Ils­hofen bringt sich selbst um den Lohn

Bis­sin­gen setzt sich mit 3:1 beim Ober­li­gis­ten durch. Die Gäs­te pro­fi­tie­ren da­bei von in­di­vi­du­el­len Feh­lern der Haus­her­ren, die ein gu­tes Spiel ab­sol­vie­ren.

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Hart­mut Ruf­fer

Ils­hofen. Der Fuß­ball-Ober­li­gist TSV Ils­hofen ver­liert ge­gen den FSV Bis­sin­gen mit 1:3. Die Ge­gen­to­re fal­len da­bei nach in­di­vi­du­el­len Feh­lern der Gast­ge­ber.

Nach dem Schluss­p­fi¥ san­ken vie­le Ils­hofe­ner zu Bo­den. Der Grund da­für war pu­re Ent­täu­schung. Ge­gen den FSV Bis­sin­gen hat­ten sie ihr bis da­hin viel­leicht bes­tes Heim­spiel be­strit­ten, stan­den aber mit lee­ren Hän­den da, weil sie die Gäs­te zu den To­ren förm­lich ein­lu­den. Bis­sin­gens Trai­ner Al­fon­so Gar­cia sprach von ei­nem ver­dien­ten Sieg sei­ner Mann­schaft, lob­te aber zu­gleich die Gast­ge­ber: „Vie­le Mann­schaf­ten wer­den nicht in Ils­hofen ge­win­nen.“

TSV-Trai­ner Michael Hos­kins for­mu­lier­te es spä­ter so: „Es tut un­glaub­lich weh, aber frus­triert bin ich nicht. Das wä­re ich, wenn der Geg­ner uns her­ge­spielt hät­te.“Das ta­ten die Bis­sin­ger bei wei­tem nicht. Lan­ge Zeit agier­te der TSV Ils­hofen gut. In der An­fangs­pha­se war er so­gar bes­ser. Da fehl­te bei den Chan­cen von Ba­ba Mbo­dji und Ma­xi­mi­li­an Eg­ner die letz­te Kon­se­quenz oder das Quänt­chen Glück.

„Drauf­ge­hen, im­mer!“

Das wie­der­um hat­ten die Haus­her­ren, als Ric­car­do Gorgo­glio­ne den Pfos­ten traf. Ka­rel No­wak wä­re chan­cen­los ge­we­sen. Der Ils­hofe­ner Tor­hü­ter agier­te, wie man ihn kennt: Er spiel­te mit. Das wie­der­um wuss­ten die Gäs­te. „Ich ha­be mei­nen Jungs im­mer wie­der ge­sagt: Drauf­ge­hen, im­mer!“mein­te Al­fon­so Gar­cia. Sei­ne Spie­ler ta­ten das. Bis zur 57. Mi­nu­te pas­sier­te da­bei nichts, dann war Alex­an­der Götz sehr schnell bei No­wak. Der konn­te den Ball nicht weg­schla­gen, Götz nahm ihm die­sen ab und schob ihn ins lee­re Tor. No­wak konn­te es nicht fas­sen, war aber sie­ben Mi­nu­ten spä­ter deut­lich er­leich­tert. Sta­ni Berg­heim, der bis da­hin kaum Bin­dung ans Spiel hat­te, schloss ei­ne Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem fla­chen Schuss ins Eck ab.

Doch kei­ne 120 Se­kun­den spä­ter folg­te der nächs­te in­di­vi­du­el­le Feh­ler der Ils­hofe­ner. Ti­mo Bren­ner, knapp 20 Mi­nu­ten zu­vor für den am Kopf ver­letz­ten Ka­pi­tän Ma­xi­mi­li­an Eg­ner ein­ge­wech­selt, ver­lor ge­gen Götz den Ball. Der lief noch ein paar Me­ter und schoss aus 18 Me­tern. Ba­ba Mbo­dji grätsch­te noch hin­ein. Von des­sen Bein nahm der Ball ei­ne leicht krum­me Flug­bahn und senk­te sich ex­akt ne­ben den rech­ten Pfos­ten.

Acht Mi­nu­ten vor dem En­de glaub­ten ei­ni­ge Ils­hofe­ner den Ball im Aus zu se­hen, doch das Spiel lief wei­ter. „Ich wuss­te ja noch, dass Ka­rel im­mer weit auf­rückt und ha­be es ein­fach pro­biert“, mein­te der Ex-Ils­hofe­ner Da­ni­el Schmelz­le. Aus 45 Me­tern fast von der Sei­ten­aus­li­nie gab er dem Ball ei­ne sol­che Wucht und Flug­kur­ve mit, dass No­wak chan­cen­los war. „Über­ra­gend“ha­be Schmelz­le das ge­macht, mein­te Gar­cia. Die Ils­hofe­ner, die nach dem 1:2 noch ei­ne gu­te Chan­ce durch Berg­heim zum er­neu­ten Aus­gleich hat­ten, er­ga­ben sich ih­rem Schick­sal. Sie hat­ten stark ge­spielt, sich aber selbst um den mög­li­chen Lohn ge­bracht.

Michael Hos­kins re­sü­mier­te: „Wir woll­ten heu­te o¥en­si­ver agie­ren, auch auf die Ge­fahr hin, Feh­ler zu ma­chen. Ent­schei­dend ist, dass wir aus die­sen Feh­lern ler­nen – und sie nicht wie­der­ho­len.“

Foto: Hart­mut Ru er

Spie­ler­trau­be im Bis­sin­ger Straf­raum. FSV-Tor­wart Sven Burk­hardt kommt an den Ball, wird ihn aber erst kurz dar­auf un­ter Kon­trol­le be­kom­men.

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