LKA-Chef: Rück­keh­rer ber­gen Ge­fahr

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMS­CHAU -

Die Ver­hin­de­rung ei­nes An­schlags hat für Prä­si­dent Mi­chel­fel­der die höchs­te Prio­ri­tät.

Stutt­gart. Die Ge­fahr des Is­la­mis­mus sei im Süd­wes­ten nicht zu­rück­ge­gan­gen und die Ver­hin­de­rung ei­nes is­la­mis­ti­schen An­schlags hat für den Prä­si­den­ten des Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA) wei­ter höchs­te Prio­ri­tät. „Ich ha­be vor ei­ni­gen Jah­ren die De­vi­se aus­ge­ge­ben und die gilt wei­ter­hin“, sag­te Ralf Mi­chel­fel­der.

Nach An­ga­ben der Be­hör­de liegt die Zahl der Er­mitt­lun­gen we­gen der Bil­dung oder Mit­glied­schaft in ei­ner ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung der­zeit im un­te­ren drei­stel­li­gen Be­reich. Bei ei­nem Groß­teil ge­hen die Er­mitt­ler von ei­nem re­li­giö­sen Hin­ter­grund oder aus­län­di­schen Ideo­lo­gi­en aus. Die Zahl der Er­mitt­lun­gen we­gen der Vor­be­rei­tung ei­ner schwe­ren staats­ge­fähr­den­den Ge­walt­tat be­we­ge sich im un­te­ren zwei­stel­li­gen Be­reich.

Ge­fahr geht laut Mi­chel­fel­der un­ter an­de­rem von Rück­keh­rern aus Sy­ri­en oder dem Nord­irak aus. Schät­zungs­wei­se 50 Is­la­mis­ten sei­en aus Ba­den-Würt­tem­berg aus­ge­reist, um dort für Grup­pie­run­gen zu kämp­fen oder die­se zu un­ter­stüt­zen. Da­von sei­en et­wa ein Dut­zend ums Le­ben ge­kom­men. Ein Teil der Is­la­mis­ten sei wie­der zu­rück­ge­kehrt oder wol­le zu­rück­keh­ren – nicht weil sie ge­läu­tert sei­en, son­dern weil sie zum Bei­spiel selbst im Nord­irak nicht mehr si­cher sei­en.

Auf die Fra­ge, ob das LKA den is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­mus un­ver­hält­nis­mä­ßig stark be­ob­ach­te, ent­geg­ne­te Mi­chel­fel­der: Der Ein­druck mö­ge da­durch ent­ste­hen, dass nichts pas­siert ist. „Und ich sa­ge, im Ge­gen­teil: Ge­ra­de weil wir so viel hin­ein­in­ves­tiert ha­ben, ist nichts pas­siert.“

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