Hal­ler Zwil­lin­ge spie­len im Na­tio­nal­tri­kot

Haller Tagblatt - - VORDERSEITE - Von Hart­mut Ruf­fer

Schwä­bisch Hall. Di­la­ra und Ilay­da Aci­göz sind be­gab­te Fuß­bal­le­rin­nen. Jüngst ge­ben die bei­den ihr De­büt in der deut­schen U-15-Na­tio­nal­mann­schaft.

Es ist der vor­läu­fi­ge Hö­he­punkt der jun­gen Kar­rie­re: Die Fuß­bal­le­rin­nen Di­la­ra und Ilay­da Acik­göz tru­gen das deut­sche Na­tio­nal­tri­kot.

Es war der vor­läu­fi­ge Hö­he­punkt für Di­la­ra und Ilay­da Acik­göz: Die 14-jäh­ri­gen Zwil­lin­ge spie­len bei der männ­li­chen C-Ju­gend der Sport­freun­de Schwä­bisch Hall und ga­ben nun ihr De­büt im DFBDress. Sie lie­fen für die weib­li­che U 15 in zwei Län­der­spie­len ge­gen die Schweiz auf. Der 15 Mi­nu­ten äl­te­ren Di­la­ra ge­lang da­bei auch ein Tor. Da­mit sind sie nach Ereleta Meme­ti die nächs­ten Ju­gend­na­tio­nal­spie­le­rin­nen der Sport­freun­de. Und für sie ist klar: Die­se ers­ten Län­der­spie­le sol­len nicht die letz­ten ge­we­sen sein. Wie war das Ge­fühl, zum ers­ten Mal das deut­sche Na­tio­nal­tri­kot zu tra­gen? Ilay­da Acik­göz: (lacht) Ein sehr gu­tes! Di­la­ra Acik­göz: Wir wa­ren bei­de zu­vor des auf DFB. ei­nem Dies­mal Sich­tungs­lehr­gang woll­ten wir es un­be­dingt Jahr schaf­fen, schon da bei wir der im Sich- ver­gan­ge­nen tung letzt­lich da­bei nicht wa­ren, in aber den U 15-Ka­der sind. be­ru­fen wor­den Habt ihr di­rekt nach dem Lehr­gang von eu­rer No­mi­nie­rung er­fah­ren?

Ilay­da Acik­göz: Nein, es hieß, dass wir in­ner­halb der nächs­ten zwei Wo­chen nach dem Lehr­gang per E-Mail in­for­miert wer­den. Ihr habt al­so die gan­ze Zeit auf eu­er Smart­pho­ne ge­schaut?

Bei­de: (la­chen) So un­ge­fähr! Dann kam die Mail gleich­zei­tig an uns und un­se­re Mut­ter. Wir ha­ben uns rie­sig ge­freut, dass wir es bei­de ge­schafft hat­ten. Wuss­tet ihr, dass ihr bei­de zum Ein­satz kom­men wer­det?

Bei­de: Nein, Bun­des­trai­ne­rin Bet­ti­na Wieg­mann hat am Abend vor dem ers­ten Spiel ge­gen die Schweiz uns al­len mit­ge­teilt, dass sie nach ih­ren Trai­nings­ein­drü­cken auf­stel­len wird. Letzt­lich sind im ers­ten Spiel aber al­le zum Ein­satz ge­kom­men, weil es so gut ge­lau­fen ist. Ihr habt mit 6:0 ge­gen die Schweiz ge­won­nen. Da­bei lief es vor al­lem nach der Pau­se gut … Ilay­da Acik­göz: Ja, die Schwei­ze­rin­nen hat­ten dann kon­di­tio­nel­le Pro­ble­me und sind nicht mehr hin­ter­her­ge­kom­men. Di­la­ra, du hast in dei­nem ers­ten Län­der­spiel gleich ein Tor er­zielt, das 4:0. Auf dem Vi­deo sieht es so aus, als ob du so­fort drauf spe­ku­liert hast, dass die Tor­hü­te­rin den Schuss zur Sei­te ab­klatscht, und du den Ab­pral­ler ver­wer­ten kannst. War das so? Di­la­ra Acik­göz: Zu­nächst dach­te ich, dass mei­ne Mit­spie­le­rin den Ball di­rekt zu mir wei­ter­lei­tet. Aber sie hat dann ge­schos­sen, und da ha­be ich in der Tat auf den Ab­pral­ler spe­ku­liert. Auch das zwei­te Län­der­spiel ge­gen die Schweiz ge­wann Deutsch­land, dies­mal mit 1:0. Ihr wart bei­de wie­der

im Ein­satz. Was war der Un­ter­schied zur ers­ten Par­tie?

