Phi­lo­soph spricht über den Tast­sinn

Wil­helm Schmid stellt in Hall sein Buch „Von der Kraft der Be­rüh­rung“vor. Er plä­diert für ei­ne neue Sinn­lich­keit.

Haller Tagblatt - - MENSCHEN -

Schwä­bisch Hall. Wil­helm Schmid, ge­bo­ren 1953, wuchs in ei­ner bäu­er­li­chen Um­ge­bung in Baye­risch-Schwa­ben auf. Nach ei­ner Leh­re als Schrift­set­zer und vier Jah­ren bei der Bun­des­wehr hol­te er 1980 das Abitur nach. Schließ­lich stu­dier­te er Phi­lo­so­phie und Ge­schich­te in Ber­lin, Pa­ris und Tü­bin­gen. Vie­le Jah­re lang lehr­te Schmid Phi­lo­so­phie als au­ßer­plan­mä­ßi­ger Pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Er­furt. Zu­sätz­lich war er tä­tig als Gast­do­zent in Lett­land und Ge­or­gi­en so­wie als „phi­lo­so­phi­scher Seel­sor­ger“an ei­nem Kran­ken­haus in der Schweiz. Heu­te lebt er als frei­er Phi­lo­soph in Ber­lin und hält vie­le Vor­trä­ge im In- und Aus­land.

Auf Ein­la­dung der Buch­hand­lung Osi­an­der und des Hal­ler Kul­tur­bü­ros stellt er am Di­ens­tag, 24. Sep­tem­ber, in der Hal­ler Ho­s­pi­tal­kir­che sein Buch „Von der Kraft der Be­rüh­rung“vor. Er meint: Be­rüh­rung kann sehr schön sein. Sie bie­tet An­re­gung, Er­mu­ti­gung, Be­stär­kung, Ver­bin­dung mit an­de­ren. Sie stärkt das kör­per­li­che und so­zia­le Im­mun­sys­tem.

Aber die gro­ße Sehn­sucht nach Be­rüh­rung, die vie­le Men­schen emp­fin­den, wird kon­ter­ka­riert von Be­rüh­rungs­ängs­ten in ver­schie­de­ner Hin­sicht. Die Me-too-De­bat­te hat auf das Aus­maß un­er­wünsch­ter Be­rüh­rung auf­merk­sam ge­macht, aber auch ei­ne gro­ße Ve­r­un­si­che­rung er­zeugt. Schmid spitzt zu: „Man­che Men­schen ken­nen Be­rüh­rung oh­ne­hin nur noch vom Touch­screen.“

Wil­helm Schmid macht Vor­schlä­ge, wie man mit Be­rüh­run­gen ei­ne neue Sinn­lich­keit ab­seits di­gi­ta­ler Ge­rä­te ent­de­cken kann. Und er zeigt auf, dass das Phä­no­men der Be­rüh­rung über die kör­per­li­che Ebe­ne weit hin­aus­geht.

Fo­to: dpa

Der Phi­lo­soph und Schri stel­ler Wil­helm Schmid ist am 24. Sep­tem­ber in Hall zu Gast.

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