Von Afri­ka nach Afri­ka

Haller Tagblatt - - THEMEN DES TAGES / POLITIK -

Un­ter den Her­kunfts­län­dern der Flücht­lin­ge, die in Grie­chen­land Asyl be­an­tra­gen, ste­hen nach Af­gha­nen und Sy­rern schon an drit­ter Stel­le Flücht­lin­ge aus der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go. Nach In­for­ma­tio­nen des UNFlücht­lings­wer­kes UNHCR ka­men von dort bis zum 31. Au­gust die­ses Jah­res 9,5 Pro­zent al­ler in Grie­chen­land an­ge­kom­me­nen Flücht­lin­ge.

Flucht­grün­de gibt es in dem 90-Mil­lio­nen-Ein­woh­ner-Land Kon­go hin­rei­chend. Vor al­lem im Os­ten des Lan­des wü­ten Ebo­la und be­wa ne­te Ban­den. Al­lein in die­sem Jahr sind 2000 Men­schen an Ebo­la ge­stor­ben und eben­so vie­le bei den Kämp­fen ums Le­ben ge­kom­men.

Wenn der Trend sich fort­setzt, könn­ten bis En­de des Jah­res deut­lich mehr Kon­go­le­sen Eu­ro­pa er­rei­chen als im ver­gan­ge­nen Jahr. Al­ler­dings sind die ab­so­lu­ten Zah­len ver­gleichs­wei­se klein. 2018 wa­ren es 1800, in die­sem Jahr bis zum 31. Au­gust 2242. Zum Ver­gleich: Rund 4,5 Mil­lio­nen Men­schen sind im ei­ge­nen Land auf der Flucht. Das Öku­me­ni­sche Netz Zen­tral­afri­ka ver­weist dar­auf, dass au­ßer­dem al­lein in Ugan­da 380 000 Flücht­lin­ge aus dem Kon­go Auf­nah­me ge­fun­den ha­ben. 900 000 flüch­te­ten ins­ge­samt in Nach­bar­län­der. Dop­pelt so vie­le wa­ren es im Jahr zu­vor.

Ma­rie d’Ar­gen­tré, Pro­gramm­ko­or­di­na­to­rin der Welt­hun­ger­hil­fe im ost­kon­go­le­si­schen Go­ma, ver­weist auf die schwie­ri­ge La­ge der Bin­nen­flücht­lin­ge: „Laut Uno ist die Fi­nan­zie­rung der hu­ma­ni­tä­ren Hil­fe nur zu 21 Pro­zent ge­si­chert. Seit Jah­ren ge­hört der Kon­go zu den fünf schlimms­ten Kri­sen­län­dern welt­weit, aber die Fi­nan­zie­rung der hu­ma­ni­tä­ren Hil­fe ist so schlecht wie kaum ir­gend­wo sonst.“Wo­bei sie be­tont, „dass Deutsch­land zu den we­ni­gen Län­dern ge­hört, die ih­ren Bei­trag so­fort ge­leis­tet ha­ben”.

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