Ilay­da Acik­göz: Die Schwei­ze­rin­nen ha­ben im Prin­zip nur hin­ten drin­ge­stan­den, die Ab­wehr­ket­te war we­sent­lich tie­fer po­si­tio­niert. Gab es nach den Par­ti­en be­reits ei­ne Ana­ly­se von der Bun­des­trai­ne­rin?

Bei­de: Sie hat all­ge­mein mit uns ge­spro­chen und ge­sagt, dass sie sehr zu­frie­den sei. Wir er­hal­ten noch die ein­zel­nen Rück­mel­dun­gen von ihr per E-Mail. Un­ter­schei­det sich ein Län­der­spiel deut­lich von an­de­ren Par­ti­en?

Ilay­da Acik­göz: Das war ei­ne gro­ße Er­fah­rung. Schon das Ein­lau­fen ins Sta­di­on fühl­te sich an­ders an. Wäh­rend des Spiels gab es aber kei­ne Un­ter­schie­de.

Di­la­ra Acik­göz: Die An­span­nung war na­tür­lich grö­ßer vor dem An­pfiff. Uns war wich­tig, dass wir bei­de gu­te Spie­le zei­gen, und das ist uns ge­lun­gen. Be­trach­tet man eu­re Lang­zeit­ent­wick­lung, dann habt ihr euch suk­zes­si­ve ver­bes­sert. Ab wann habt ihr ge­merkt, dass es „ernst­haf­ter“wird?

Di­la­ra Acik­göz: An­fangs hat­ten wir ein­fach Spaß am Fußball. Dann kam die Ein­la­dung des würt­tem­ber­gi­schen Ver­bands, schließ­lich der Sich­tungs­lehr­gang des DFB vor ei­nem Jahr. Ab da woll­ten wir

un­be­dingt Län­der­spie­le ma­chen. Da­bei lief es zu­nächst gar nicht so wie er­wünscht …

Ilay­da Acik­göz: Ja, im ver­gan­ge­nen Jahr dach­ten wir, dass wir bei­de in der C1-Ju­gend der Sport­freun­de mit­spie­len wer­den, doch zu­nächst wa­ren wir in der C2. Wir wa­ren et­was ge­knickt. Doch un­se­re Trai­ner, Uwe Fil­bry und Ah­med Vu­ral, ha­ben uns wie­der auf­ge­baut, und wir ha­ben den Sprung in die C1 ge­schafft.

Di­la­ra Acik­göz: Letzt­lich war das ei­ne gu­te Er­fah­rung für uns. Es geht eben nicht stän­dig nach oben, es gibt auch Rück­schlä­ge.

Durch die Län­der­spie­le gibt es nun ver­mehrt An­fra­gen für euch. Wie seht ihr selbst eu­re nä­he­re Zu­kunft?

Bei­de: So lan­ge wie es nur geht, wol­len wir wei­ter mit den Jungs spie­len. Das ha­ben wir uns fest vor­ge­nom­men. Gibt es noch ei­nen Traum für die wei­te­re Zu­kunft?

Ilay­da Acik­göz: Ich kann mir spä­ter auch vor­stel­len, im Aus­land zu spie­len, bei­spiels­wei­se beim FC Bar­ce­lo­na. Aber jetzt wol­len wir bei­de erst­mal wie­der zu Län­der­spie­len ein­ge­la­den wer­den. Die nächs­ten sind im De­zem­ber. Da wol­len wir un­be­dingt da­bei sein.

Fo­to: Ufuk Ars­lan

Di­la­ra (links) und Ilay­da Acik­göz beim Trai­ning der Sport­freun­de Schwä­bisch Hall.

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