Ver­kehr in der Re­gi­on muss stär­ker ver­netzt sein

Haller Tagblatt - - STUTTGART UND UMGEBUNG - Jür­gen Schmidt

Neue An­for­de­run­gen an die Mo­bi­li­tät trei­ben den Struk­tur­wan­del in der Au­to­in­dus­trie vor­an.

Stutt­gart. Ob Car-Sha­ring, Mit­fahr­netz­wer­ke, E-Scoo­ter- und E-Bi­ke-Ver­mie­tung: Neue Ge­schäfts­mo­del­le und An­ge­bo­te be­rei­chern seit ei­ni­gen Jah­ren Mo­bi­li­täts­kon­zep­te. Sie sol­len auch in Zu­kunft ei­ne grö­ße­re Rol­le spie­len. Andreas Koch vom In­sti­tut für An­ge­wand­te Wirt­schafts­for­schung (IAW) Tü­bin­gen hält die­se Ent­wick­lun­gen für wich­tig, weil sie In­no­va­ti­ons­trei­ber sein kön­nen. Die­se An­ge­bo­te führ­ten ge­gen­wär­tig aber noch ein Ni­schen­da­sein.

In der Re­gi­on Stutt­gart sei­en im Car-Sha­ring 3000 Men­schen be­schäf­tigt, sag­te Koch bei der Vor­stel­lung des Struk­tur­be­rich­tes für die Re­gi­on Stutt­gart. Die Mo­bi­li­täts­dienst­leis­tun­gen so­wie die Trends Elek­tro­mo­bi­li­tät und Au­to­no­mes Fah­ren trie­ben den Struk­tur­wan­del der Au­to­mo­bil­in­dus­trie in der Re­gi­on vor­an. Ein ver­än­der­tes Kon­su­men­ten­ver­hal­ten, wach­sen­de Ver­kehrs­strö­me und ei­ne stren­ge­re Um­welt­ge­setz­ge­bung lie­ßen neue Mo­bi­li­täts­an­ge­bo­te ent­ste­hen.

Der Struk­tur­be­richt wird vom Ver­band Re­gi­on Stutt­gart, der Hand­werks­kam­mer und der IHK so­wie der IG Me­tall her­aus­ge­ge­ben und ist ei­ne Art wirt­schaft­li­che Be­stands­auf­nah­me. Bun­des­weit sei der Be­richt ein­ma­lig, sag­te Wal­ter Rogg, Ge­schäfts­füh­rer der Wirt­schafts­för­de­rung Re­gi­on Stutt­gart (WRS).

Klar ist für die Ver­fas­ser der Stu­die, dass der Ver­kehr in der Re­gi­on künf­tig noch stär­ker ver­netzt wer­den wird und sich öf­fent­li­che und pri­va­te An­ge­bo­te stär­ker als bis­her über­schnei­den wer­den. Um den fal­schen Ein­satz von Res­sour­cen zu ver­mei­den, müss­ten um­fang­rei­che­re Da­ten über das Mo­bi­li­täts­ver­hal­ten der Bür­ger und die be­ste­hen­den An­ge­bo­te er­ho­ben wer­den.

Mo­bi­li­tät aus ei­nem Guss

Die Au­to­ren plä­die­ren zu­dem da­für, ein Mo­bi­li­täts­stra­te­gie für die Re­gi­on zu ent­wi­ckeln, da­mit die Kom­mu­nen bei der Um­set­zung nicht auf sich al­lei­ne ge­stellt sind. „Ziel muss es sein, ei­ne ge­mein­sam ab­ge­stimm­te, be­darfs­ori­en­tier­te An­ge­bots­pla­nung und Qua­li­täts­si­che­rung für ei­ne re­gio­na­le Mo­bi­li­tät aus ei­nem Guss zu er­rei­chen“, heißt es im Struk­tur­be­richt.

Für die jün­ge­re Ver­gan­gen­heit fällt die Ana­ly­se im Struk­tur­be­richt po­si­tiv aus. Seit der Wirt­schafts­kri­se vor zehn Jah­ren ha­be sich das Brut­to­in­lands­pro­dukt in der Re­gi­on um 50 Pro­zent er­höht, sag­te Rogg. Im glei­chen Zei­t­raum sei­en zu­dem über 200 000 neue Jobs ent­stan­den. In die­sem Be­reich se­hen die Wis­sen­schaft­ler noch wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. In der Fach­kräf­te­si­che­rung lie­ge au­ßer­dem ei­ne der wich­tigs­ten Auf­ga­ben.

Leih­sys­te­me, wie zum Bei­spiel für Fahr­rä­der, er­wei­tern das Mo­bi­li­täts­an­ge­bot.

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