Er­heb­lich teu­rer als ge­plant

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Lu­ca Schmidt

Der Fran­ken­hard­ter Ge­mein­de­rat hat den Bau­be­schluss für die Er­wei­te­rung und Sa­nie­rung der Wil­helm-Sand­ber­ger-Schu­le ge­fasst. Mehr­kos­ten für die Kom­mu­ne: rund 1,44 Mil­lio­nen Eu­ro.

Lan­ge ge­plant, nun end­lich be­schlos­sen: Seit drei Jah­ren be­schäf­tigt sich das Fran­ken­hard­ter Kom­mu­nal­par­la­ment mit der Sa­nie­rung und Er­wei­te­rung der Wil­hel­mSand­ber­ger-Schu­le in Hon­hardt. Am Mon­tag wur­de in der Ge­mein­de­rats­sit­zung ein­stim­mig der Bau­be­schluss ge­fasst, „ein ent­schei­den­der Schritt“, so Bür­ger­meis­ter Jörg Schmidt.

Rund 6,34 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten die Ar­bei­ten an der Schu­le ins­ge­samt. Vor­ge­stellt wur­den die Pla­nun­gen von Ar­chi­tekt Gün­ther Obin­ger und den In­ge­nieu­ren Al­f­red Fet­zer (Elek­tro­tech­nik) und Claus Dvor­acek (Hei­zung und Sa­ni­tär) so­wie dem Kon­rek­tor der Schu­le, Mi­ke Bol­bach.

Drei Grün­de für Mehr­kos­ten

Al­ler­dings gibt es auch schlech­te Nach­rich­ten: So wird das Pro­jekt für die Ge­mein­de Fran­ken­hardt er­heb­lich teu­rer als bis­lang an­ge­nom­men, und zwar um vor­aus­sicht­lich 1,44 Mil­lio­nen Eu­ro. Das sind et­wa zwei Drit­tel mehr als die ver­an­schlag­ten 2,18 Mil­lio­nen Eu­ro Ei­gen­an­teil.

Das hat gleich meh­re­re Grün­de: Es gibt we­ni­ger För­der­mit­tel aus dem Aus­gleich­stock als an­ge­nom­men, die Bau­prei­se sind in­ner­halb der ver­gan­ge­nen Jah­re ge­stie­gen und es sind zwei neue Bau­maß­nah­men ge­plant.

Die Kom­mu­ne hat­te beim Re­gie­rungs­prä­si­di­um in Stutt­gart (RP) ei­nen Zu­schuss in Hö­he von ei­ner Mil­li­on Eu­ro aus dem Aus­gleich­stock be­an­tragt – er­hält nun aber le­dig­lich 370 000 Eu­ro. Das RP be­grün­det das un­ter an­de­rem mit Ab­zü­gen bei der För­de­rung im Be­reich der Aus­stat­tung der Räu­me und ei­nem über­zo­ge­nen Stan­dard der Au­ßen­an­la­gen.

Da­zu kommt: die gu­te fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der Ge­mein­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Au­ßer­dem be­kom­me Fran­ken­hardt be­reits För­de­run­gen aus Schul­haus­bau­pro­gramm und dem -sa­nie­rungs­pro­gramm in Hö­he von et­wa 2,35 Mil­lio­nen Eu­ro.

Ne­ben den feh­len­den För­der­mit­teln sind die Bau­prei­se in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­stie­gen. So geht Ar­chi­tekt Gün­ther Obin­ger von ei­ner Preis­stei­ge­rung von acht Pro­zent im Ver­gleich zur ur­sprüng­li­chen Pla­nung aus. Da­mit wer­den aus 5,75 nun 6,1 Mil­lio­nen Eu­ro.

Zu­sätz­lich soll es ei­ne Un­ter­kel­le­rung und ei­nen Ver­bin­dungs­gang ge­ben – um Bar­rie­re­frei­heit im Erd- und Dach­ge­schoss zu ga­ran­tie­ren. Der Vor­schlag hier­zu kam von der Schu­le selbst, hier kom­men noch ein­mal Kos­ten in Hö­he von rund 240 000 Eu­ro da­zu.

Ein­spar­po­ten­zi­al gibt es zwar auch, al­ler­dings le­dig­lich in Hö­he von et­wa 67 000 Eu­ro. So könn­te zum Bei­spiel auf ei­nen spe­zi­el­len Amok-Alarm ver­zich­tet wer­den oder es könn­ten güns­ti­ge­re Ma­te­ria­li­en ver­baut wer­den. Al­ler­dings sag­te Bür­ger­meis­ter Schmidt, er wol­le bei ei­nem Pro­jekt, das mehr als sechs Mil­lio­nen Eu­ro kos­te, nicht beim Amo­kAlarm spa­ren.

För­de­run­gen in Ge­fahr?

Die Ge­mein­de kön­ne die Mehr­kos­ten stem­men, so Schmidt. Doch die Kom­mu­ne be­fürch­tet, dass auch an­de­re För­de­run­gen, wie zum Bei­spiel in den Be­rei­chen Feu­er­wehr, Bau­hof und Kin­der­gar­ten, künf­tig ge­rin­ger aus­fal­len könn­ten, weil die ver­gan­ge­nen Jah­res­ab­schlüs­se der Ge­mein­de gut aus­ge­fal­len sind. Das ist in et­wa so, als wür­de man die schwä­bi­sche Haus­frau fürs Spa­ren be­stra­fen, er­klär­te Schmidt.

War­um der Be­schluss nun so schnell ge­fasst wur­de: Zum ei­nen müs­sen die Ar­bei­ten auf­grund der För­der­frist bis zum 31. De­zem­ber 2022 fer­tig­ge­stellt sein. Zum an­de­ren soll das Bau­vor­ha­ben im Win­ter aus­ge­schrie­ben wer­den, weil sich so güns­ti­ge­re Prei­se für die Ge­mein­de er­ge­ben, heißt es in der Sit­zungs­vor­la­ge.

Nach dem Be­schluss durch den Ge­mein­de­rat wer­den nun die Bau­ge­suchs­un­ter­la­gen aus­ge­ar­bei­tet, Bau­ab­schnit­te ge­bil­det und Aus­schrei­bun­gen vor­be­rei­tet. Mög­li­cher Bau­be­ginn ist im Früh­jahr 2020 – und dann war­tet die nächs­te Her­ku­les­auf­ga­be: Die Ar­bei­ten müs­sen so ko­or­di­niert wer­den, dass der Schul­be­trieb nicht ge­stört wird.

un­ter an­de­rem ei­ne neue Hei­zungs­an­la­ge, ei­ne Auf­sto­ckung auf ei­nem be­ste­hen­den Ge­bäu­de und ein Auf­zug, der für Bar­rie­re­frei­heit sor­gen soll. Es wer­den aber auch ei­ni­ge Räu­me ver­legt: So be­fin­det sich das Lehrer­zim­mer nach En­de der Ar­bei­ten im Erd­ge­schoss.

kos­ten al­lei­ne die Maß­nah­men im Be­reich Brand­schutz.

Fo­to: Ar­chiv/Chris­ti­ne Hof­mann

Ge­plant ist un­ter an­de­rem ein neu ge­stal­te­ter Haupt­ein­gang für die Schu­le.

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