Dro­hun­gen und Freund­schafts­an­ge­bo­te

Haller Tagblatt - - POLITIK - afp

US-Prä­si­dent Trump schlägt mo­de­ra­ten Ton an. Kanz­le­rin Mer­kel trifft Irans Prä­si­den­ten.

New York.

US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat am Di­ens­tag in sei­ner Re­de vor der UN-Voll­ver­samm­lung in New York ei­nen un­ge­wöhn­lich mo­de­ra­ten Ton ge­gen­über Geg­nern und Kon­kur­ren­ten der USA ge­wählt. „Ame­ri­ka ist be­reit, Freund­schaft zu schlie­ßen mit al­len, die auf­rich­tig Frie­den und Re­spekt an­stre­ben“, be­ton­te er. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren war er deut­lich ag­gres­si­ver vor den Ver­ein­ten Na­tio­nen auf­ge­tre­ten.

Trump war ei­ner der ers­ten Red­ner in der Ge­ne­ral­de­bat­te. Wie­der warb er für ei­ne Au­ßen­po­li­tik, die sich an na­tio­na­len In­ter­es­sen ori­en­tiert. „Die Zu­kunft ge­hört Pa­trio­ten“, sag­te er. Wei­se Re­gie­rungs­chefs stell­ten das Wohl­er­ge­hen ih­res ei­ge­nen Lan­des und ih­rer ei­ge­nen Be­völ­ke­rung an ers­te Stel­le. Trump for­der­te ei­ne Re­form des in­ter­na­tio­na­len Han­dels­sys­tem und warf Chi­na er­neut un­fai­res Wirt­schaf­ten vor.

Den Iran be­zich­tig­te er, im Na­hen Os­ten im „Blut­rausch“zu wü­ten und für den An­gri‹ auf Öl­an­la­gen in Sau­di-Ara­bi­en ver­ant­wort­lich zu sein. „So­lan­ge der Iran sein be­droh­li­ches Ver­hal­ten fort­setzt, wer­den die Sank­tio­nen nicht auf­ge­ho­ben. Sie wer­den ver­schärft“, sag­te er und rief an­de­re Staa­ten zu ei­nem har­ten Kurs ge­gen Te­he­ran auf.

Ge­mein­sa­me Er­klä­rung

Auf ei­ne Dro­hung mit Ver­gel­tung für den An­gri‹ auf Sau­di-Ara­bi­en ver­zich­te­te der US-Prä­si­dent aber. Statt­des­sen be­ton­te er: „Vie­le von Ame­ri­kas engs­ten Freun­den heu­te wa­ren einst un­se­re größ­ten Fein­de.“

Wäh­rend Trump ge­gen­über Te­he­ran mo­de­ra­te­re Tö­ne an­schlug, ver­schärf­ten die Eu­ro­pä­er ih­ren Kurs. In ei­ner ge­mein­sa­men Er­klä­rung mach­ten auch Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich den Iran für den Droh­nen­an­gri‹ auf zwei Ra¬ne­ri­en in Sau­di-Ara­bi­en ver­ant­wort­lich.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel kam am Ran­de der Voll­ver­samm­lung über­ra­schend mit Trump zu­sam­men, um über die Golf­kri­se zu re­den. An­schlie­ßend traf sie sich erst­mals auch mit dem ira­ni­schen Prä­si­den­ten Has­san Ru­ha­ni. Mer­kel sprach sich an­schlie­ßend für di­rek­te Ge­sprä­che zwi­schen Trump und Ru­ha­ni aus, ak­zep­tier­te die ira­ni­schen Vor­be­din­gun­gen da­für aber nicht. „Das wird si­cher­lich nicht so funk­tio­nie­ren, dass al­le Sank­tio­nen erst­mal vom Tisch ge­nom­men wer­den und dann gibt es Ge­sprä­che. Ich glau­be, das ist kein rea­lis­ti­scher An­gang“, sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin.

Am zwei­ten Tag der Ge­ne­ral­de­bat­te wird am Mitt­woch Ru­ha­ni re­den. Er hat an­ge­kün­digt, ei­nen Frie­dens­plan für die Golf­re­gi­on vor­stel­len zu wol­len und zu­gleich die Er­klä­rung der Eu­ro­pä­er zu dem Droh­nen­an­gri‹ kri­ti­siert: Die­se sei „auf der Ba­sis grund­lo­ser Un­ter­stel­lun­gen“er­folgt.

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