Jahr­hun­der­te­lan­ger Raub­bau wirkt nach

Haller Tagblatt - - GEMEINDEN - Dass es dem Wald Durch die Über­nut­zung

heu­te so schlecht geht, hat auch his­to­ri­sche Ur­sa­chen, be­rich­tet Wer­ner Bro­si. Im Mit­tel­al­ter wur­de der Wald in­ten­sivst aus­ge­beu­tet. Mit Re­chen wur­den Laub, Na­deln und Grä­ser als Fut­ter und Ein­streu für die Tie­re aus dem Wald ge­holt. Zu­dem nutz­ten die Men­schen den Wald als Wei­de oder als Acker­flä­che. Im­men­se Men­gen Holz wur­den ein­ge­schla­gen. Sei es, um Pot­ta­sche für die Glas­her­stel­lung im Main­hard­ter Wald zu be­kom­men (da­her der Na­me Aschen­hüt­te), um es als Gru­ben­holz in Berg­wer­ken zu ver­wen­den oder als Koh­le in der Ei­sen­ver­hüt­tung.

ver­arm­ten die Bö­den. „Im 18. Jahr­hun­dert wa­ren die Wäl­der aus­ge­hun­gert. Das wa­ren völ­lig an­de­re Wäl­der als heu­te, das wa­ren Par­k­land­schaf­ten.“Mit­te des

19. Jahr­hun­derts er­folg­te ei­ne Auf­fors­tung. „Die Fich­te ist ein dank­ba­rer Baum, sie wächst auch auf schlech­tem Bo­den“, er­klärt Bro­si die Fich­ten­mo­no­kul­tu­ren. Mit dem Wald­ster­ben in den 1980er-Jah­ren und den Stür­men er­folg­te ein Um­den­ken. „Im Staats­wald wird seit 25 Jah­ren kei­ne Fich­te mehr ge­pflanzt.“Der über Jahr­hun­der­te auf­ge­bau­te Nähr­stoff­man­gel sei noch nicht aus­ge­gli­chen.

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