Klan­ga­ben­teu­er mit The­re­min und Was­ser­sti­ch­or­gel

Knapp 13 000 Zu­hö­rer be­su­chen beim Ho­hen­lo­her Kul­tur­som­mer in der Re­gi­on 68 Konzerte.

Haller Tagblatt - - KULTUR - Bet­ti­na Lo­ber

Kün­zel­sau. Mit ei­nem klin­gen­den Schluss­punkt im Klos­ter Schön­tal ist am Sonn­tag die 33. Sai­son des Ho­hen­lo­her Kul­tur­som­mers zu En­de ge­gan­gen. Zeit für Mar­cus Mey­er, Pro­gramm­pla­ner und Ge­schäfts­füh­rer der Kul­tur­stif­tung Ho­hen­lo­he, Bi­lanz zu zie­hen. Er kann ziem­lich zu­frie­den sein: Knapp 13 000 Zu­hö­rer wer­den bei den 68 Kon­zer­ten ge­zählt, die in 34 Städ­ten und Or­ten an 52 un­ter­schied­li­chen Spiel­stät­ten ge­bo­ten sind. Ein leich­tes Plus im Ver­gleich zum Vor­jahr. 21 Mal mel­det der Kul­tur­som­mer-Chef „aus­ver­kauft“. Die durch­schnitt­li­che Aus­las­tung mit 80 Pro­zent bleibt auf ei­nem sta­bi­len Ni­veau.

Das Mu­sik­fest in Wei­kers­heim knüp­fe mit knapp 1550 Gäs­ten an die Zah­len der bei­den Vor­jah­re an, er­klärt Mey­er. Et­wa 2016 sei die Be­su­cher­zahl dort ein­ge­bro­chen, seit­her er­ho­le sich das Mu­sik­fest aber wie­der. Der Kon­zert­tag auf Schloss Schil­lings­fürst ist mit 325 Be­su­chern er­neut aus­ge­bucht. Ne­ben der Tau­ber­phil­har­mo­nie in Wei­kers­heim be­rei­cher­ten heu­er der Schloss­hof in Dörz­bach so­wie die ka­tho­li­sche Kir­che in Oberg­ins­bach die Kul­tur­som­mer-Land­kar­te als neue Spiel­stät­ten.

In der ers­ten Hälf­te ha­be das fast vier Mo­na­te dau­ern­de Fes­ti­val ein biss­chen ge­schwä­chelt, räumt Mey­er ein. Frei­lich im­mer noch auf ei­nem ho­hen Ni­veau – doch zum ers­ten Mal seit Lan­gem war das Erö¦nungs­kon­zert im Rit­ter­saal in Neu­en­stein nicht aus­ver­kauft. Ob dies mit der wach­sen­den Be­deu­tung der Pfingst­fe­ri­en zu­sam­men­hängt? Über die Grün­de kön­ne man nur spe­ku­lie­ren. Im­mer­hin: „In der zwei­ten Hälf­te lief es bes­ser.“Der Trend zum spon­ta­nen Kar­ten­kauf an der Abend­kas­se und zum be­que­men Print-at-ho­me-Ser­vice per In­ter­net setz­te sich je­den­falls wei­ter fort, be­ob­ach­tet Mey­er.

Wäh­rend das jun­ge Up-Bea­tFor­mat et­was we­ni­ger Pu­bli­kum hat­te als 2018, blei­ben Konzerte mit Blech­blä­ser­mu­sik im Pro­gramm un­ge­bro­chen be­liebt. „Al­les, was mit Brass zu tun hat, läuft“, sagt Mey­er. Bei Welt­mu­sik ist das ganz ähn­lich. Für den Pro­gramm­chef ist die Sai­son 2019 aber auch ein „Kul­tur­som­mer der un­ge­wöhn­li­chen In­stru­men­te“. Al­ler­hand Exo­ti­sches ist zu er­le­ben: Das En­sem­ble Vio­la da Sam­ba bringt ein Cla­vichord aus dem 18. Jahr­hun­dert nach Öh­rin­gen. Ca­ro­li­na Eyck ver­blü¦t ih­re Zu­hö­rer mit Lo­ops und ei­nem The­re­min, ei­nem be­rüh­rungs­los zu spie­len­den elek­tro­ni­schen In­stru­ment. Vi­cen­te Pa­tíz lässt ei­ne 42-sai­ti­ge Har­fen­gi­tar­re er­klin­gen. Zu­dem sind in Wei­kers­heim ein Aqua­ri­on und ei­ne Was­ser­sti­ch­or­gel im Ein­satz. Und beim Pro­gramm „Bach in Blue“in Hall steht ei­ne Ham­mond­or­gel A102 im Mit­tel­punkt.

„Im Kern ist der Kul­tur­som­mer ein Kam­mer­mu­sik­fes­ti­val“, be­tont Mey­er. Die Nä­he von Mu­si­kern und Pu­bli­kum ge­hö­re zum Pro­fil. Und längst ist der Ge­schäfts­füh­rer der Kul­tur­stif­tung Ho­hen­lo­he mit den Ge­dan­ken bei der 34. Sai­son, die in der Zeit von 6. Ju­ni bis 27. September 2020 wie­der vie­le in­ter­na­tio­na­le Künst­ler nach Ho­hen­lo­he brin­gen soll. Be­reits zu­ge­sagt ha­ben un­ter an­de­rem die Do­nau-Phil­har­mo­nie Wien, die Gei­ge­rin Rebekka Hart­mann, die Trom­pe­te­rin Ti­ne Thing Hels­eth & Ten Thing, der Kla­ri­net­tist Se­bas­ti­an Manz, die Band Ca­ra, das ar­me­ni­sche Nag­hash-En­sem­ble so­wie das Hen­schel-Quar­tett. Au­ßer­dem schwebt Mey­er vor, zwei Kon­zert­ta­ge zu ver­an­stal­ten: ei­nen in Öh­rin­gen, ei­nen in Hall – mit je­weils drei Kon­zer­ten über den Tag ver­teilt an drei dicht bei­ein­an­der­lie­gen­den Spiel­stät­ten. Mehr ver­ra­te er jetzt aber noch nicht.

Ca­ro­li­na Eyck hat beim Mu­sik­fest in Wei­kers­heim die Zu­hö­rer am The­re­min be­ein­druckt.

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