„Der Sie­ger­ent­wurf sieht die Flä­che als ei­ne Ein­heit“

Haller Tagblatt - - SCHWÄBISCH HALL - Von To­bi­as Würth

Ei­ne 20-köp­fi­ge Ju­ry wählt den Ent­wurf des Bü­ros von Franz Reschke für die Haal­platz­ge­stal­tung aus. Neue Zu­gän­ge zum Fluss sol­len ent­ste­hen.

Um 20 Uhr hat Franz Reschke vor­ges­tern per Te­le­fon da­von er­fah­ren, dass er als Sie­ger aus dem Wett­be­werb her­vor­ge­gan­gen ist. „Wir ha­ben das mit Maul­ta­schen und Bier ge­fei­ert“, be­rich­tet er. Mor­gens um sechs setz­te er sich in Ber­lin in den Zug nach Hall, um bei der Prä­sen­ta­ti­on der 14 Ar­bei­ten zu Haal­platz und Un­ter­wöhrd da­bei zu sein.

Bei­de Prei­se ge­won­nen

„Der Sie­ger­ent­wurf sieht die Flä­che als ei­ne Ein­heit“, er­läu­tert Pro­fes­sor Axel Loh­rer aus Mün­chen, der als Vor­sit­zen­der des 20-köp­fi­gen Preis­ge­richts fun­gier­te. Zwei Bür­ger aus Hall wa­ren in der Ju­ry mit da­bei. Ei­ne „glück­li­che Fü­gung“sei es, dass der Ber­li­ner Land­schafts­ar­chi­tekt im an­ony­men Ver­fah­ren den ers­ten Preis so­wohl für den Haal­platz als auch den Un­ter­wöhrd er­ziel­te. Da­her ge­hen 17 000 Eu­ro für die Kon­zep­ti­on des Haal­plat­zes und 10 000 für die des Un­ter­wöhr­ds nach Ber­lin.

„Ei­ne be­acht­li­che Wegstre­cke ha­ben wir nun hin­ter uns“, be­rich­tet Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann-Jo­sef Pel­grim. Seit Jahr­zehn­ten wer­de der Haal­platz als Miss­stand wahr­ge­nom­men. Mit vie­len Pla­nun­gen samt Bür­ger­be­tei­li­gung sei man nun wei­ter. Bo­den­denk­ma­le, die in ei­ner Tie­fe ab ei­nem Me­ter schlum­mer­ten, wür­den die Gestal­tungs­frei­heit ein­schrän­ken. Da­her sah schon die Aus­lo­bung des Wett­be­werbs kein Tief­ga­ra­gen­deck vor. Auch ober­ir­disch soll sich nicht viel än­dern: An ei­ne Be­bau­ung mit Häu­sern wie zu Zei­ten der Salz­ge­win­nung sei nicht ge­dacht.

„Es ging um die Fra­ge, wie viel Frei­raum man lässt“, er­läu­tert Pel­grim die Dis­kus­si­on, die sich bis ins Preis­ge­richt zog, das am Don­ners­tag zwölf Stun­den lang tag­te. Die Ent­schei­dung wur­de so ge­trof­fen, dass man für die Zu­kunft die Krea­ti­vi­tät nicht ab­schnü­ren will.

Als Be­trach­ter der Plä­ne, die sich ex­pli­zit auf „Frei­räu­me“be­schrän­ken, muss man da­her ganz ge­nau hin­se­hen: Was soll sich denn nun än­dern?

Bau­bür­ger­meis­ter Pe­ter Klink wer­tet den Wett­be­werb als vol­len Er­folg. Es sei eben bes­ser, vie­le Ide­en ge­gen­ein­an­der ab­zu­wä­gen, als ein Kon­zept von An­fang an zu ver­fol­gen.

Gro­ße Freu­de

In blu­mi­ge­ren Wor­ten er­läu­tert Pro­fes­sor Axel Loh­rer ges­tern im Zeug­haus­saal die Vor­zü­ge und Nach­tei­le der Ent­wür­fe. „Das Po­ly­go­na­le als Auf­grei­fen des Kris­tal­li­nen“sei in ei­nem Ent­wurf zu se­hen. Sprich: Ein Pla­ner woll­te das Salz in der Bo­den­struk­tur rund um den Haal­platz sicht­bar ma­chen.

Am En­de hat bei der Vor­ab­prä­sen­ta­ti­on ges­tern um 12 Uhr der Sie­ger des Wett­be­werbs das Wort: „Wir ha­ben uns sehr ge­freut“, sagt er über die Ent­schei­dung.

In der Fra­ge­run­de mel­det sich der Bür­ger Jo­chen Brand zu Wort: „War­um hat man das The­ma Salz nicht wei­ter her­aus­ge­ar­bei­tet?“Franz Reschke sagt: „Der Brun­nen steht als iden­ti­täts­stif­tend im Mit­tel­punkt.“Da es sich um ein Ori­gi­nal han­delt, se­he er kei­ne Ver­an­las­sung, mit wei­te­ren künst­li­chen Gestal­tungs­mit­teln die Ge­schich­te zu ver­fäl­schen.

OB Pel­grim sagt dem 36-jäh­ri­gen Land­schafts­ar­chi­tek­ten zu, dass bald der Ge­mein­de­rat ent­schei­den wird, ob er dem Preis­ge­richt folgt. Be­reits im nächs­ten Jahr könn­te mit der Um­ge­stal­tung be­gon­nen wer­den.

Die Sie­ger­ent­wür­fe auf Sei­te 14

Fo­to: To­bi­as Würth

Der Sie­ger des Wett­be­werbs Franz Reschke zeigt auf den Haalbrun­nen. Ihn will er als zen­tra­les Ele­ment auf dem Platz deut­li­cher her­vor­he­ben. Da­für müs­sen al­ler­dings drei der fünf gro­ßen Bäu­me dort ge­fällt wer­den. An an­de­ren Stel­len wer­den neue ge­pflanzt.

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