­lich gut.“

Nach dem Stu­di­um zum Di­plom-Ver­wal­tungs­wirt in Lud­wigs­burg war Jür­gen Gei­er zu­nächst im Lie­gen­schafts­amt der Stadt Neu-Ulm be­schäf­tigt. Er wech­sel­te zum Sozialamt des Ho­hen­lo­he­krei­ses nach Kün­zel­sau und wur­de schließ­lich stell­ver­tre­ten­der Haupt­amts­lei­ter von Hüttlingen im Ost­alb­kreis. Zwölf Jah­re blieb er dort, dann wur­de er Haupt­amts­lei­ter in Rainau. „Ich ha­be mir lan­ge über­legt, ob ich mich auf ei­ne Bür­ger­meis­ter­stel­le be­wer­ben soll­te. In der Pha­se, als un­se­re Kin­der klei­ner wa­ren, ha­ben mich die Abend- und Wo­chen­end­ter­mi­ne ab­ge­schreckt. Da bleibt dann we­nig Zeit für die Fa­mi­lie.“

Als die Kin­der groß wa­ren, wag­te Gei­er den Schritt an die Ver­wal­tungs­spit­ze. „Es war im­mer mein Ziel, in ei­ne klei­ne Kom­mu­ne zu ge­hen, da sind die Auf­ga­ben viel­fäl­ti­ger“, sagt er. Sei­ne Wahl fiel auf Dom­bühl, ob­wohl die Aus­gangs­la­ge hier nicht ein­fach war: Die Ge­mein­de war in zwei La­ger ge­spal­ten. Gei­er sah je­doch das Po­ten­zi­al, das in die­ser klei­nen, aber ver­kehrs­güns­tig ge­le­ge­nen Ge­mein­de schlum­mer­te. In­zwi­schen ist es ihm ge­lun­gen, viel da­von zu we­cken und die La­ger wei­test­ge­hend zu ver­söh­nen. Heu­te ist er über­zeugt: „Ich ha­be mir die rich­ti­ge Ge­mein­de aus­ge­sucht.“

Und nach den ers­ten Jah­ren, die sehr ar­beits­reich wa­ren, gibt es jetzt auch mal wie­der Zeit für Hob­bys. Jür­gen Gei­er hält sich mit Rad­fah­ren fit und spielt Ten­nis beim TSV Crails­heim. „Und ich schaue mei­nen Jungs ger­ne beim Fuß­ball­spie­len zu.“

Im Bür­ger­bü­ro des Rat­hau­ses steht ein gro­ßes ro­tes So­fa. Da schläft man wirk­lich gut.

Jür­gen Gei­er aus Crails­heim ist seit vier Jah­ren Bür­ger­meis­ter im baye­ri­schen Dom­bühl.

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