Frak­ti­on schrumpft sich selbst

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMS­CHAU -

Land­tags-AfD lässt Nach­rü­cke­rin bei Wahl durch­fal­len und hat nun nur noch so vie­le Ab­ge­ord­ne­te wie die SPD.

Bad Her­re­n­alb. Die AfD-Frak­ti­on hat der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Do­ris Sen­ger er­neut die Auf­nah­me ver­wei­gert. In ei­nem drit­ten Wahl­gang am Mitt­woch er­ziel­te Sen­ger bei der Klau­sur der AfD-Frak­ti­on in Bad Her­re­n­alb (Kreis Calw) er­neut nicht das nö­ti­ge Quo­rum, wie Teil­neh­mer be­stä­tig­ten. Da­mit be­steht die AfD-Frak­ti­on nur noch aus 19 Ab­ge­ord­ne­ten – sie hat da­mit so vie­le Par­la­men­ta­ri­er wie die SPD und ist nicht län­ger die per­so­nell stärks­te Op­po­si­ti­ons­kraft im Land­tag. Am Mon­tag wer­de der Vor­stand die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se be­ra­ten, sag­te Frak­ti­ons­chef Bernd Gö­gel.

Die 60-jäh­ri­ge Sen­ger bleibt da­mit frak­ti­ons­lo­se Ab­ge­ord­ne­te. Be­reits am Di­ens­tag war sie in Bad Her­re­n­alb zwei­mal an ei­ner Zwei-Drit­tel-Mehr­heit ge­schei­tert. Sen­ger ist Un­ter­neh­mens­be­ra­te­rin aus Do­nau­eschin­gen (Schwarz­wald-Baar-Kreis). Sie zog im Ju­li für Lars Patrick Berg, der ins Eu­ro­pa­par­la­ment ge­wech­selt ist, in den Land­tag ein.

Hin­ter dem Streit steckt ein seit Mo­na­ten to­ben­der Macht­kampf in der Frak­ti­on zwi­schen ge­mä­ßig­ten Ab­ge­ord­ne­ten um Gö­gel und Mit­glie­dern vom rech­ten Rand um Frak­ti­ons­vi­ze Emil Sän­ze. Bei­de La­ger sind in et­wa gleich stark. Und es geht um den Um­gang mit Wolf­gang Ge­de­on.

An­ti­se­mi­tis­mus­vor­wür­fe ge­gen den mitt­ler­wei­le frak­ti­ons­lo­sen AfD-Po­li­ti­ker hat­ten 2016 zur Spal­tung der Frak­ti­on ge­führt. Der 72-Jäh­ri­ge pflegt wei­ter en­ge Kon­tak­te in die Frak­ti­on und be­an­trag­te auf der Klau­sur­ta­gung selbst sei­ne Wie­der­auf­nah­me – auch er schei­ter­te an ei­ner Zwei-Drit­tel-Mehr­heit.

Seit Ge­de­ons Raus­wurf und der Wie­der­ver­ei­ni­gung der Frak­ti­on schrei­be ein Pa­ra­graf in der Sat­zung ei­ne Zwei-Drit­tel-Mehr­heit für die Neu­auf­nah­me von Mit­glie­dern vor – da­mit soll­te Ge­de­ons Rück­kehr er­schwert wer­den. Nach ei­nem äl­te­ren Pa­ra­gra­fen wä­re ei­ne sol­che Mehr­heit aber nicht nö­tig für die Auf­nah­me neu­er Mit­glie­der. Ex­ter­ne Ju­ris­ten sol­len nun klä­ren, wel­cher Pa­ra­graf zum Tra­gen kom­me, sag­te Frak­ti­ons­spre­cher Klaus-Pe­ter Kasch­ke. Ein Klau­sur-Teil­neh­mer sag­te, dass ge­wis­se Ab­ge­ord­ne­te mit der Sen­ger-Blo­cka­de die Rück­kehr von Ge­de­on er­mög­li­chen wol­len.

Die AfD-Frak­ti­on in Stutt­gart hat nur noch 19 Ab­ge­ord­ne­te.

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