Lei­der noch ein Ta­bu­the­ma

Haller Tagblatt - - KULTUR -

Nie­mand re­det ger­ne über die ei­ge­ne Be­er­di­gung. Doch wer sich mit Ver­wand­ten und Freun­den aus­tauscht, er­leich­tert ih­nen vie­les.

Die ei­ge­ne Be­er­di­gung ist für die meis­ten Men­schen ein Ta­bu­the­ma. Doch wer sei­ne – ver­ständ­li­chen – Hem­mun­gen über­win­det und das The­ma im Ge­spräch mit An­ge­hö­ri­gen und Freun­den an­schnei­det, könn­te ih­nen da­mit ei­nen gro­ßen Ge­fal­len tun. Denn die Men­schen, die ei­nem am nächs­ten ste­hen, wer­den dank­bar sein, wenn sie sich spä­ter ne­ben der Trau­er nicht auch noch Ge­dan­ken ma­chen müs­sen, wel­che Be­er­di­gung der Ver­stor­be­ne ge­wünscht hät­te.

Wich­tig ist da­bei die Per­sön­lich­keit des Ver­stor­be­nen: War er eher ein lo­cke­rer Mensch? Dann soll­te auch die Trau­er­fei­er nicht zu streng und ernst wer­den. Oder hat er viel Wert auf Form und Tra­di­ti­on ge­legt? Dann soll­te auch sei­ne To­ten­mes­se die­sem An­spruch ge­recht wer­den. Au­ßer­dem wich­tig: Soll im klei­nen Kreis Ab­schied ge­nom­men wer­den oder wer­den auch ent­fern­te­re Be­kann­te in­for­miert?

Der pas­sen­de Gr­ab­stein

Doch die Fra­gen, die am bes­ten be­reits im Vor­feld ge­klärt wer­den, bet­re›en nicht nur die Be­er­di­gung an sich, son­dern auch die Gestal­tung des Grabs. Am wich­tigs­ten da­bei ist es, den pas­sen­den Gr­ab­stein aus­zu­wäh­len. Ein St­ein­metz be­rät Kun­den ganz ge­nau und kennt al­le Vor­ga­ben an die sich ge­hal­ten wer­den muss. So wer­den die Vor­stel­lun­gen nicht ent­täuscht und den An­ge­hö­ri­gen bleibt es er­spart, die Wün­sche des Ver­stor­be­nen nicht er­fül­len zu kön­nen.

Bei der Gr­ab­bepflan­zung ist ei­ne ent­schei­den­de Fra­ge, wie die Licht­ver­hält­nis­se sind: Bei ei­nem Gr­ab im Schat­ten wird ger­ne Im­mer­grün oder Dick­männ­chen als Bo­den­de­cker ge­nom­men, wäh­rend bei ei­ner son­ni­gen Gr­ab­stät­te oft Thy­mi­an oder Se­dum ge­pflanzt wird. Als Rah­men­be­pflan­zung eig­nen sich Buchs­baum, Hain­bu­che, Zy­pres­se oder Ei­be. Au­ßer­dem soll­ten sich die Hin­ter­blie­be­nen im Vor­feld Ge­dan­ken ma­chen, wie viel Zeit für die Gr­ab­pfle­ge ein­ge­plant wer­den kann. Ist der Hin­ter­blie­be­ne be­ruf­lich stark ein­ge­bun­den, sind pfle­ge­leich­te Pflan­zen bes­ser.

Wei­te­re Tipps: Ker­zen in Gr­ab­lich­tern oder La­ter­nen sor­gen für ei­ne freund­li­che Stim­mung. Auch ver­zier­te oder be­schrif­te­te St­ei­ne und Fi­gu­ren – et­wa En­gels­fi­gu­ren – ma­chen das Gr­ab zu ei­nem wür­di­gen Ort des Ab­schieds und der Er­in­ne­rung.

Fo­to: Ar­chiv/Ma­rei­ke Manz­ke

En­gel sym­bo­li­sie­ren die Ho…nung auf ein Le­ben nach dem Tod und sind ein wun­der­ba­rer Gr­ab­schmuck.

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