Ra­di­ka­li­tät und Rea­li­tät

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Ro­land Mu­schel zur La­ge der Grü­nen im Süd­wes­ten

Das All­zeit­hoch in den Um­fra­gen be­flü­gelt Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann und sei­ne Grü­nen. Es er­höht zu­gleich die Er­war­tungs­hal­tung. Zu den 38 Pro­zent, die die De­mo­sko­pen er­ho­ben ha­ben, tra­gen gro­ße Tei­le der Fri­days-For-Fu­ture-Be­we­gung bei. Sie for­dern ra­di­ka­le Schrit­te zum Kli­ma­schutz. Kret­sch­mann ver­sucht, dem ver­bal ge­recht zu wer­den.

Aber die Fra­gen, was die Grü­nen im Land an Er­fol­gen beim Kli­ma­schutz vor­wei­sen kön­nen, wer­den drän­gen­der. Ra­di­ka­le Re­den und die Rea­li­tät des Re­gie­rungs­han­delns pas­sen nur be­dingt zu­ein­an­der.

Das liegt am Ko­ali­ti­ons­part­ner. Die CDU wird et­wa den grü­nen Par­tei­tags­be­schluss, den Au­to­ver­kehr in den Städ­ten bis 2030 um die Hälf­te zu re­du­zie­ren, ab­leh­nen. Aber nicht nur sie. Zu den 38 Pro­zent tra­gen auch die Wäh­ler bei, die Kret­sch­manns kon­ser­va­ti­ven Kurs be­für­wor­ten, nicht ra­di­ka­le Lösungen. Die Grü­nen ha­ben in den nun er­reich­ten Um­fra­ge­hö­hen das Pro­blem, das die klas­si­schen Volks­par­tei­en längst er­eilt hat: den Span­nungs­bo­gen zwi­schen den un­ter­schied­li­chen Po­len in ei­ner zu­neh­mend frag­men­tier­ten Ge­sell­schaft auf­recht­zu­er­hal­ten.

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