Ein Black­out ist noch kein Bein­bruch

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Im Vor­stel­lungs­ge­spräch geht es nicht al­lein dar­um, Feh­ler zu ver­mei­den, son­dern auch sou­ve­rän auf sie zu re­agie­ren.

Oh nein – ein pein­li­cher Pat­zer im Vor­stel­lungs­ge­spräch. Ist jetzt al­les vor­bei? Nein – denn wer jetzt rich­tig re­agiert, kann die Si­tua­ti­on so­gar noch po­si­tiv für sich nut­zen. Wie aber den Ball möglichst de­zent wie­der ins Feld zu­rück­spie­len, al­so ei­nen ele­gan­ten Weg zu­rück ins Ge­spräch fin­den? Zu­nächst ein­mal hilft: tief durch­at­men, sich auf­recht hin­set­zen, kurz ent­span­nen und dann die Flucht nach vor­ne an­tre­ten – al­so den Hän­ger o™en an­spre­chen und aufs Neue durch­star­ten.

Oft war ei­ne un­an­ge­neh­me Fra­ge der Aus­lö­ser: „Aus­wei­chend zu ant­wor­ten oder zu ver­stum­men, wä­re je­doch völ­lig falsch“, sagt Ex­per­te Ben­ja­min Kraut­schat. „Bes­ser über­legt man sich, wie man von ei­ner an­ge­spro­che­nen Schwä­che zu ei­ner per­sön­li­chen Stär­ke über­lei­tet“, lau­tet sein Tipp.

Das ge­lingt je­doch nicht oh­ne Trai­ning: „Die bes­te Stra­te­gie ge­gen Stress im Vor­stel­lungs­ge­spräch ist im­mer noch ei­ne gu­te Vor­be­rei­tung“, er­läu­tert Kraut­schat. Da­zu ge­hö­re so­wohl, sich be­reits vor­ab gu­te Ant­wor­ten auf Stan­dard­fra­gen wie sol­chen nach den ei­ge­nen Stär­ken, Schwä­chen und Zie­len zu über­le­gen, als auch die Pla­nung der An­rei­se zum Ge­spräch: „Wer ver­schwitzt oder zu spät er­scheint, ver­spielt nicht nur Sym­pa­thie­punk­te, son­dern ge­rät auch leich­ter aus dem Kon­zept.“Wer sich auf die­se Wei­se ei­ne gu­te Aus­gangs­ba­sis scha™t, tut sich leich­ter und ver­mei­det un­nö­ti­ge Ner­vo­si­tät, die un­an­ge­neh­men au™ällt.

Plus­punk­te sam­meln

Ein we­nig Auf­re­gung sei je­doch völ­lig nor­mal und ver­ständ­lich: „Sie zeigt, dass dem Be­wer­ber die Si­tua­ti­on nicht egal ist“, sagt Ben­ja­min Kraut­schat. Zu­dem för­dert sie die Kon­zen­tra­ti­on. Soll­ten Auf­re­gung und Ner­vo­si­tät je­doch über­hand neh­men, hel­fe vi­el­leicht auch der Ge­dan­ke: „,Im­mer­hin wur­de ich ein­ge­la­den.’ Das soll­te doch Selbst­ver­trau­en ge­ben“, meint der Ex­per­te. Und wer es scha™t, ei­ni­ger­ma­ßen ru­hig zu blei­ben und ne­ga­ti­ve Ge­dan­ken aus­zu­blen­den, sam­melt schon mal wich­ti­ge Plus­punk­te, die vi­el­leicht so­gar den Aus­schlag ge­gen­über an­de­ren Be­wer­bern ge­ben könn­ten.

Fo­to: Get­ty Images

Wer sol­chen Ge­stal­ten ge­gen­über­sitzt, kann schon mal die Ner­ven ver­lie­ren. Doch die meis­ten Per­so­na­ler wol­len dem Be­wer­ber nichts Bö­ses und se­hen ihm klei­ne Schwä­chen nach.

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