Der Hal­ler Ge­mein­de­rat soll nach der nächs­ten Wahl von 34 auf 32 Sit­ze ver­klei­nert wer­den

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Thu­mi­lan Sel­va­ku­ma­ran

Nach Ab­schaf­fung der un­ech­ten Teil­orts­wahl muss sich Hall wie­der an die ma­xi­ma­le Sitz­zahl hal­ten: 32, da­mit zwei we­ni­ger als heu­te.

Heil­bronn hat 40, Ulm eben­so, Stutt­gart so­gar 60 – und Hall 34. Es geht um Sit­ze im Ge­mein­de­rat. Die ers­ten drei Städ­te hal­ten sich an die ge­setz­li­che Re­ge­lung, wo­nach sich die Grö­ße des Gre­mi­ums an der Ein­woh­ner­zahl aus­rich­tet (sie­he In­fo). Hall geht ei­nen Son­der­weg. Laut ba­den-würt­tem­ber­gi­scher Ge­mein­de­ord­nung dürf­te es in Städ­ten in der Ka­te­go­rie 30 001 bis 50 000 Ein­woh­ner ma­xi­mal 32 Sit­ze ge­ben. Die Ko­cher­stadt liegt mit rund 40 000 Ein­woh­nern zwar mit­ten­drin, hat aber zwei eh­ren­amt­li­che Amts­trä­ger zu viel.

Nun müs­sen die Rä­te nicht gleich zum Spiel „Rei­se nach Je­ru­sa­lem“an­tre­ten, um das Gre­mi­um bei der Stuhl­po­lo­nai­se in der Blend­statt­hal­le zu ver­klei­nern. Es gilt Be­stands­schutz, der aber mit dem En­de der Amts­zeit des ak­tu­el­len Gre­mi­ums er­lischt.

Hin­ter­grund ist die un­ech­te Teil­orts­wahl, die mit der Ge­mein­de­re­form 1972 ein­ge­führt wur­de. Klei­ne­re Ge­mein­den wur­den da­mals in grö­ße­re ein­ge­glie­dert, soll­ten aber ge­recht im Ge­mein­de­rat ver­tre­ten sein. In Hall ga­ran­tier­te der Mo­dus je zwei bis drei Ver­tre­tern aus vier länd­li­chen Wahl­be­zir­ken Sit­ze im Rat

(sie­he In­fo). Auch we­gen der dar­aus re­sul­tie­ren­den Aus­gleichs­und Über­hang­man­da­te durf­ten die Gre­mi­en wach­sen.

Mehr­heit von ei­ner Stim­me

In Schwä­bisch Hall wur­de die un­ech­te Teil­orts­wahl schließ­lich 2013 mit ei­ner Stim­me Mehr­heit vom Ge­mein­de­rat ab­ge­scha€t. Die Ge­mein­de­ord­nung er­laubt, bis ma­xi­mal zum En­de der über­nächs­ten Rats­pe­ri­ode die An­zahl an Sit­zen zu hal­ten, die es mit dem al­ten Mo­dus noch gab.

Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann-Josef Pel­grim reg­te jüngst in der Sit­zung des Ver­wal­tungs­und Fi­nanz­aus­schus­ses an, bei der nächs­ten Wahl den Rat auf 32 Sit­ze zu ver­klei­nern. Hier voll­zie­he die Stadt „nur den ge­setz­li­chen Auf­trag“, so der OB. „Wir könn­ten al­ler­dings auch auf die Min­dest­sitz­zahl ge­hen.“Die­se rich­tet sich nach Ge­mein­de­ord­nung an der nächst­nied­ri­ge­ren Ge­mein­de­grö­ßen­grup­pe. Das wä­ren 26 Sit­ze. Pel­grim, der in der Sit­zung fälsch­li­cher­wei­se 28 nann­te, sag­te zur Min­dest­zahl: „Das schla­ge ich Ih­nen jetzt nicht vor.“

Bei der Frak­ti­on von Bünd­nis 90/Die Grü­nen – mit zehn Sit­zen die größ­te Grup­pe im Hal­ler Rat – ist die La­ge klar. „Wir sind für 32 Sit­ze“, be­ton­te Frak­ti­ons­spre­che­rin Andrea Herr­mann.

Die frak­ti­ons­lo­se Da­mia­na Koch wun­dert sich, dass Crails­heim 42 Sit­ze im Ge­mein­de­rat hat. „Müs­sen die bei der nächs­ten Wahl auch auf 32 re­du­zie­ren?“Pel­grim ver­neint. „Die ha­ben noch die un­ech­te Teil­orts­wahl.“Crails­heims Ober­bür­ger­meis­ter Chris­toph Grim­mer ist ak­tu­ell aber ge­nau in die­ser Sa­che bei den dor­ti­gen Ort­schafts­rä­ten un­ter­wegs: Er wirbt für die Ab­schaf­fung der un­ech­ten Teil­orts­wahl und eben­so der Ort­schafts­ver­fas­sung. Sein Ziel ist die Ver­klei­ne­rung des Ge­mein­de­rats.

Die Hal­ler Ver­wal­tung ist da deut­lich wei­ter. Der Aus­schuss stimmt ein­stim­mig für die Än­de­rung der Haupt­sat­zung mit der Vor­ga­be von 32 Sit­zen. Nun muss der Ge­mein­de­rat ent­schei­den, der am 9. Ok­to­ber erst­mals nach der Som­mer­pau­se tagt.

Fo­to: Ufuk Ars­lan

Der im Mai neu ge­wähl­te Hal­ler Ge­mein­de­rat bei sei­ner ers­ten Sit­zung in der Blend­statt­hal­le. Er be­steht aus 34 eh­ren­amt­li­chen Stadt­rä­ten so­wie dem Ober­bür­ger­meis­ter Her­mann-Josef Pel­grim (vor­ne, rechts) als Vor­sit­zen­der des Gre­mi­ums.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.