Die Pa­pier­sta­pel sind vom Rats­tisch ver­schwun­den

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Bea­tri­ce Schnel­le

Das di­gi­ta­le Rats-In­fo­sys­tem kommt in Ro­sen­gar­ten zum Ein­satz. Ei­ne „Kö­nig­s­tra­di­ti­on“wird der neue Rat­haus­chef Ju­li­an Tausch fort­füh­ren.

an­ches war un­ge­wohnt bei der Pre­mie­re von Ro­sen­gar­tens neu­em Bür­ger­meis­ter Ju­li­an Tausch im Ge­mein­de­rat. So fehl­ten die Pa­pier­sta­pel auf den Ti­schen: Die Räte hat­ten zur Ein­sicht in die Sit­zungs­un­ter­la­gen ele­gan­te Ta­blets da­bei. Die auf­wen­di­ge Um­stel­lung auf das di­gi­ta­le Rats-In­fo­sys­tem war be­reits un­ter Alt­bür­ger­meis­ter Jür­gen Kö­nig er­folgt, kam aber nun erst­mals zum Ein­satz.

Ein wei­te­res neu­es Sys­tem führ­te Tausch beim Pro­gramm­punkt „Fra­gen aus dem Ge­mein­de­rat“ein: Wo bis­her nur ein­zel­ne Wort­mel­dun­gen an­ge­sagt wa­ren, gibt es ab so­fort ei­ne Fra­ge­run­de – je­weils ab­wech­selnd im und ge­gen den Uhr­zei­ger­sinn –, bei der je­des Ge­mein­de­rats­mit­glied

Mex­pli­zit auf even­tu­el­le An­lie­gen an­ge­spro­chen wird. Hin­ter­grund ist ei­ne wei­te­re Neue­rung: Ju­lia­ne Kron­mül­ler vom Bür­ger­bü­ro führt künf­tig Re­de­pro­to­kol­le von je­der Sit­zung und kann auf die­se Wei­se die Na­men der Fra­ge­stel­ler leich­ter zu­ord­nen, wie Tausch er­klär­te.

„Zu­kun mög­lich ma­chen“

Zwei Din­ge blie­ben beim Al­ten. So war das In­ter­es­se der Bür­ger­schaft, an den Sit­zun­gen teil­zu­neh­men, wie schon bis­her eher ver­hal­ten. Nur vier Ro­sen­gar­te­ner sa­ßen im Zu­schau­er­be­reich. Al­ler­dings stan­den dies­mal auch kei­ne wirk­lich „gro­ßen“The­men zur Ent­schei­dung an. Ei­ne al­te „Kö­nig­s­tra­di­ti­on“führ­te Tausch fort, in­dem er die Sit­zung mit ei­nem Zitat ein­lei­te­te. Die Wahl ei­nes Sat­zes des Schrift­stel­lers An­toi­ne de Saint-Exu­pé­ry hät­te sei­nem Amts­vor­gän­ger ge­fal­len: „Die Zu­kunft soll man nicht vor­aus­se­hen wol­len, son­dern mög­lich ma­chen.“

Freund­li­che Ges­te: Zum Auf­takt der Sit­zung be­glück­wünsch­te der jun­ge Rat­haus­chef zwei Gre­mi­ums­mit­glie­der nach­träg­lich zum Ge­burts­tag. Sei­ne ers­te Sit­zung lei­te­te er sou­ve­rän und gut vor­be­rei­tet.

Auf den Hin­weis von Ge­mein­de­rat Karl-Heinz Hüb­ner, bei ei­ner Sitz­bank im West­hei­mer Schön­bühl lie­ge häu­fig Ab­fall war­te­te Tausch mit ei­ner Über­ra­schung auf: Sei­ne Ver­wal­tung ha­be be­reits 20 Ab­fall­be­häl­ter für den öœent­li­chen Raum be­stellt, die dem­nächst an ver­schie­de­nen Stel­len in der Ge­mein­de auf Spiel­plät­zen und bei Sitz­bän­ken an­ge­bracht wer­den sol­len. Mit der Maß­nah­me kom­me er ei­nem Wunsch nach, den Bür­ger an ihn her­an­ge­tra­gen hät­ten.

„Sta­pel­prin­zip“wird ver­hin­dert

Da­mit bricht er wie­der­um mit ei­ner Tra­di­ti­on: Kö­nig hat­te sol­che An­sin­nen bis­her ab­ge­lehnt und es bei ei­ner spar­sa­men Ver­tei­lung von Ab­fall­be­häl­tern be­las­sen. Er sah die Bür­ger in der Pflicht, ih­re Ab­fäl­le mit­zu­neh­men und zu Hau­se zu ent­sor­gen. Da­mit kein Haus­müll in den neu­en Ab­fall­kör­ben lan­de, sei­en die­se nur über ei­ne klei­ne ֜nung von vor­ne zu be­fül­len, teil­te Tausch auf ei­ne ent­spre­chend be­sorg­te Nach­fra­ge Hüb­ners mit. So wer­de zu­dem ei­ne Über­fül­lung nach dem „Sta­pel­prin­zip“ver­hin­dert.

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