Frau­en­mör­der auf der Flucht

Der 52-Jäh­ri­ge, der in Göt­tin­gen ei­ne Be­kann­te ge­tö­tet ha­ben soll, ist der Po­li­zei durch ein Zug­fens­ter ent­wischt.

Haller Tagblatt - - BLICK IN DIE WELT - Von Chris­ti­na Sticht und Peer Kör­ner

In letz­ter Mi­nu­te soll ein mut­maß­li­cher Frau­en­mör­der der Po­li­zei durch ei­nen Sprung aus ei­nem Zug­fens­ter ent­kom­men sein. Der ge­such­te Mann ist drin­gend tat­ver­däch­tig, am Don­ners­tag in Göt­tin­gen ei­ne 44-jäh­ri­ge Be­kann­te auf ošener Stra­ße ge­tö­tet zu ha­ben. Ei­ne Frau, die dem Op­fer zur Hil­fe kam, wur­de le­bens­ge­fähr­lich ver­letzt.

Am Frei­tag­mor­gen wol­len Au­gen­zeu­gen den 52-jäh­ri­gen Deut­schen, nach dem die Po­li­zei auch mit Fo­tos fahn­det, in ei­nem Nah­ver­kehrs­zug Rich­tung Han­no­ver ent­deckt ha­ben. „Es gab ei­nen Hin­weis vom Per­so­nal des Zu­ges, auf den Ge­such­ten“, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Po­li­zei­in­spek­ti­on Göt­tin­gen. „Als die Be­am­ten ein­tra­fen, flüch­te­te die Per­son aus dem Zug.“

Nach Me­dien­be­rich­ten hat das Zug­per­so­nal ihn im Ab­teil ein­ge­schlos­sen und die Bun­des­po­li­zei alar­miert. Dem­nach ge­lang es dem mut­maß­li­chen Mör­der auf dem Bahn­hof El­ze na­he Hil­des­heim zu ent­kom­men. „Die ge­such­te Per­son schlug mit ei­nem Notham­mer von in­nen die Schei­be ein und ent­kam an­schlie­ßend zu Fuß in un­be­kann­te Rich­tung“, sag­te die Po­li­zei­spre­che­rin. Sie warn­te da­vor, den wahr­schein­lich noch be­wašne­ten Mann an­zu­spre­chen. „Die Su­che dau­ert wei­ter an, wir be­trach­ten El­ze als ei­ne sehr hei­ße Spur.“

Der Bahn­hof dort war von et­wa 6 Uhr an für rund fünf St­un­den mit rot-wei­ßem Flat­ter­band ge­sperrt. Strei­fen­wa­gen und zahl­rei­che Be­am­te wa­ren im Ein­satz, auch Spür­hun­de. Ein Po­li­zei­hub­schrau­ber kreis­te ent­lang der Bahnstre­cke.

Der Zug, aus dem der mut­maß­li­che Tä­ter flüch­te­te, stand am Mit­tag noch auf Gleis 4. Ein Fens­ter war mit ei­ner Plas­tik­fo­lie ab­ge­klebt, Glas­split­ter la­gen auf dem Bo­den. Die Stre­cken­sper­rung wur­de nach An­ga­ben der Deut­schen Bahn ge­gen 11.45 Uhr wie­der auf­ge­ho­ben.

Auf­re­gung rund um den Bahn­hof

Wo­hin der Mann flüch­te­te, ist das Ge­sprächs­the­ma rund um den Bahn­hof von El­ze. Vor dem Bahn­hof er­zählt man sich, der mut­maß­li­che Mör­der sei durch ein Wohn­ge­biet ge­flüch­tet. Auch im acht Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Rös­sing wa­ren Be­am­te mit Spür­hun­den un­ter­wegs.

Laut ei­nem Be­richt der „Bild“Zeitung hat­te der Tä­ter das Op­fer am Don­ners­tag­mit­tag in Göt­tin­gen nach ei­nem Streit auf der Stra­ße zu­nächst nie­der­ge­sto­chen. Da­nach soll er mit ei­nem Feu­er­lö­scher auf die Frau ein­ge­schla­gen, sie mit Ben­zin über­gos­sen und an­ge­zün­det ha­ben. Die Po­li­zei woll­te zu die­sen De­tails auch aus er­mitt­lungs­tak­ti­schen Grün­den zu­nächst nichts Nä­he­res sa­gen.

Laut „Bild“war der Mann be­reits we­gen häus­li­cher Ge­walt auf­ge­fal­len. „Er ist we­gen ver­schie­de­ner De­lik­te po­li­zei­be­kannt“, sag­te die Po­li­zei-Spre­che­rin da­zu, „dar­un­ter auch Be­dro­hung und Nö­ti­gung“.

Der Po­li­zei zu­fol­ge war der Mann nach dem Ver­bre­chen auf ei­nem Fahr­rad ge­flo­hen. Der Be­reich rund um den Tat­ort war weit­räu­mig ab­ge­sperrt wor­den. Die Bahn sperr­te be­reits am Don­ners­tag vor­sorg­lich den Göt­tin­ger Bahn­hof und die Stre­cke zwi­schen Han­no­ver und Kas­sel, meh­re­re Zü­ge im Fern­ver­kehr wur­den um­ge­lei­tet. Die Sper­rung wur­de zwi­schen­zeit­lich aber wie­der auf­ge­ho­ben.

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