Ent­schei­dungs­hil­fe in zwei St­un­den

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Eli­sa­beth Schwei­kert

Büh­ler­tann. In­for­ma­tiv und kurz­wei­lig ver­läuft die Po­di­ums­dis­kus­si­on zur Bür­ger­meis­ter­wahl in Büh­ler­tann. Vier Be­wer­ber las­sen sich von Mar­cus Haas auf den Zahn füh­len.

Rund 700 Bür­ger ver­fol­gen in der Büh­ler­talhal­le die Po­di­ums­dis­kus­si­on im Vor­feld der Bür­ger­meis­ter­wahl. Vier Kan­di­da­ten stel­len sich den Fra­gen von Mo­de­ra­tor Mar­cus Haas.

Die zwei St­un­den ver­ge­hen im Nu. Rund 700 Bür­ger ver­fol­gen am Frei­tag­abend das HT-Wahl­fo­rum in der Büh­ler­talhal­le, bei dem Chef­re­dak­teur Mar­cus Haas mit den Kan­di­da­ten über Kom­mu­nal­po­li­ti­sches spricht, aber auch mit Fra­ge-Ant­wort-Spie­len aus­lo­tet, wie wit­zig und schlag­fer­tig, wie sou­ve­rän und kom­pe­tent die Be­wer­ber sind. Man­ches Mal gibt es et­was zu La­chen.

Et­wa wenn Chris­ti­an

Hock den be­ru­hi­gen­den

Aspekt beim Ge­schirr-Ab­trock­nen lobt, Flo­ri­an Fal­len­bü­chel aber lie­ber des­we­gen spült, „weil ich da frü­her fer­tig bin“.

In ei­ner Wo­che, am 29. September, sind die Büh­ler­tan­ner auf­ge­ru­fen, ei­nen Nach­fol­ger für Michael Dam­ba­cher zu wäh­len. Er ar­bei­tet seit gut 60 Ta­gen als Ober­bür­ger­meis­ter in Ell­wan­gen

(sie­he Sei­te 18). Fünf Män­ner ste­hen zur Wahl, vier von ih­nen sind be­reit, sich auf das Aben­teu­er Po­di­ums­dis­kus­si­on ein­zu­las­sen: Flo­ri­an Fal­len­bü­chel, Klaus Flo­e­gel, Chris­ti­an Hock und Michael Trim­born.

Zwei Fa­vo­ri­ten

Zwei Män­ner sind die Fa­vo­ri­ten, wird durch Bei­fall und Fra­gen deut­lich: Der 38-jäh­ri­ge Ver­wal­tungs­wirt Fal­len­bü­chel punk­tet mit ke­ckem Witz und gro­ßer Sach­kennt­nis bei Ge­mein­de­struk­tur und den dis­ku­tier­ten Vor­ha­ben. Der 45-jäh­ri­ge An­walt Hock, der in Büh­ler­tann auf­ge­wach­sen ist, zeigt sich be­son­nen, kom­pe­tent im Kom­mu­nal­recht und hat gu­te Orts­kennt­nis.

Das wich­tigs­te The­ma vom Kom­mu­nal­wahl­kampf im Mai do­mi­niert auch den Bür­ger­meis­ter­wahl­kampf: Die Orts­kern­sa­nie­rung und die Fra­ge, wo der Om­nis­bus­bahn­hof an­ge­legt wer­den soll, wo das Ärz­te­haus ste­hen soll. Noch vom al­ten Ge­mein­de­rat und un­ter Lei­tung von Michael Dam­ba­cher ist der da­für nö­ti­ge Be­bau­ungs­plan Orts­mit­te Ost be­schlos­sen wor­den. Seit dem Früh­jahr wird nun wie­der grund­sätz­lich dis­ku­tiert: Ist ei­ne Bus­hal­te­stel­le in die­ser Grö­ße nö­tig? Ist es sinn­voll da­für das noch in­tak­te Ge­bäu­de der Büh­ler­tal-Bank ab­zu­rei­ßen? Wä­re das al­les nicht bil­li­ger an an­de­rer Stel­le mach­bar?

Wenn wäh­rend der Haupt­ver­kehrs­zeit meh­re­re Bus­se gleich­zei­tig an der Bus­hal­te­stel­le kreu­zen, blo­ckie­re das den Ver­kehr, schil­dert Michael Trim­born die der­zei­ti­ge La­ge. Er wür­de ver­su­chen, die Bus­hal­te­stel­le ins Was­ser­schutz­ge­biet zu ver­la­gern. Dort sol­le der Damm ver­stärkt, der Ver­kehr im Kreis ge­führt wer­den. „Dort­hin, wo das Was­ser­wirt­schafts­amt sagt: Das dürft ihr nicht?“, fragt Mo­de­ra­tor Haas nach.

