Von der Ruhr über Ober­bay­ern und durch die Welt an den Ko­cher

Haller Tagblatt - - MENSCHEN - Mit der Film­ar­beit

wird am 27. Ok­to­ber 1930 in Wit­ten an der Ruhr ge­bo­ren. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ver­schlägt es ihn nach Ober­bay­ern. 1949 en­det sei­ne Zeit am Gym­na­si­um. Zu­nächst ver­sucht er sich als Kauf­mann im Groß- und Ein­zel­han­del mit Obst und Ge­mü­se, wen­det sich aber im­mer mehr der Kunst zu. Von 1950 bis 1958 ist er Re­kom­man­deur auf Jahr­märk­ten, Sprech­stall­meis­ter bei Zir­kus, Film­kom­par­se, Sta­tist am Thea­ter, Con­fé­ren­cier, Schrift­stel­ler, ge­le­gent­lich Mau­rer, Fens­ter­put­zer, Schil­der­ma­ler. 1958 und 1959 ist er Gast an der Éco­le des Beaux Arts in Pa­ris und beim Künst­ler­fest Li-La-Ler­chen­feld in Ham­burg.

ist Ted Mo­ré haupt­be­ruf­lich Pup­pen­spie­ler. Auf der Su­che nach ei­nem Do­mi­zil wird er 1968 in Kün­zel­sau-Na­gels­berg fün­dig, wo er sich 1969 ge­mein­sam mit sei­ner Frau Hel­ga nie­der­lässt. 1971 star­tet Mo­ré die ei­ge­ne Brett­l­büh­ne mit Gäs­ten und ei­ge­nen Ins­ze­nie­run­gen. Über­dies reist er durchs Lan­de, gibt Gast­spie­le un­ter an­de­rem in Po­len, Frank­reich, Bel­gi­en und der Schweiz.

Die Pup­pen und das Büh­nen­bild ent­wirft und baut er selbst, sei­ne Frau Hel­ga un­ter­stützt ihn tat­kräf­tig und näht sämt­li­che Ko­s­tü­me.

be­ginnt Mo­ré 1972. Es fol­gen Aus­stel­lun­gen, ein Sti­pen­di­um des Ver­bands deut­scher Schrift­stel­ler Ba­den-Würt­tem­berg, ei­ne jah­re­lan­ge Zu­sam­men­ar­beit mit dem „Traum­thea­ter Sa­lo­me“, Auf­trit­te beim Mu­se­ums­ufer­fest in Frank­furt und vie­les mehr. Un­ter dem Ti­tel „Ma­rio­net­ten, Mär­chen, Mo­ri­ta­ten“ge­stal­tet Ted Mo­ré 1999 ei­ne Aus­stel­lung mit Bil­dern Schau­kel­pfer­den und Fi­gu­ren in Dort­mund. Er ar­bei­tet an Bü­chern wie „Das gro­ße, bit­ter­bö­se, lus­ti­ge Kas­per­buch“oder schreibt un­ter dem Ti­tel „Schnee­witt­chen war beim CIA“sei­ne Er­in­ne­run­gen auf. Mitt­ler­wei­le wer­den die Gast­spie­le zwar we­ni­ger, da­für wid­met sich der All­roun­der mehr dem Schrei­ben, Ma­len und Zeich­nen. Re­gel­mä­ßig bie­tet er sonn­tag­vor­mit­tags Auf­füh­run­gen im Thea­ter in Na­gels­berg und im­mer wie­der Work­shops. Zur Fa­mi­lie der Mo­rés ge­hö­ren auch zwei er­wach­se­ne Kin­der und ein 19-jäh­ri­ger En­kel­sohn.

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