Zi­ga­ret­te weg vom Lenk­rad

Haller Tagblatt - - BLICK IN DIE WELT -

Ei­ne Initia­ti­ve meh­re­rer Bun­des­län­der will das Rau­chen im Au­to ver­bie­ten, wenn Kin­der mit­fah­ren.

Han­no­ver. Kei­ne Flucht mög­lich: Wer auf der Rück­bank im Au­to sitzt, ist Zi­ga­ret­ten­rauch schutz­los aus­ge­lie­fert. Wenn es nach dem Wil­len meh­re­rer Bun­des­län­der geht, ge­hö­ren voll­ge­qualm­te Au­tos aber schon bald der Ver­gan­gen­heit an. „Ge­ra­de Kin­der tra­gen ei­ne Rei­he ge­sund­heit­li­cher Fol­gen vom Pas­siv­rau­chen da­von“, sagt Nie­der­sach­sens Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Ca­ro­la Rei­mann. Für die SPD-Po­li­ti­ke­rin ist klar, dass Ju­gend­li­che vor dem schäd­li­chen Qualm ge­schützt wer­den müs­sen.

Ei­ne ent­spre­chen­de Ge­set­zes­in­itia­ti­ve wol­len Nord­rhein-West­fa­len, Bre­men, Ham­burg, Nie­der­sach­sen und Schles­wig-Hol­stein am Frei­tag in den Bun­des­rat ein­brin­gen. „Der Bund muss end­lich han­deln und die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen um­set­zen“, for­dert Rei­mann. Ge­än­dert wer­den soll das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz. Wenn Schwan­ge­re und Kin­der im Au­to sit­zen, sol­len Zi­ga­ret­ten ta­bu sein. Bei Ver­stö­ßen wür­den dann Geld­bu­ßen von 500 bis 3000 Eu­ro dro­hen.

Lü en hil nicht

Für den Ul­mer Lun­gen­fach­arzt Micha­el Barc­zok ist das Rau­chen im Au­to be­son­ders pro­ble­ma­tisch und soll­te grund­sätz­lich un­ter­blei­ben. „Sind Drit­te be­tro¡en, die gar noch an ei­ner Atem­wegs­er­kran­kung lei­den oder auf­grund ih­rer kör­per­li­chen Ent­wick­lung be­son­ders ge­fähr­det sind, ist dies nicht hin­nehm­bar“, sagt Barc­zok als Spre­cher des Bun­des­ver­bands der Pneu­mo­lo­gen. Es sei be­kannt, dass beim Rau­chen in ge­schlos­se­nen Räu­men ho­he Men­gen an Luft­schad­s­to¡en – ins­be­son­de­re Fe­in­staub und gif­ti­ge Stick­oxi­de – frei­ge­setzt wer­den. Und im Au­to ge­be es trotz Lüf­tung ho­he Be­las­tungs­spit­zen.

„In ver­brann­tem Ta­bak sind rund 90 nach­ge­wie­se­ne to­xi­sche oder krebs­er­re­gen­de Sub­stan­zen ent­hal­ten“, heißt es auch in der Be­grün­dung der Län­der­initia­ti­ve. Die Kon­zen­tra­ti­on die­ser Gift­s­to¡e sei im ab­ge­ge­be­nen Rauch so­gar hö­her als im ak­tiv in­ha­lier­ten. Pas­siv­rau­chen ist dem­nach noch schäd­li­cher als ak­ti­ves Rau­chen durch den Fil­ter.

Die Län­der ver­wei­sen auf Un­ter­su­chun­gen des Deut­schen Krebs­for­schungs­zen­trums, nach de­nen bei Kin­dern ei­ne Rei­he von ge­sund­heit­li­chen Fol­gen be­ob­ach­tet wer­den – ein ge­stei­ger­tes Ri­si­ko für den plötz­li­chen Kinds­tod ge­hört da­zu. Nach Schät­zun­gen des For­schungs­in­sti­tuts sind rund ei­ne Mil­lio­nen Min­der­jäh­ri­ge in Deutsch­land dem Ta­bak­rauch im Au­to aus­ge­setzt.

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