Mil­li­ar­den für das Kli­ma

Haller Tagblatt - - THEMEN DES TAGES / POLITIK - Die­ter Kel­ler

Die schwar­ze Null, al­so ein Bun­des­haus­halt oh­ne neue Schul­den, ist durch das Kli­ma­pa­ket nicht in Ge­fahr, ob­wohl al­lein bis 2023 über 54 Mil­li­ar­den Eu­ro be­wegt wer­den sol­len, be­ton­te Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU). Dies sei „auch ei­ne Art Ge­ne­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit“. Die so­li­de Fi­nanz­po­li­tik wer­de bei­be­hal­ten, er­gänz­te Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD). Bis 2030 soll­ten Mit­tel „in drei­stel­li­ger Mil­li­ar­den­hö­he für den Kli­ma­schutz und die Ener­gie­wen­de be­reit­ge­stellt wer­den“, heißt es im Eck­punk­te­pa­pier. Ge­naue­re An­ga­ben woll­ten Mer­kel und Scholz nicht ma­chen; das hän­ge auch von der wei­te­ren Ent­wick­lung ab. Die Pla­nun­gen bis 2023 sind da­ge­gen ge­nau auf­ge­schlüs­selt. Da­nach wer­den al­lein im nächs­ten Jahr rund neun Mil­li­ar­den Eu­ro be­wegt. Dies steigt bis 2023 schritt­wei­se auf 16,5 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Haupt­ein­nah­me­quel­le sind die CO2-Zer­ti­fi­ka­te. 2021 sol­len sie 3,6 Mil­li­ar­den Eu­ro brin­gen, 2023 be­reits 8,3 Mil­li­ar­den. Das Geld fließt in den Ener­gie- und Kli­ma­fonds, der das „zen­tra­le Fi­nan­zie­rungs­in­stru­ment“bleibt. In ihn wan­dern schon seit 2013 die Er­lö­se aus dem CO2-Zer­ti­fi­ka­te­han­del mit der Groß­in­dus­trie, der wei­ter­geht. Der­zeit ist der Topf mit et­wa sechs Mil­li­ar­den Eu­ro ge­füllt. Das rei­che als Pu¨er, um den Start zu fi­nan­zie­ren, be­ton­te Scholz. Er muss zu­dem in den nächs­ten vier Jah­ren rund 3,6 Mil­li­ar­den Eu­ro aus dem Bun­des­haus­halt zu­schie­ßen.

Al­le An­ga­ben un­ter Vor­be­halt

Man­che Maß­nah­men sind di­rekt mit­ein­an­der ver­knüpft. So soll die Sen­kung der Mehr­wert­steu­er auf Bahn­fahr­kar­ten im Fern­ver­kehr 2023 et­wa 280 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten. Dies soll die Er­hö­hung der Luft­ver­kehr­steu­er aus­glei­chen, die der­zeit et­wa vier­mal so viel bringt. Auf der Aus­ga­ben­sei­te wird wohl die Ent­las­tung bei der EEG-Um­la­ge am teu­ers­ten, für die 2023 rund 2,2 Mil­li­ar­den ein­ge­plant sind.

Al­le Aus­sa­gen kann Scholz al­ler­dings nur un­ter Vor­be­halt ma­chen. Denn den Ge­set­zen muss nicht nur der Bun­des­tag zu­stim­men, son­dern auch der Bun­des­rat. Da ha­ben Uni­on und SPD al­lein kei­ne Mehr­heit. Sie sind auf die Un­ter­stüt­zung von Lan­des­re­gie­run­gen an­ge­wie­sen, an de­nen Grü­ne und FDP be­tei­ligt sind. Sie dürf­ten ein er­heb­li­ches Wort mit­re­den.

Foto: Chris­toph So­eder/dpa

Er muss die Kas­se ö nen: Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD).

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