Ein Lehr­meis­ter auch für die Ge­gen­wart

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Chris­ti­an Nick

Mit ei­nem Fest­akt er­in­nern sich die Ge­mein­de Kupferzell und die Aka­de­mie an den Agrar­re­for­mer Pfar­rer Jo­hann Fried­rich May­er.

Ei­ne der gro­ßen his­to­ri­schen Per­sön­lich­kei­ten Ho­hen­lo­hes ist am Sams­tag­nach­mit­tag in der Au­la der Kup­fer­zel­ler Aka­de­mie ge­wür­digt wor­den. Zu dem Fest­akt, der gleich­sam den Hö­he­punkt des May­er-Mo­nats mar­kier­te, wa­ren 80 Gäs­te ge­kom­men. Ne­ben Bür­ger­meis­ter Chris­toph Spie­les und Land­rat Mat­thi­as Neth war auch Fried­lin­de Gurr-Hirsch, Staats­se­kre­tä­rin im Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, an­ge­reist.

In ih­ren Gruß­wor­ten zeig­ten sich al­le ei­nig: Pfar­rer May­er war Phil­an­throp wie Weg­be­rei­ter der Mo­der­ne glei­cher­ma­ßen. Wie bei ei­ner Ge­denk­ver­an­stal­tung üb­lich, mach­ten die Red­ner auch ge­schichts­po­li­ti­schen Ge­brauch vom Wir­ken des vor 300 Jah­ren ver­stor­be­nen pro­tes­tan­ti­schen Agrar­re­for­mers, um des­sen Le­ben und Ar­beit mit der ei­ge­nen po­li­ti­schen Agen­da in Ver­bin­dung zu brin­gen.

Schu­le trägt May­ers Na­men

Im Zen­trum stand die Wür­di­gung des­je­ni­gen, nach dem seit 1997 die Kup­fer­zel­ler Schu­le be­nannt ist. Hei­ner Wer­ner, Vor­sit­zen­der der Pfar­rer-May­er-Ge­sell­schaft, ging auf die zen­tra­le Be­deu­tung des Pas­tors für die Ver­bes­se­rung der land­wirt­schaft­li­chen wie le­bens­welt­li­chen Ver­hält­nis­se ein und ver­knüpf­te Na­tur­schutz mit dem Kon­sum re­gio­na­ler Pro­duk­te. Land­rat Mat­thi­as Neth be­ton­te, May­er sei „Ho­hen­lo­her durch und durch“ge­we­sen: nicht nur in Sa­chen Le­bens­art, son­dern auch durch sein Ver­hal­ten und die Fä­hig­keit, mit Bau­ern wie auch mit der Ob­rig­keit glei­cher­ma­ßen auf Au­gen­hö­he zu spre­chen.

Land­rät­li­ches Lob gab es auch für die Or­ga­ni­sa­to­ren, die rund ein Jahr Vor­be­rei­tung für den nun aus­klin­gen­den Fei­er-May­er-Mo­nat in­ves­tiert hat­ten.

Fried­lin­de Gurr-Hirsch gab of­fen zu, dass sie May­er ur­sprüng­lich gar nicht ge­kannt ha­be – nun in­des sei sie sich si­cher, dass eben­die­ser „in ei­ner Rei­he mit Bosch und Benz“ein­zu­ord­nen sei. Die Staats­se­kre­tä­rin re­kur­rier­te auch auf den Pro­tes­tan­tis­mus, als Dies­seits-ori­en­tier­te Wur­zel bis heu­te fort­wir­ken­der wirt­schaft­li­cher Pro­spe­ri­tät im „Länd­le“. May­er sei Vor­bild für die Her­aus­for­de­rung der Ge­gen­wart.

Stolz auf den Pfar­rer

„Kupferzell ist stolz – auf un­se­re Aka­de­mie und auf Pfar­rer May­er“, rief Bür­ger­meis­ter Chris­toph Spie­les den Gäs­ten zu, ehe er den Ver­ant­wort­li­chen der May­er-Ge­sell­schaft und auch der Aka­de­mie für Land­bau und Haus­wirt­schaft sei­nen Dank zoll­te.

Noch tie­fer in das Le­ben des Land­wirt­schafts­re­for­mers und Volks­auf­klä­rers ent­führ­te dann Ru­dolf Büh­ler in sei­nem Fest­vor­trag. Er wid­me­te sich ins­be­son­de­re den Ver­bin­dun­gen May­ers zu an­de­ren re­le­van­ten Bau­ern­pfar­rern und mit den Ge­dan­ken füh­ren­der Phi­lo­so­phen der Auf­klä­rung – aber auch dem Bo­euf de Ho­hen­lo­he und dem Och­sen­ex­port nach Frank­reich.

Ei­nen et­was kür­ze­ren Marsch in­des­sen tra­ten ei­ni­ge Teil­neh­mer da­nach an. Am Gr­ab­mal May­ers fand Hei­ner Wer­ner noch­mals Zeit für ei­ni­ge Er­läu­te­run­gen.

Das En­de des May­er-Mo­nats läu­te­te der Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag­mor­gen in der Kup­fer­zel­ler Kir­che ein, wo der ehe­ma­li­ge Lan­des­bau­ern­pfar­rer Wil­li Mö­nik­heim in bes­tem Ho­hen­lo­hisch noch­mals ver­deut­lich­te, dass May­er „scho a be­deii­t­sa­mer Mensch g’weh sann mu­aß, wem’mer 300 Joahr nach dem’e u d’Welt kum­me is, noch so a Auf­heiiwes um’en mecht“.

Das abend­li­che Fest­kon­zert des Kup­fer­zel­ler Mu­sik­ver­eins ließ mit ei­nem „mu­si­ka­li­schen Gruß an Jo­hann Fried­rich May­er“das Ge­den­ken end­gül­tig aus­klin­gen.

Auch Chris­toph Spie­les, Ru­dolf Büh­ler, Mat­thi­as Neth und Fried­lin­de Gurr-Hirsch lau­schen den Wor­ten des May­er-Ex­per­ten Wer­ner.

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