Kunst­stu­dent ver­zau­bert den Bahn­hof

Haller Tagblatt - - KULTUR -

Ja­nosch Sinn zeigt sei­ne Wer­ke im War­te­saal des Hal­ler Stadt­bahn­hofs. Et­wa 80 Be­su­cher kom­men zur Ver­nis­sa­ge.

Schwä­bisch Hall. Ei­ne Rau­m­in­stal­la­ti­on ist der­zeit im Hal­ler Bahn­hof zu se­hen: Ja­nosch Sinn aus Üb­rigs­hau­sen, Ab­sol­vent der Hal­ler Aka­de­mie der Küns­te, eröne­te dort sei­ne Aus­stel­lung „The in­ner child“. Et­wa 80 Be­su­cher wa­ren bei der Ver­nis­sa­ge an­we­send. Im Bei­sein sei­ner Do­zen­ten Su­san­ne Neu­ner und Rolf Ni­kel be­grüß­te Sinn die Gäs­te vor dem Bahn­hof, der in völ­lig neu­em Licht er­scheint – vor al­lem nach­dem ge­gen 21 Uhr die Schein­wer­fer aus­ge­schal­tet wer­den und die Kunst­schau in ein fast sur­rea­les ro­man­ti­sches Da­da-Ge­samt­kunst­werk ver­wan­delt wird.

Durch die Glas­schei­ben sieht man gol­de­ne Fi­gu­ren, zahl­lo­se klei­ne Ob­jek­te, Fund­stü­cke in Bahn-Schau­käs­ten und Vi­tri­nen, die der War­te­hal­le ei­nen mu­sea­len Cha­rak­ter ver­lei­hen. An den Wän­den fin­det man klei­ne Bil­der von Sinn, der sei­ne Wur­zeln vor al­lem in der ex­pres­sio­nis­ti­schen und Da­da-Kunst sieht.

In der ehe­ma­li­gen Te­le­fon­zel­le sitzt eben­so ei­ne Fi­gur wie in ei­ner Vi­tri­ne – beim ge­naue­ren Hin­schau­en ei­ne Li­ving Sculp­tu­re, die eben­so wie ei­ni­ge stil­echt ge­klei­de­te Freun­de zur Aus­stel­lung ge­hö­ren. Ein Herr sitzt beim Es­sen, in ei­nem an­ti­qua­ri­schen Schrank steht ei­ne weib­li­che Fi­gur, be­we­gungs­los – die nach Lö­schen des Lichts sich als die Sän­ge­rin Mol­ly Sut­cli ent­puppt. Durch fein­stimm­li­che eng­li­sche Ge­sän­ge wird der Zau­ber des Kunst­rau­mes noch ge­stei­gert. Die meist jün­ge­ren Zu­schau­er sind hin­ge­ris­sen.

Ab und zu setzt sich der Künst­ler mit Gäs­ten an ei­nen Tisch vol­ler sym­bo­li­scher Uten­si­li­en. Ge­heim­nis­vol­le Klän­ge geis­tern durch den War­te­raum. Zen­tral steht ein Spring­brun­nen, aus dem mys­te­riö­ser Duft auf­steigt. Er wol­le die fei­nen Schat­tie­run­gen zwi­schen Nor­ma­li­tät und Wahn­sinn, zwi­schen der Schön­heit des All­täg­li­chen und dem Gött­li­chen zei­gen, sagt Sinn. Ab Ok­to­ber wird er an der Kunst­hoch­schu­le in Ber­lin-Wei­ßen­see stu­die­ren.

Ja­nosch Sinn mit Ob­jek­ten sei­ner Aus­stel­lung „The in­ner child“.

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