Stadt setzt auf grö­ße­ren Was­ser­aus­tausch

Haller Tagblatt - - STUTTGART UND UMGEBUNG - Dia­na Birk

Be­ob­ach­tung des Sau­er­stoff­ge­halts soll künf­tig Fisch­ster­ben ver­hin­dern.

Stuttgart. Der Schock An­fang Sep­tem­ber war groß: Fi­sche, Schild­krö­ten und Kreb­se im Ma­xEyth-See star­ben, vie­le auf der Flucht aus dem Was­ser an Land. Jetzt ga­ben Ober­bür­ger­meis­ter Fritz Kuhn (Grü­ne), Tech­nik-Bür­ger­meis­ter Dirk Thürnau (SPD) und Um­welt­bür­ger­meis­ter Pe­ter Pät­zold (Grü­ne) be­kannt, wie die Was­ser­qua­li­tät des künst­lich an­ge­leg­ten Sees ver­bes­sert wer­den kann.

Pät­zold sag­te, 2019 sei der zweit­hei­ßes­te Som­mer seit Auf­zeich­nungs­be­ginn ge­we­sen. „Die Hit­ze führ­te da­zu, dass Was­ser­pflan­zen am Grund des Sees star­ben und ver­wes­ten. Dies ent­zog dem Was­ser viel Sau­er­s­to”. In Kom­bi­na­ti­on mit dem Al­gen­vor­kom­men wur­de die Sau­er­s­to”knapp­heit ver­stärkt“, er­läu­ter­te Pät­zold. Der Sau­er­s­to”ge­halt sei in ei­ner Nacht un­ter vier Mil­li­gramm pro Li­ter ge­fal­len.

Zu­dem sei der See ein recht „kom­pli­zier­tes Ge­wäs­ser“, mein­te Thürnau. Sol­che Phä­no­me­ne trä­ten aber auch in na­tür­li­chen Ge­wäs­sern wie dem Bo­den­see auf. Den Sau­er­s­to”man­gel ganz zu ver­mei­den, sei kaum mög­lich. Ziel sei nun, kurz- und lang­fris­ti­ge Lö­sun­gen zu rea­li­sie­ren, die die Wahr­schein­lich­keit ei­nes er­neut zu nied­ri­gen Sau­er­s­to”ge­halts ver­rin­gern.

Ei­ni­ges da­von soll laut OB Kuhn im Früh­jahr um­ge­setzt wer­den. „Was kurz­fris­tig hilft, ist ein ge­naue­res Mo­ni­to­ring durch die Stadt, so­dass die früh­zei­ti­ge Er­ken­nung ei­ner Sau­er­s­to”knapp­heit mög­lich wird.“Län­ger­fris­tig soll ver­sucht wer­den, mehr Was­ser in den See zu be­kom­men und es auch wie­der ab­zu­pum­pen. Durch die da­mit ent­ste­hen­de Be­we­gung kön­ne der Sau­er­s­to”ge­halt auf­recht­er­hal­ten wer­den. Das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren sol­le so schnell wie mög­lich be­gin­nen.

Für Stuttgart sei der See sehr wich­tig, be­ton­te der OB. Auch ihm lie­gen das Ge­wäs­ser und das um­ge­ben­de Frei­zeit­ge­biet am Her­zen. „Das Pro­blem schnellst­mög­lich an­zu­ge­hen, hat für die Stadt höchs­te Prio­ri­tät. Mein Ziel ist es die viel­fäl­ti­ge Nut­zung des Sees auf­recht­zu­er­hal­ten.“Dies sei wich­tig für Na­tur, Men­schen und Fi­sche­rei.

Die Stadt will den See nun über­wa­chen, um früh­zei­tig ei­ne Sau­er­s­to knapp­heit zu er­ken­nen.

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