Ukrai­ne-Af­fä­re: Hin­weis­ge­ber ver­tei­digt

In der Af­fä­re um ein bri­san­tes Te­le­fo­nat mit dem ukrai­ni­schen Staats­chef be­las­tet ein „Whist­leb­lo­wer“Prä­si­dent Do­nald Trump.

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E -

Ge­heim­dienst­ko­or­di­na­tor hält die Aus­sa­gen des „Whist­leb­lo­wers“für glaub­wür­dig.

Wa­shing­ton. Der Ko­or­di­na­tor der US-ame­ri­ka­ni­schen Ge­heim­diens­te, Jo­seph Ma­gui­re, hat den Hin­weis­ge­ber in der Ukrai­ne-AŠäre ver­tei­digt. „Ich den­ke, dass der Whist­leb­lo­wer das Rich­ti­ge ge­tan hat“, sag­te Ma­gui­re am Don­ners­tag vor dem Ge­heim­dienst­aus­schuss des US-Re­prä­sen­tan­ten­haus. Er sei zu­dem über­zeugt, dass der In­for­mant „durch­weg in gu­tem Glau­ben“ge­han­delt und stets die Ge­set­ze be­folgt ha­be.

Die Be­schwer­de hat­te die Af­fä­re um ein um­strit­te­nes Te­le­fo­nat zwi­schen US-Prä­si­dent Do­nald Trump und sei­nem ukrai­ni­schen Amts­kol­le­gen Wo­lo­dy­myr Se­lens­kyj ins Rol­len ge­bracht. Die De­mo­kra­ten im Re­prä­sen­tan­ten­haus hat­ten am Di­ens­tag des­halb Vor­be­rei­tun­gen für ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen Trump ein­ge­lei­tet. „Ich glau­be, dass al­les in die­ser An­ge­le­gen­heit bei­spiel­los ist“, sag­te Ma­gui­re. Er ver­tei­dig­te sei­ne Ent­schei­dung, dass er die Be­schwer­de nicht um­ge­hend den Ge­heim­dienst­aus­schüs­sen vor­ge­legt hat­te. Sie be­rüh­re „kom­pli­zier­te und sen­si­ble An­ge­le­gen­hei­ten“und ha­be erst frei­ge­ge­ben wer­den kön­nen, nach­dem Trump die VeröŠent­li­chung des Ge­sprächs­pro­to­kolls au­to­ri­siert ha­be, sag­te Ma­gui­re zur Be­grün­dung.

Die Be­schwer­de des Maul­wurfs ist auf den 12. Au­gust da­tiert und be­rührt das strit­ti­ge Te­le­fo­nat zwi­schen Trump und Se­lens­kyj. Am Don­ners­tag wur­de sie vom Ge­heim­dienst­aus­schuss des Re­prä­sen­tan­ten­haus veröŠent­licht.

Wa­shing­ton. Nach der Veröent­li­chung der Ab­schrift sei­nes Te­le­fo­nats mit dem ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wo­lo­dy­myr Se­lens­kyj hat das Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen US-Prä­si­dent Do­nald Trump ei­ne wei­te­re, dra­ma­ti­sche Wen­de ge­nom­men. Am Don­ners­tag veröent­lich­te der Ge­heim­dienst­aus­schuss des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses die o³ziel­le Be­schwer­de je­nes „Whist­leb­lo­wer“, der Trump beim Ge­ne­ral­in­spek­tor an­ge­zeigt hat­te. Dem­nach hat­te das Wei­ße Haus ver­sucht, die Mit­schrift zu ver­tu­schen.

Un­ter an­de­rem heißt es, dass der Prä­si­dent „die Macht sei­nes Amts ein­ge­setzt hat“, um ei­nen aus­län­di­schen Re­gie­rungs­chef auf­zu­for­dern, ge­gen ei­nen von Trumps „wich­tigs­ten po­li­ti­schen Ri­va­len zu er­mit­teln und die US-Prä­si­dent­schafts­wahl 2020 zu be­ein­flus­sen“.

In der Be­schwer­de heißt es wei­ter, dass bei der Wahl­ma­ni­pu­la­ti­on so­wohl Trumps per­sön­li­chem An­walt Ru­dy Gi­u­lia­ni als auch Jus­tiz­mi­nis­ter Wil­li­am Barr zen­tra­le Rol­len als Kon­takt­per­so­nen zur ukrai­ni­schen Re­gie­rung zu­kom­men soll­ten.

Zwar be­tont der Maul­wurf, of­fen­bar ein lei­ten­der Ge­heim­dienst­mit­ar­bei­ter, dass er selbst kein Au­gen­zeu­ge der Ab­läu­fe ge­we­sen sei. Gleich­wohl hät­ten ihn min­des­tens ein hal­bes Dut­zend Mit­ar­bei­ter des Wei­ßen Hau­ses über Ein­zel­hei­ten im Ge­fol­ge des Ge­sprächs zwi­schen Trump und Se­lens­kyj in­for­miert.

Ver­gleich mit Ni­xon-Skan­dal

So ha­be das Te­le­fo­nat mit dem Aus­tausch von „Freund­lich­kei­ten“be­gon­nen, un­ter an­de­rem ei­nem Glück­wunsch zu Se­lens­ky­js Wahl­sieg. Sehr schnell sei Trump aber da­zu über­ge­gan­gen, ei­nen „Ge­fal­len“ein­zu­for­dern, ge­nau­er ge­sagt Er­mitt­lun­gen ge­gen ei­nen Ri­va­len, wo­mit der de­mo­kra­ti­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat Joe Bi­den ge­meint ist

Die Re­gie­rungs­mit­ar­bei­ter hät­ten dar­über hin­aus be­haup­tet, dass An­wäl­te im Wei­ßen Haus sie an­ge­wie­sen hät­ten, die Mit­schrift des Te­le­fo­nats aus dem Com­pu­ter, in dem o³ziel­le Pro­to­kol­le ge­spei­chert wer­den, zu lö­schen. Statt­des­sen soll­te die Ab­schrift auf ein Be­triebs­sys­tem ge­la­den wer­den, wel­ches üb­li­cher­wei­se für streng ge­hei­me In­for­ma­tio­nen vor­ge­se­hen ist.

Trump schimpft zwar er­neut über ei­ne „He­xen­jagd der De­mo­kra­ten“, Doch die Be­schwer­de des Maul­wurfs be­stä­tigt De­tails der Mit­schrift, die das Wei­ße Haus tags zu­vor veröent­licht hat­te. De­mo­kra­ten spre­chen be­reits von ei­ner gro­ßen Ver­tu­schung, die an die Ab­läu­fe um Ex-Prä­si­den­ten Richard Ni­xon im Ge­fol­ge des Wa­ter­ga­te-Skan­dals er­in­nern. Ni­xon trat 1974 ab und beug­te da­mit ei­ner Amts­ent­he­bung vor.

Jo­seph Ma­gui­re, Di­rec­tor of Na­tio­nal In­tel­li­gence, stuft die Äu­ße­run­gen des „Whist­leb­lo­wers“als glaub­wür­dig ein. Dass er sich bis jetzt ge­wei­gert hat­te, die Be­schwer­de frei­zu­ge­ben, be­grün­de­te Ma­gui­re da­mit, dass er die­se nicht für dring­lich ge­nug ge­hal­ten ha­be.

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