Wi­der­stand ge­gen Gift­müll­ofen

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMSCHAU - Die ers­te

und ein­zi­ge Gift­müll­ver­bren­nungs­an­la­ge in Ba­den-Würt­tem­berg war 1994 in Sin­del­fin­gen im Kreis Bö­blin­gen ge­plant. Al­ter­na­ti­ven in den Krei­sen Ho­hen­lo­he und Ost­alb sei­en vom Tisch, be­rich­te­te vor genau 25 Jah­ren ganz groß die SÜD­WEST PRES­SE. Das Stutt­gar­ter Re­gie­rungs­prä­si­di­um hat­te sich nach mehr­jäh­ri­ger Prü­fung für ein ehe­ma­li­ges Mi­li­tär­ge­län­de di­rekt ne­ben der Au­to­bahn Stutt­gart–Sin­gen ent­schie­den. Das Ge­län­de, ehe­mals Mi­li­tär­flug­platz und dann Pan­zer-Re­pa­ra­tur­an­la­ge der US-Ar­my, soll­te erst noch sa­niert wer­den. Der Bo­den war mit Mu­ni­ti­on und Alt­öl ver­seucht. Bis zu 50 000 Ton­nen Son­der­ab­fall wie Farb- und Lack­schläm­me oder Gal­va­nikrück­stän­de soll­ten dann von 1998 an hier ver­brannt wer­den. Die Ober­bür­ger­meis­ter von Sin­del­fin­gen, Bö­blin­gen und der Bö­blin­ger Land­rat kün­dig­ten gleich an, mit al­len recht­li­chen Mit­teln ge­gen den ge­plan­ten Bau vor­zu­ge­hen. Sin­del­fin­gen sei dicht be­sie­del­ter Raum und bei Stör­fäl­len sei ei­ne Eva­ku­ie­rung schwie­rig, die Luft­be­las­tung be­reits hoch, so die Be­grün­dung. Der Wi­der­stand wirk­te, die An­la­ge wur­de nicht ge­baut. Sei­nen Gift­müll wird das Land bis heu­te aus­wärts los.

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