Die mensch­li­che Fi­gur im Mit­tel­punkt

Haller Tagblatt - - KULTUR - Von Ralf Snu­ra­wa

Das Häl­lisch-Frän­ki­sche Museum zeigt der­zeit Skiz­zen von Au­gust Halm. An­lass ist der 150. Ge­burts­tag des Mu­sik­päd­ago­gen, Theo­lo­gen, Kom­po­nis­ten und Ma­lers.

Per­so­nen und Er­eig­nis­se wol­le man in der Ge­sell­schaft für Mu­sik­ge­schich­te Ba­den-Würt­tem­berg (GMG) in ih­rer gan­zen Viel­falt dar­stel­len. Das er­klär­te de­ren Prä­si­dent Prof. Dr. Rai­ner Bay­reu­ther zur Erö nung der von der GMG ge­för­der­ten Aus­stel­lung mit bild­ne­ri­schen Ar­bei­ten von Au­gust Halm. Die­ser sei mit Blick auf „mul­ti­per­spek­ti­vi­sche Sicht­wei­sen“ei­ne pa­ra­dig­ma­ti­sche Gestalt. In­ter­es­sant sei er da­bei hin­sicht­lich sei­ner Tä­tig­keit als Kom­po­nist wie Ma­ler.

Das Werk des Kom­po­nis­ten Halm brach­te das Lo­tus String Quar­tet mit des­sen A-Dur-Streich­quar­tett zu Ge­hör. Da­nach führ­te die Kunst­his­to­ri­ke­rin Car­la Heuss­ler die rund 60 Gäs­te in das bild­ne­ri­sche Werk des haupt­be­ruf­lich als Mu­sik­schrift­stel­lers und -päd­ago­gen tä­ti­gen Au­gust Halm ein.

3000 Skiz­zen er­hal­ten

Im Ge­gen­satz zu sei­nen Kom­po­si­tio­nen bie­ten sich den Be­trach­tern hier nur Skiz­zen. Ins­ge­samt sind im Nach­lass über 3000 da­von er­hal­ten. Im Win­ter­gar­ten des Häl­lisch-Frän­ki­schen Mu­se­ums sind der­zeit 30 aus­ge­wähl­te Zeich­nun­gen und Bil­der zu se­hen.

Um 1900 soll der 31-jäh­ri­ge Halm, so Heuss­ler in ih­rem Vor­trag, das Ma­len und Zeich­nen für sich ent­deckt ha­ben, „das er in sei­ner meist knapp be­mes­se­nen Frei­zeit aus­üb­te“. Heuss­ler zwei­fel­te an, dass Halm kei­nen Un­ter­richt im Zeich­nen er­hal­ten ha­ben soll. Die Stim­mig­keit kör­per­li­cher Pro­por­tio­nen lie­ßen An­de­res ver­mu­ten.

Die ein­zel­nen Blät­ter mit den Skiz­zen sei­en, so die Kunst­his­to­ri­ke­rin, „äu­ßerst ab­wechs­lungs­reich“. Halm ha­be „häu­fig die un­ge­wöhn­lichs­ten Ma­te­ria­li­en für sei­ne Bil­der“ver­wen­det: „Da­bei kann es sich zum Bei­spiel um die Rück­sei­ten von Brie­fen, Rech­nun­gen, No­ten­blät­ter, Schuh­kar­tons und Ka­len­der­blät­ter han­deln.“Ei­ni­ge Ex­em­pla­re da­von sind auch in der Aus­stel­lung in Schwä­bisch Hall zu se­hen.

Auf die­sem Ma­te­ri­al hielt er vor­wie­gend mensch­li­che Fi­gu­ren mit­hil­fe von Blei­stift, Krei­de, Fe­der und Tem­pe­ra fest. Be­liebt sei­en bei Halm be­son­ders Fi­gu­ren der My­tho­lo­gie ge­we­sen wie die Zau­be­rin Cir­ce oder der Mi­no­tau­rus. Auch bi­bli­sche Ge­schich­ten fin­den sich, wie die von Sam­son und Da­li­la, so­wie Sze­nen aus Schau­spiel und Dich­tung. Tän­ze­rin­nen wer­den da­bei oft mit meh­re­ren Be­we­gungs­ab­läu­fen gleich­zei­tig dar­ge­stellt. Vom Stil her sei­en Halms Bil­der „am ehes­ten als ex­pres­siv zu be­zeich­nen“, so Heuss­ler.

Und da steht er im Ge­gen­satz zu sei­nem kom­po­si­to­ri­schen Werk, das sich sti­lis­tisch ein­deu­tig als spät­ro­man­tisch be­zeich­nen lässt. Als Halm in Stutt­gart 1913/14 als Mu­sik­kri­ti­ker tä­tig war, lern­te er auch Adolf Höl­zel ken­nen. Höl­zel lehr­te dort an der Kö­nig­li­chen Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te und be­gut­ach­te­te Au­gust Halms Zeich­nun­gen.

„Höl­zel dien­ten um­ge­kehrt Halms Schrif­ten zur An­re­gung für sei­ne Ma­le­rei, ins­be­son­de­re zum mu­si­ka­li­schen Farb­drei­klang“, führ­te Car­la Heuss­ler wei­ter aus. Dar­über hin­aus hat­te Halm in Stutt­gart die Ma­le­rin Kä­te Schaller-Här­lin ken­nen­ge­lernt. Sie fer­tig­te von ihm zwei Por­träts an, von de­nen ei­nes in der Aus­stel­lung ver­tre­ten ist.

In­fo: Die Aus­stel­lung ist noch bis zum 6. Ok­to­ber zu den Öff­nungs­zei­ten des HFM zu se­hen: diens­tags bis sonn­tags von 10 bis 17 Uhr.

Foto: Ralf Snu­ra­wa

Bei der Ver­nis­sa­ge spielt das Lo­tus String Quar­tet.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.