Kla­re Kan­te zei­gen

Haller Tagblatt - - WIRTSCHAFT - Hel­mut Schnei­der

zu Joe Ka­e­sers State­ments

Sol­len Kon­zern­chefs in der ö‘ent­li­chen Dis­kus­si­on zu po­li­ti­schen The­men kla­re Kan­te zei­gen oder sich her­aus­hal­ten? Die Fra­ge stellt sich im­mer wie­der und wird meist da­nach be­ur­teilt, ob ei­nem selbst die po­li­ti­sche Stel­lung­nah­me des Bet­re‘en­den ge­fällt oder nicht. Aber das darf nicht der Maß­stab sein.

Sie­mens­chef Joe Ka­e­ser ist wie al­le Re­prä­sen­tan­ten gro­ßer Kon­zer­ne auch im­mer ei­ne po­li­ti­sche Grö­ße. Was er sagt oder nicht sagt, hat im­mer auch Vor­bild­cha­rak­ter. Ein völ­li­ges Her­aus­hal­ten ist für Per­sön­lich­kei­ten in die­sem Rang des­halb gar nicht mög­lich. Das ist das ei­ne.

Schwie­ri­ger wird es, wenn ein Ma­na­ger sich ö‘ent­lich ge­gen Auf­trag­ge­ber oder Kun­den po­si­tio­niert. Das wer­den die we­nigs­ten tun, weil sie dem Wohl des Un­ter­neh­mens vor­ran­gig ver­pflich­tet sind.

Dar­un­ter fällt auch das lau­te Schwei­gen der Fir­men­len­ker ge­gen­über der Han­dels­po­li­tik des US-Prä­si­den­ten, die kei­ner gou­tiert. Oder ge­gen­über den Macht­ha­bern in Chi­na, mit de­nen man wich­ti­ge Ge­schäf­te ma­chen möch­te – zum Wohl der ei­ge­nen Fir­ma und zehn­tau­sen­den Mit­ar­bei­tern.

Bei all­ge­mei­nen po­li­ti­schen The­men gilt dies nicht. Hier soll­ten mehr Kon­zern­chefs tun, was Joe Ka­e­ser schon oft ge­tan hat: Mu­tig sein und kla­re Kan­te zei­gen. Das scha­det dem Un­ter­neh­men nicht, tut aber der öf­fent­li­chen Dis­kus­si­on und dem Ge­mein­wohl gut.

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