Är­ger­nis als Glücks­fall

Haller Tagblatt - - SPORT -

An­fang Au­gust wur­de Do­nell Co­oper zum Ge­spött der Sport­welt. Der Bas­ket­ball­pro­fi hat­te bei ei­ner Do­ping­pro­be den Urin sei­ner Freun­din ab­ge­ge­ben – was auf ku­rio­se Wei­se auog. Denn die Kon­trol­leu­re wie­sen das Hor­mon „hu­ma­ne Cho­ri­ongo­na­do­tro­pin“(hCG) nach, das zu Be­ginn ei­ner Schwan­ger­schaft ge­bil­det wird. Nun hat Co­oper wäh­rend sei­ner zwei­jäh­ri­gen Sper­re ge­nü­gend Zeit, sich um sei­nen kom­men­den Nach­wuchs zu küm­mern.

Nun wur­de be­kannt, dass bei Eis­ho­ckey­pro­fi Shea Theo­do­re eben­falls hCG nach­ge­wie­sen wur­de. Doch im Fal­le des ka­na­di­schen NHL-Spie­lers han­delt es sich nicht um ei­nen däm­li­chen Be­trugs­ver­such, son­dern um un­glaub­li­ches Glück. Denn hCG wird nicht nur von Frau­en in der Schwan­ger­schaft ge­bil­det, son­dern auch von Män­nern, die an Ho­den­krebs lei­den – und das war bei Theo­do­re der Fall.

Der 24-Jäh­ri­ge hat bei „Play­ers Tri­bu­ne“be­schrie­ben, wie er bei der WM im Mai nur drei Ta­ge nach ei­ner Do­ping­pro­be er­neut von den Kon­trol­leu­ren in ei­nen se­pa­ra­ten Raum ge­be­ten wur­de. Dort wur­de ihm das un­ge­wöhn­li­che Er­geb­nis mit­ge­teilt und dass der Ver­dacht auf Ho­den­krebs be­steht.

Ei­ne wei­te­re Un­ter­su­chung be­stä­tig­te die An­nah­me der Do­ping­ärz­te. In­zwi­schen wur­de Theordo­re ope­riert, und da der Tu­mor früh­zei­tig er­kannt wur­de, konn­te er kom­plett ent­fernt wer­den. Der Ka­na­di­er gilt als ge­heilt. Sel­ten dürf­te ein Spie­ler so froh ge­we­sen sein, dass er von den Kon­trol­leu­ren für die an­sons­ten als Är­ger­nis emp­fun­de­ne Do­ping­kon­trol­le aus­ge­wählt wur­de.

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