Ein „Baum­schlei­er“legt sich ums Thea­ter

Haller Tagblatt - - SCHWÄBISCH HALL - Von To­bi­as Würth

Fast kei­ne Ar­beit für die Neu­ge­stal­tung von Haal­platz und Un­ter­wöhrd greift das The­ma Salz kon­se­quent auf. Vie­le Pla­nun­gen be­ste­chen da­durch, dass sie we­nig ver­än­dern. Die Ju­ry schlägt vor, den Ent­wurf von Franz Reschke zu neh­men.

Al­le Her­ge­reis­ten wa­ren fas­zi­niert von dem Ort. Viel müsst ihr nicht ma­chen“, be­rich­tet Pro­fes­sor Axel Loh­rer aus Mün­chen, der am Don­ners­tag die 20-köp­fi­ge Ju­ry beim Frei­flä­chen-Wett­be­werb für Haal­platz und Un­ter­wöhrd lei­tet.

Wie ei­ne Büh­ne müs­se man den Haal­platz se­hen, den man als neue Spiel­flä­che für die Bür­ger ge­stal­ten sol­le. Da­her wur­de ge­nau dar­auf ge­ach­tet, wel­che Sicht­ach­sen er­mög­licht wer­den und wel­che Flä­chen frei blei­ben. Nur ein Ent­wurf sieht ein Salz­mu­se­um vor. An­sons­ten be­schränkt sich das Spiel mit dem his­to­ri­schen Be­zug auf die Gestal­tung von Sitz­mö­beln in Salz­kris­tall­form. Der Sie­ger­ent­wurf greift das Salz, ab­ge­se­hen vom Brun­nen, gar nicht auf.

„Der Zu­fall woll­te es, dass ich vor zwei Jah­ren auf dem Weih­nachts­markt in Hall war“, be­rich­tet der Preis­trä­ger Franz Reschke. So wur­de er auf Hall auf­merk­sam. Der Grund: Sein zwölf­köp­fi­ges Team hat­te ei­nen Platz in Lorch um­ge­stal­tet. Jetzt könn­te er, falls der Ge­mein­de­rat zu­stimmt, auch den Hal­ler Platz in An­griff neh­men. Er er­läu­tert am Frei­tag in Hall sei­ne Ge­dan­ken hin­ter dem Ent­wurf: „Al­lein das Luft­bild fas­zi­niert und lädt zum Mit­ma­chen ein.“Der Haal­platz sei die Naht­stel­le zwi­schen Stadt und Fluss. „Dich­te Baum­rei­hen sind dort kon­tra­pro­duk­tiv.“Er wol­le viel­mehr den Haal­platz an der Fluss­sei­te mit „of­fe­nen Fens­tern“ver­se­hen, al­so Lü­cken zwi­schen den Bäu­men frei las­sen. Di­plo­ma­tisch for­mu­liert er: „Wir ha­ben die Süd­west­bank. Es gibt Ge­bäu­de, da sind Bäu­me da­vor ganz gut.“Im öst­li­chen Be­reich sind Baum­pflan­zun­gen vor­ge­se­hen. Der Land­schafts­ar­chi­tekt sieht Haal­platz und Un­ter­wöhrd als ei­ne Ein­heit. Da­her sol­len an bei­den Or­ten die glei­chen Na­tur­stei­ne auf dem Bo­den ver­wen­det wer­den. Der Über­gang zwi­schen Haal­stra­ße (die bald ver­kehrs­be­ru­higt wer­den soll) und dem Platz könn­te flie­ßend ver­lau­fen. Ein lo­cke­rer Baum­rah­men soll sich rund ums neue Glo­be-Thea­ter zie­hen. Pro­fes­sor Loh­rer nennt das „Baum­schlei­er“. Der Ju­ry-Vor­sit­zen­de lobt die gu­ten Sicht­ach­sen auf die In­nen­stadt, die sich vom Haal­platz Rich­tung Kat­ha­ri­nen­vor­stadt und vom Un­ter­wöhrd Rich­tung Alt­stadt er­ge­ben. Ge­win­ner Rea­li­sie­rungs­teil Haal­platz: 1. Preis Franz Reschke, Ber­lin; 2. Preis Stöt­zer Land­schafts­ar­chi­tek­ten, Frei­burg; 3. Preis Si­nai, Ber­lin; Un­ter­wöhrd: 1. Preis Franz Reschke, Ber­lin;

2. Preis Glück Land­schafts­ar­chi­tek­tur, Stutt­gart;

3. Preis Stöt­zer Land­schafts­ar­chi­tek­ten, Frei­burg

Öff­nungs­zei­ten Im Neu­bau kön­nen al­le Ent­wür­fe täg­lich zwi­schen 12 und 18 Uhr be­sich­tigt wer­den. Ab dem 20. De­zem­ber wer­den die Ent­wür­fe bis zum Jah­res­en­de in der Ho­s­pi­tal­kir­che, eben­falls von 12 bis 18 Uhr, aus­ge­stellt. An den Fei­er­ta­gen am 24., 25. und 31. De­zem­ber bleibt die Aus­stel­lung ge­schlos­sen.

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