Daim­ler-Buß­geld spült Mil­lio­nen in Lan­des­haus­halt

Zah­lun­gen der Au­to­in­dus­trie brin­gen Ba­den-Würt­tem­berg ins­ge­samt 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro. Der Kli­ma­schutz soll da­von pro­fi­tie­ren.

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Roland Mu­schel

Die Stutt­gar­ter Daim­ler AG muss an das Land Ba­den-Würt­tem­berg in­fol­ge der Ab­ga­sašäre ein Buß­geld in Hö­he von 870 Mil­lio­nen Eu­ro zah­len. Den ent­spre­chen­den Be­scheid hat die Staats­an­walt­schaft Stutt­gart am Di­ens­tag zu­ge­stellt. Der Kon­zern ver­zich­tet auf die Ein­le­gung von Rechts­mit­teln, da­mit ist das Ver­fah­ren rechts­kräf­tig ab­ge­schlos­sen. Als Grund für den Buß­geld­be­scheid nann­te die Staats­an­walt­schaft ei­ne fahr­läs­si­ge Ver­let­zung der Auf­sichts­pflicht in ei­ner mit der Fahr­zeug­zer­ti­fi­zie­rung be­fass­ten Ab­tei­lung. Die­se ha­be da­zu ge­führt, dass die Die­sel­fahr­zeu­ge Ge­neh­mi­gun­gen er­hiel­ten, ob­wohl der Aus­stoß von Stick­oxi­den bei den Au­tos teil­wei­se nicht den re­gu­la­to­ri­schen An­for­de­run­gen ent­sprach.

Da­mit schöpft das Land in die­sem Jahr ins­ge­samt rund 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro ab, die in­fol­ge pflicht­wid­ri­gen Ver­hal­tens er­wirt­schaf­tet wor­den sind. Por­sche hat be­reits 535 Mil­lio­nen Eu­ro und Bosch 90 Mil­lio­nen Eu­ro an Buß­geld ge­zahlt. Mit ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro hat VW in­fol­ge des Die­selskan­dals die saf­tigs­te Stra­fe auf­ge­brummt be­kom­men, von der das Land Nie­der­sach­sen pro­fi­tiert.

In Ba­den-Würt­tem­berg platzt die Nach­richt von den Daim­ler-Mil­lio­nen mit­ten in die Be­ra­tun­gen der grün-schwar­zen Ko­ali­ti­on über den Dop­pel­haus­halt 2020/21. Bei­de Sei­ten ha­ben sich be­reits an­ge­nä­hert. Die in­ter­ne Dis­sens­lis­te, die der SÜD­WEST PRES­SE vor­liegt, um­fasst aber noch 145 Punk­te und über­steigt die bis­her zu­grun­de ge­leg­ten fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten bei wei­tem.

Grü­ne wie CDU wol­len ei­nen Teil der Daim­ler-Mil­lio­nen für den Kli­ma­schutz ein­set­zen, sie be­vor­zu­gen da­für aber un­ter­schied­li­che In­stru­men­te. Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Andreas Schwarz for­der­te, ei­nen gro­ßen Teil des Gel­des „in ein Son­der­ver­mö­gen“ein­zu­zah­len, „um schnell und ge­zielt in wirk­sa­me Maß­nah­men für den Kli­ma­schutz in­ves­tie­ren zu kön­nen“. Da­ge­gen prä­fe­riert CDU-Spit­zen­kan­di­da­tin Su­san­ne Ei­sen­mann den Ein­stieg in ei­ne Kli­ma­schutz-Stif­tung oder -Fonds. Süd­west­umschau

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