Chef muss nach ei­nem Jahr ge­hen

Gui­do Kerk­hoff muss sei­nen Pos­ten über­ra­schend räu­men. Der Auf­sichts­rat wünscht neue Kräf­te.

Haller Tagblatt - - WIRTSCHAFT -

Es­sen. Beim Tra­di­ti­ons­kon­zern Thys­sen­krupp steht er­neut ein Wech­sel an der Füh­rungs­spit­ze an. Vor­stands­chef Gui­do Kerk­ho soll nach dem Wil­len maß­geb­li­cher Auf­sichts­rä­te nach et­was mehr als ei­nem Jahr schon wie­der ge­hen. Der Per­so­nal­aus­schuss des Auf­sichts­rats ha­be dem Auf­sichts­rat emp­foh­len, mit Kerk­ho „Ver­hand­lun­gen über ei­ne zeit­na­he Be­en­di­gung sei­nes Vor­stands­man­da­tes auf­zu­neh­men“, teil­te das Un­ter­neh­men mit. Auf­sichts­rats­che­fin Mar­ti­na Merz sol­le für ei­ne ma­xi­ma­le Dau­er von zwölf Mo­na­ten als Vor­sit­zen­de in den Vor­stand ent­sandt wer­den.

Kerk­ho steht seit Mit­te Ju­li 2018 an der Spit­ze des Kon­zerns. Er hat­te ei­nen Ver­trag bis 30. Sep­tem­ber 2023. Grün­de für den un­ge­wöhn­li­chen Schritt wur­den nicht ge­nannt. Dem Ver­neh­men nach gab es zu­letzt un­ter­schied­li­che stra­te­gi­sche Vor­stel­lun­gen. Das Auf­sichts­rats­prä­si­di­um ha­be sich neue Füh­rungs­kräf­te ge­wünscht, hieß es.

Thys­sen­krupp zählt seit ei­ni­gen Ta­gen nicht mehr zu den 30 wert­volls­ten Bör­sen­un­ter­neh­men in Deutsch­land. Der Es­se­ner In­dus­trie­und Stahl­kon­zern muss­te we­gen sei­nes dras­tisch ge­sun­ke­nen Ak­ti­en­kur­ses den Dax ver­las­sen. Das Un­ter­neh­men steckt seit lan­gem in der Kri­se. Die Fi­nanz­de­cke ist dünn – auch ei­ne Fol­ge von mil­li­ar­den­schwe­ren Fehl­in­ves­ti­tio­nen in Stahl­wer­ke in Bra­si­li­en und den USA. dpa

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