Nach dem Lauf­trai­ning stellt sich au­to­ma­tisch ein Glücks­ge­fühl ein

Haller Tagblatt - - SERVICE - Von Chris­ti­ne Hof­mann

Nach sechs Mo­na­ten in­ten­si­ven Trai­nings und be­wuss­ter Er­näh­rung sind die Teil­neh­mer der Ak­ti­on jetzt phy­sisch und psy­chisch fit für die 21-Ki­lo­me­ter-Stre­cke. Schon vor dem Start am Sonn­tag in Ulm sind al­le, die mit­ma­chen, Ge­win­ner.

Fit­ter wer­den, et­was für sei­ne Ge­sund­heit tun und ein paar Ki­lo ab­neh­men – das wa­ren für mehr als 300 Men­schen aus dem Land­kreis Schwä­bisch Hall die Haupt­grün­de, bei der Ak­ti­on Lauf geht’s des Ver­lags Süd­west Pres­se Ho­hen­lo­he mit­zu­ma­chen. Sechs Mo­na­te lang ha­ben sie al­ler­meis­tens vier­mal die Wo­che trai­niert – drei Lauf­ein­hei­ten und ein In­ter­vall­trai­ning ab­sol­viert –, sie ha­ben ih­re Er­näh­rung um­ge­stellt, sind vi­ta­ler ge­wor­den und ha­ben an­statt Zu­cker und Koh­le­hy­dra­te die Fett­pols­ter ver­brannt.

Sport­li­cher Er­folg

„316 Läu­fer sind im April ge­star­tet und 92 Pro­zent da­von sind noch ak­tiv da­bei“, be­rich­tet Ver­lags­be­triebs­lei­ter Peer Ley. Von den 289 Teil­neh­mern aus Crails­heim, Gaildorf, Schwä­bisch Hall und Um­ge­bung ha­ben sich 218 für den fi­na­len Lauf an­ge­mel­det: Sie star­ten am Sonn­tag beim Halb­ma­ra­thon in Ulm. Zwölf Teil­neh­mer ha­ben sich für die halb so lan­ge Stre­cke ent­schie­den. Sie be­strei­ten – eben­falls im Ulm – ei­nen Zehn-Ki­lo­me­ter-Lauf.

„Ei­ni­ge Läu­fer ha­ben sich aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den vom Trai­ning ab­ge­mel­det“, be­rich­tet Ley wei­ter, die meis­ten hät­ten Ge­lenk­pro­ble­me im Knie als Grund an­ge­ge­ben. „Ein Grund, früh­zei­tig aus dem Pro­gramm aus­zu­stei­gen, hat mich be­son­ders ge­freut: Ei­ne Teil­neh­me­rin ist schwan­ger ge­wor­den.“

Der sport­li­che Er­folg der Ak­ti­on ist ošen­sicht­lich. Die Lauf-Ein­stei­ger, die in der ers­ten Trai­nings­wo­che mit 40 Mi­nu­ten Wal­king und vier Mi­nu­ten­läu­fen be­gon­nen ha­ben, kön­nen in­zwi­schen zwei St­un­den am Stück lau­fen. Die Hob­by­läu­fer und Wie­der­ein­stei­ger lau­fen in zwei St­un­den na­he­zu die Halb­ma­ra­thon­dis­tanz von 21 Ki­lo­me­tern. Und die ge­üb­ten Läu­fer wer­den den Halb­ma­ra­thon wohl al­le un­ter zwei St­un­den be­wäl­ti­gen. „Das ist ei­ne enor­me Leis­tung“, so Ley.

Es gibt auch phy­si­sche Er­folgs­mel­dun­gen: Die Teil­neh­mer ha­ben durch die Kom­bi­na­ti­on von Be­we­gung und ge­sün­de­rer Er­näh­rung Fett ab- und Mus­keln auf­ge­baut. Bei ei­nem Vor­trag in Wol­perts­hau­sen, bei dem die Läu­fer kürz­lich letz­te In­fos für den gro­ßen Wett­kampf­tag er­hiel­ten, schnell­ten auf die Fra­ge, wer Ge­wicht ver­lo­ren hat, sämt­li­che Hän­de in die Hö­he. Man­che Läu­fer sind bis zu fünf, ei­ni­ge bis zu zehn Ki­lo­gramm leich­ter ge­wor­den. Bei ei­ni­gen we­ni­gen zeigt die Waa­ge so­gar 15 Ki­lo­gramm we­ni­ger an als vor Be­ginn von Lauf geht’s. Peer Ley

Pro­jekt­lei­ter der Ak­ti­on Lauf geht’s

Die Psy­che pro­fi­tiert eben­falls von der vie­len Be­we­gung an der fri­schen Luft. Die Läu­fer füh­len sich fit­ter, sie schla­fen bes­ser und kön­nen manch be­las­ten­den Ge­dan­ken auf der Stre­cke las­sen. Und nach dem Trai­ning stellt sich au­to­ma­tisch ein Glücks­ge­fühl ein.

Be­son­ders er­freu­lich ist, dass ei­ni­ge Teil­neh­mer durch die ge­sün­de­re Le­bens­wei­se, die sie nun seit ei­nem hal­ben Jahr prak­ti­zie­ren, we­ni­ger Me­di­ka­men­te be­nö­ti­gen. So be­rich­te­ten ein­zel­ne Läu­fer, dass sie in­zwi­schen oh­ne blut­druck­sen­ken­de Mit­tel aus­kom­men. An­de­re er­zähl­ten, dass sich ih­re Blut­zu­cker­wer­te deut­lich ver­bes­sert hät­ten.

Der Er­folg der Ak­ti­on hängt aber nicht al­lein vom Trai­nings­und Er­näh­rungs­kon­zept ab, das die For­schungs­grup­pe Dr. Wolf­gang Feil aus Tü­bin­gen ent­wi­ckelt hat. Ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len auch die Be­treu­ung durch er­fah­re­ne Lauf­trai­ner und die Ge­mein­schaft in der Lauf­grup­pe.

Gu­te Stim­mung in der Grup­pe

316 Läu­fer sind im April ge­star­tet und 92 Pro­zent da­von sind noch ak­tiv da­bei.

Beim wö­chent­li­chen Lauft­reš be­wäl­ti­gen die Teil­neh­mer das Pro­gramm ge­mein­sam – egal ob es in Strö­men reg­net, die Son­ne vom Him­mel her­ab­brennt oder ob es schneit. Das schweißt zu­sam­men. „Die Stim­mung in den Lauf­grup­pen ist gut, es ha­ben sich Freund­schaf­ten ge­bil­det und wur­den so­gar schon Grill­fes­te ver­an­stal­tet“, be­rich­tet Peer Ley.

Den Halb­ma­ra­thon wer­den die Teil­neh­mer ge­mein­sam an­ge­hen. Mit Bus­sen geht es am Sonn­tag nach Ulm, wo sich nach ei­nem Warm-up al­le in ih­ren Lauf­geht’s-Shirts auf­stel­len und auf den Start­schuss war­ten. Und im Ziel am Ul­mer Müns­ter wird der Er­folg ge­mein­sam ge­fei­ert.

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