Strom­preis er­reicht neu­es Re­kord­hoch

Ener­gie Die Ver­brau­cher in Deutsch­land müs­sen für die Ver­sor­gung mit Elek­tri­zi­tät tie­fer in die Ta­sche grei­fen. Auch die Be­zie­her von Gas be­zah­len mehr.

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E -

Strom war für die Pri­vat­haus­hal­te in Deutsch­land noch nie so teu­er wie in die­sem Jahr. Erst­mals muss­ten sie nach Be­rech­nun­gen der Bun­des­netz­agen­tur im Durch­schnitt mehr als 30 Cent pro Ki­lo­watt­stun­de be­zah­len. Für den Stich­tag 1. April er­mit­tel­te die Be­hör­de ei­nen Durch­schnitts­preis von 30,85 Cent je Ki­lo­watt­stun­de. Das war fast ein Cent mehr als zum glei­chen Zeit­punkt des ver­gan­ge­nen Jah­res, wie aus Zah­len für den neu­en Mo­ni­to­ring­be­richt der Bun­des­netz­agen­tur her­vor­geht. Der Preis­an­stieg um fast 3,3 Pro­zent ist der stärks­te der ver­gan­ge­nen Jah­re. Am 1. April 2018 hat­te der Durch­schnitts­preis für ei­ne Ki­lo­watt­stun­de 29,88 Cent be­tra­gen. Auch in den Jah­ren zu­vor hat­te er mit 29,86 Cent (2017) und 29,80 Cent (2016) auf die­sem Ni­veau ge­le­gen.

Preis­trei­ber wa­ren die von den Lie­fe­ran­ten be­ein­fluss­ba­ren Kos­ten, die et­wa ein Vier­tel des Strom­prei­ses aus­ma­chen. Auf den Strom­rech­nun­gen stieg der An­teil für Be­scha©ung, Ver­trieb und die Han­dels­span­ne der Ver­sor­ger um 0,91 Cent auf 7,61 Cent je Ki­lo­watt­stun­de. Das ist ein Plus von rund 13,6 Pro­zent. Da­mit schlug vor al­lem der An­stieg der Groß­han­dels­prei­se auf die pri­va­ten Strom­rech­nun­gen durch. Ver­brau­cher­schüt­zer kri­ti­sie­ren, dass die Lie­fe­ran­ten An­stie­ge an der Strom­bör­se deut­lich schnel­ler wei­ter­ge­ben als fal­len­de Prei­se.

Die Groß­han­dels­prei­se könn­ten wei­ter stei­gen, heißt es beim größ­ten deut­schen Strom­er­zeu­ger RWE. Grund da­für sei die Still­le­gung wei­te­rer Kraft­wer­ke im Zu­ge der Ener­gie­wen­de und der Atom­aus­stieg.

Der größ­te Block auf der Strom­rech­nung sind aber Steu­ern, Ab­ga­ben und Um­la­gen, auf die mehr als die Hälf­te des ge­sam­ten Prei­ses ent­fal­len. Sie blie­ben 2019 mit 16,02 Cent (2018: 15,99 Cent) pro Ki­lo­watt­stun­de na­he­zu sta­bil.

Erst­mals seit 2014 wur­de auch Gas für Haus­halts­kun­den teu­rer. Der Durch­schnitts­preis je Ki­lo­watt­stun­de stieg um fast 4,5 Pro­zent auf 6,34 Cent. Laut Ver­gleich­spor­tal Ve­ri­vox kün­di­gen be­reits 40 ört­li­che Ver­sor­ger für September, Ok­to­ber und No­vem­ber Er­hö­hun­gen an.

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