Haupt­sa­che ein Arzt im Ort

Wich­tig ist für Flo­ri­an Fal­len­bü­chel, dass im Ort ein Me­di­zi­ner er­hal­ten bleibt – egal ob in ei­nem me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­trum, bei dem ein Arzt von der Ge­mein­de an­ge­stellt ist oder in ei­nem Ärz­te­haus, in dem Me­di­zi­ner selbst­stän­dig ar­bei­ten. Chris­ti­an Hock geht auf die Dis­kus­si­on zum Er­halt des Bank­ge­bäu­des ein. Der Ge­mein­de­rat ha­be be­schlos­sen, das Ge­bäu­de für 880 000 Eu­ro zu kau­fen, Zu­schüs­se wür­den in Hö­he von 440 000 Eu­ro flie­ßen, in­for­miert er das Pu­bli­kum. Hock ist der Au¬as­sung, dass die Sa­che noch­mals auf den Tisch kom­men und dis­ku­tiert wer­den soll.

Da­ge­gen plä­diert Flo­e­gel da­für, das Bank­ge­bäu­de wie ge­plant ab­zu­rei­ßen. Ein Um­bau kä­me teu­rer. Auf kon­kre­te Nach­fra­ge, wer für ein Ärz­te­haus ist, stre­cken al­le vier die Hän­de – Chris­ti­an Hock ver­zö­gert.

Für den Bau des Ärz­te­hau­ses am bis­her vor­ge­se­he­nen Stand­ort vo­tie­ren Trim­born und Flo­e­gel. Al­le vier Be­wer­ber möch­ten die Bus­hal­te­stel­le weg vom bis­he­ri­gen Stand­ort am Stern­en­eck ver­le­gen. Auf die Fra­ge, wer für die Um­set­zung des un­ter Dam­ba­cher be­schlos­se­nen Vor­ge­hens ist, zau­dern die Be­wer­ber. Fal­len­bü­chel sagt, das las­se sich nicht mit Ja oder Nein be­ant­wor­ten, die Sa­che müs­se noch­mals mit den Bür­gern be­spro­chen wer­den. Zu­dem sol­le ge­prüft wer­den, ob es wei­te­re Al­ter­na­ti­ven gibt. Auch Chris­ti­an Hock ver­tritt die­se Auf­fas­sung. „Es müss­ten noch­mals Al­ter­na­tiv­stand­or­te ge­prüft wer­den. „Auch beim Was­ser­schutz sind Aus­nah­men mög­lich“, sagt der Ju­rist.

Ler­chen brem­sen Wachs­tum

Ein Är­ger­nis für et­li­che Büh­ler­tan­ner: War­um geht es mit dem Ge­wer­be­ge­biet Hag nicht wei­ter? Wie Flo­ri­an Fal­len­bü­chel in­for­miert, liegt es am Vor­kom­men der Feld­ler­che. Die Ge­mein­de brau­che Aus­gleichs­flä­che, um den Weg­fall der Brut­stät­ten der ge­schütz­ten Art zu kom­pen­sie­ren. Die­se feh­le. Auch beim Bau­ge­biet Lich­se sei dies der Fall. Des­halb, so Fal­len­bü­chel, sei er für ei­ne etap­pen­wei­se Er­schlie­ßung. „Dann wä­ren die Aus­gleichs­flä­chen nicht so groß.“Chris­ti­an Hock regt an, ob nicht Land­wir­te über die Be­wirt­schaf­tung ih­rer Fel­der mit so­ge­nann­ten Ler­chen­fens­tern für Aus­gleich sor­gen kön­nen.

Mehr Fotos des HT-Wahl­fo­rums in der Büh­ler­talhal­le auf www.swp.de/sha

Foto: Chris­ti­an Rie­ger

Beim HT-Wahl­fo­rum in der Büh­ler­talhal­le mo­de­riert Chef­re­dak­teur Mar­cus Haas. Um das Amt des Bür­ger­meis­ters in Büh­ler­tann be­wer­ben sich (von links): Chris­ti­an Hock, Klaus Flo­e­gel, Michael Trim­born und Flo­ri­an Fal­len­bü­chel. Be­wer­ber Ro­land An­ton Kro­jer hat die Teil­nah­me an der Po­di­ums­dis­kus­si­on ab­ge­sagt. Die Wahl …ndet am kom­men­den Sonn­tag, 29. September, statt.

Cir­ca 700 Bür­ger ver­fol­gen die Ver­an­stal­tung in der Büh­ler­talhal­le.

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