Hal­ler Uni­corns ste­hen wie­der im Halb­fi­na­le

Schwäbisch Hall be­siegt im Play­off-Vier­tel­fi­na­le die Ber­lin Re­bels mit 45:24. Zwi­schen­durch hat der am­tie­ren­de Deut­sche Meis­ter sei­ne Schwie­rig­kei­ten mit dem Vier­ten der GFL Nord.

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Hart­mut Ruf­fer

Zwi­schen­zeit­lich ha­ben die Foot­bal­ler der Hal­ler Uni­corns ih­re Pro­ble­me mit den Ber­lin Re­bels, doch am En­de zie­hen sie – wie auf dem Bild Na­te Ro­bitail­le – ih­rem Vier­tel­fi­nal­geg­ner da­von und set­zen sich mit 45:24 durch. Im Halb­fi­na­le um die deut­sche Meis­ter­schaft tref­fen sie wie im Vor­jahr auf die Dres­den Mon­archs, die vom Hal­ler Ulz Däu­ber ge­coacht wer­den.

Drei­mal ka­men die Ber­lin Re­bels in den Op­ti­ma-Sport­park, drei­mal sieg­ten die Gast­ge­ber. das 45:24 war so­gar der bis­lang deut­lichs­te Er­folg der Schwäbisch Hall Uni­corns über die Haupt­städ­ter. Doch auch wenn das Er­geb­nis deut­lich aus­sieht, war es das Spiel lan­ge Zeit nicht. Wi­de Re­cei­ver Au­ri­eus Adeg­be­san fass­te das Spiel trešend zu­sam­men. „Wir ha­ben uns selbst un­ter Stress ge­setzt.“Ein Zeit­lang konn­ten die Uni­corns da­mit nur sehr schwer um­ge­hen. Dann aber fan­den sie wie­der in ihr Spiel und zeig­ten, dass sie letzt­lich eben doch ei­ne Klas­se bes­ser sind als die Re­bels. Mit dem 49. Sieg in Se­rie er­reich­ten die Schwäbisch Hall Uni­corns das Halb­fi­na­le.

Andre­as Betza, der fran­zö­si­sche Run­ningback der Re­bels, war wie­der mal nicht zu stop­pen und lief mit dem Ball in die End­zo­ne. Die Re­bels ju­beln, sie ha­ben das 21:20 er­zielt, nur noch ei­nen Punkt vom Fa­vo­ri­ten ent­fernt – dach­ten sie. „Doch die Schieds­rich­ter hat­ten ei­nen „chop block“ge­se­hen. Da­bei wird ein Spie­ler von zwei Geg­ner at­ta­ckiert, von ei­nem ober­halb, vom an­de­ren un­ter­halb der Gür­tel­li­nie. Weil die Ver­let­zungs­ge­fahr da­bei sehr groß ist, ist das ver­bo­ten. Zwei Ber­li­ner hat­ten ei­nen Hal­ler Ver­tei­di­ger so drang­sa­liert und da­mit den Touch­down zu­nich­te ge­macht. Statt des mög­li­chen Aus­gleichs ge­lang den Ber­li­nern kurz dar­auf nur ein Fiel­d­goal zum 21:17, die Hal­ler blie­ben in Front und soll­ten im An­schluss den Ber­li­nern kaum noch Luft zum At­men ge­ben.

Ein „hu­ge call“, ei­ne wich­ti­ge Ent­schei­dung der Schieds­rich­ter, nann­te Uni­corns-He­ad­coach Jor­dan Ne­u­man im Nach­gang die­se Sze­ne. Zu die­sem Zeit­punkt hat­ten die Ber­li­ner das Mo­men­tum auf ih­rer Sei­te. Al­ler­dings we­ni­ger da­durch, dass sie selbst her­vor­ra­gend spiel­ten – das ta­ten sie or­dent­lich bis gut –, son­dern weil die Uni­corns sich nach dem re­la­tiv schnel­len 14:0 zahl­rei­che Feh­ler leis­te­ten, die sie sonst nicht ma­chen. Gleich drei­mal fa­bri­zier­ten sie ei­nen Wech­sel­feh­ler, ein­mal da­von nach ei­ner Aus­zeit, was sehr un­ge­wöhn­lich ist.

Un­nö­ti­ge Ball­ver­lus­te

„Wir woll­ten es in ei­ni­gen Si­tua­ti­on zu gut ma­chen“, mein­te Jor­dan Ne­u­man. De­vin Ben­ton, De­fen­si­ve Tack­le er­gänz­te: „Auf dem Spiel­feld wa­ren es meist nur klei­ne Feh­ler, die wir ge­macht ha­ben, aber da­durch ha­ben wir uns selbst aus dem Tritt ge­bracht.“Ein miss­lun­ge­ner Tack­le hier, ei­ne klei­ne Ab­stim­mungs­schwä­che dort und un­nö­ti­ge Ball­ver­lus­te. Ber­lin nahm al­les dan­kend an.

Das ist die ei­ne Sei­te des Spiels, wes­halb das En­d­er­geb­nis ge­fühlt deut­li­cher aus­sieht, als es das Spiel war. An­de­rer­seits de­mons­trier­ten die Schwäbisch Hall Uni­corns ih­re Stär­ken zu Be­ginn des Spiels und ab Mit­te des drit­ten Vier­tels. Die De­fen­se war auf­merk­sam und stopp­te re­gel­mä­ßig die An­grišsbe­mü­hun­gen der Ber­li­ner. Sa­fe­ty Goran Zec lie­fer­te ei­ne über­aus star­ke Par­tie. Und die Hal­ler Ošen­se zeig­te sich va­ria­bel. Ja­dri­an Clark fand häu­fig Na­te Ro­bitail­le und Ty­ler Ru­ten­beck. Letz­te­rer fing zwei­mal lan­ge Päs­se un­ter schwie­ri­gen Um­stän­den. Und Na­te Ro­bitail­le war wie so oft ein kaum zu stop­pen­der Wir­bel­wind. Ei­ne Zeit­lang schau­te er zu, doch die Bles­sur war nicht all­zu schlimm.

Doch es wa­ren nicht nur die US-ame­ri­ka­ni­schen Re­cei­ver, die glänz­ten. Au­ri­eus Adeg­be­san und Jos­hua Haas wa­ren eben­so gu­te An­spiel­sta­tio­nen. Die Run­ningbacks Mau­rice Schü­le und Je­ro­me Manye­ma er­lie­fen viel Raum­ge­winn. All das sah sehr flüs­sig aus, die Ber­li­ner hat­ten we­nig ent­ge­gen­zu­set­zen. Auch die Dresd­ner wer­den da­mit im Halb­fi­na­le über­aus ge­for­dert sein.

Foto: Man­fred Löff­ler

Foto: Hart­mut Ru er

Andre­as Betza (wei­ßes Tri­kot) liegt in der Lu . Mit Viel En­ga­ge­ment kön­nen die Schwäbisch Hal­ler den Run­ningback der Re­bels stop­pen.

Foto: Man­fred Lö

Ty­ler Ru­ten­beck auf dem Weg in die End­zo­ne. Im Hin­ter­grund ju­belt be­reits die Hal­ler Te­am­zo­ne.

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