„Ide­en­reich­tum statt Ver­bo­te“

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Die Fra­gen stell­te Gott­fried Mah­ling

Um­welt­ver­bän­de und Grü­ne be­kla­gen, dass die Kern­punk­te des Kli­ma­pa­kets bei Wei­tem nicht aus­rei­chen, um die Pa­ri­ser Kli­ma­zie­le zu er­rei­chen. Wie be­ur­tei­len Sie die ge­plan­ten Maß­nah­men?

Chris­ti­an von Stet­ten: Auch wenn das The­ma „Kli­ma“mo­men­tan die ö ent­li­che und verö ent­lich­te Mei­nung be­stimmt, war­ne ich vor Pa­nik und Hys­te­rie. Ich selbst fah­re seit Jah­ren ein Elek­tro­au­to, nut­ze den ei­ge­nen So­lar­strom und hei­ze mit­hil­fe ei­ner Holz­hack­schnit­zel­hei­zung. Per­sön­lich bin ich al­so sehr gut auf­ge­stellt, um in Dis­kus­sio­nen mit Um­welt-, Kli­ma- und Na­tur­schutz­ver­bän­den be­ste­hen zu kön­nen. Aber was Bünd­nis 90/Die Grü­nen und die SPD jetzt im Bun­des­tag und im Land­tag von Ba­den-Würt­tem­berg im Rah­men der „Kli­ma­de­bat­te“ein­for­dern, ist welt­fremd, wirt­schafts­stand­ort­feind­lich und wür­de die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, vor al­lem im länd­li­chen Raum, un­ver­hält­nis­mä­ßig be­las­ten. Wer die De­in­dus­tria­li­sie­rung un­se­res Lan­des und die Ent­eig­nung der Land- und Forst­wir­te vor­an­trei­ben will, soll den Vor­schlä­gen fol­gen. Ei­ne zu­kunfts­fä­hi­ge und aus­ge­gli­che­ne Um­welt-, Kli­ma- und Na­tur­schutz­po­li­tik sieht an­ders aus. Ich möch­te auch in Zu­kunft ei­ne star­ke deut­sche Au­to­mo­bil­in­dus­trie und ei­ne le­bens­fä­hi­ge Land­wirt­schaft in Ho­hen­lo­he. Des­halb wer­den wir die ge­plan­ten Kli­ma­schutz­maß­nah­men mit Be­dacht und ge­sun­dem Men­schen­ver­stand um­set­zen. Der Aus­stoß von CO2 soll künf­tig Geld kos­ten. Kann die deut­sche Wirt­schaft die zu­sätz­li­che fi­nan­zi­el­le Be­las­tung ver­kraf­ten?

Der mark­wirt­schaft­li­che Weg über den ge­plan­ten Zer­ti­fi­ka­te­han­del ist rich­tig und bes­ser als ei­ne zu­sätz­li­che Kli­ma­s­teu­er. Un­se­ren Un­ter­neh­men wird ei­ne Über­gangs­pha­se ein­ge­räumt, da­mit die Be­las­tun­gen kal­ku­lier­bar blei­ben.

Die jun­gen Fri­days-for-Fu­ture-De­mons­tran­ten for­dern in Sa­chen Kli­ma­schutz schnel­les Han­deln. Kann es der CDU mit ih­rem Kli­ma­schutz-Leit­spruch „In­no­va­ti­on statt Ver­bo­te“über­haupt ge­lin­gen, jun­ge Wäh­ler zu er­rei­chen?

Wenn sich Kin­der und Ju­gend­li­che ein­ge­hend mit dem Kli­ma­schutz be­schäf­ti­gen, ist das durch­aus an­er­ken­nens­wert. Aber es geht nicht dar­um, den lau­tes­ten Pro­tes­tie­rern hin­ter­her­zu­lau­fen, son­dern dar­um, un­ser Land mit ver­nünf­ti­gen Maß­nah­men in ein neu­es Zeit­al­ter zu füh­ren. Wir set­zen da­bei nicht auf Ver­bo­te, son­dern auf den Ide­en­reich­tum un­se­rer In­ge­nieu­re und die In­no­va­tio­nen der deut­schen Wirt­schaft.

Fo­to: Ar­chiv

Chris­ti­an von Stet­ten sitzt seit 2002 für die CDU im Bun­des­tag.

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