Wir­tin „aus Lei­den­schaft“

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Oli­ver Fär­ber

Su­san­ne Ot­ter­bach führt die Tra­di­ti­ons­gast­stät­te Lamm in Haa­gen aus Spaß in ih­rer Frei­zeit. Sie öff­net nur auf Nach­fra­ge für Grup­pen.

ass im Lamm in Haa­gen Ge­ne­ra­tio­nen von Gäs­ten ge­fei­ert und ein­ge­kehrt sind, das steht fest. Wie lang es das Gast­haus aber schon ge­nau gibt, das weiß die heu­ti­ge Wir­tin Su­san­ne Ot­ter­bach nicht. Fest steht nur, dass sich Ho­hen­lo­her dort schon 1880 Bier schme­cken lie­ßen. „Wir ha­ben vor kur­zem erst ei­ne Ur­kun­de ge­fun­den“, be­rich­tet sie. Sie wur­de 1980 an die da­ma­li­ge In­ha­be­rin Ma­rie Kai­ser über­ge­ben – für die 100 Jah­re lan­ge Treue der Wirt­schaft zur Braue­rei.

Nach­dem Kai­ser das „Lamm“auf­ge­ben muss­te, sie ge­stor­ben war und die

Er­ben das Ge­bäu­de Päch­tern zur Ver­fü­gung ge­stellt hat­ten, sei die Gast­stät­te nicht im­mer gut ge­lau­fen, wie Ot­ter­bach be­rich­tet. 2014 hat sie dann das Ge­bäu­de ge­kauft. „Vor al­lem auch, um die Kon­zes­si­on hier zu be­hal­ten“, ver­rät sie. Vor­ran­gig soll­ten ei­ge­ne Fa­mi­li­en­fei­ern im Gast­raum statt­fin­den. Und auch ein Stamm­tisch, der zwei Mal pro Mo­nat dort zu­sam­men kommt, soll­te sein ge­schätz­tes Do­mi­zil be­hal­ten.

DFir­ma, Kin­der und Wirt­scha

Mehr Plä­ne hat­te Su­san­ne Ot­ter­bach nicht. Schließ­lich hat sie Kin­der und un­ter­stützt ih­ren Mann in des­sen Fir­ma. „Ich ma­che das mehr aus Lei­den­schaft“, gibt sie mit leuch­ten­den Au­gen zu. Der­weil kom­men die ers­ten Gäs­te für die­sen Abend her­ein – und sie re­agiert prompt: „Und wo triŽt man schon so net­te Män­ner?“, sagt sie und lacht.

Es sind die Un­ter­münk­hei­mer Old­tim­er­freun­de, die sich im Lamm im­mer am ers­ten Frei­tag­abend im Mo­nat treŽen. „Das ist hier ei­ne gu­te Lö­sung“, er­klärt der ehe­ma­li­ge Un­ter­münk­hei­mer Bür­ger­meis­ter Ru­dolf Hes­sel­mei­er, der der Grup­pe an­ge­hört. Frü­her sei man im Stei­gen­haus zu­sam­men ge­kom­men, ha­be dann ei­nen neu­en TreŽpunkt ge­sucht. „Vor vier Jah­ren ha­ben sie dann bei mir ge­fragt, und ich ha­be ge­sagt, sie kön­nen ger­ne zu mir kom­men“, be­rich­tet die Hob­by­wir­tin, die sich auch selbst so sieht.

„Ich will be­stimmt Leu­ten, die da­mit ihr Geld ver­die­nen, kei­ne Kon­kur­renz ma­chen“, stellt sie klar. Sie set­ze sich nur ger­ne zu Men­schen, um sich zu un­ter­hal­ten. Des­halb gibt’s im Lamm auch kei­ne re­gu­lä­ren ֎nungs­zei­ten mehr; ob sie für Grup­pen öŽnet, ent­schei­det sie auf Nach­fra­ge. „Ich möch­te ei­gent­lich gar nicht mehr ma­chen als zu.

Auch des­halb wur­de das Ge­bäu­de in den letz­ten zwei Jah­ren sa­niert und um­ge­baut. Die Ver­bin­dung zum gro­ßen Saal im ers­ten Stock wur­de ent­fernt, da­für gibt’s nun über der Gast­stät­te Fe­ri­en­woh­nun­gen. „Im Saal wur­den da­mals zu mei­ner Zeit auch noch Ge­mein­de­rats­sit­zun­gen ab­ge­hal­ten. Wir hat­ten ja kei­nen Sit­zungs­saal und sind dann in Gast­stät­ten“, er­in­nert sich Hes­sel­mei­er. Er weiß auch noch, wie der Gast­raum 1980 um­ge­baut wur­de. „Es gab da­nach ein gro­ßes Fest mit Met­zel­sup­pe und der Braue­rei­chef hat ge­spro­chen“, be­rich­tet jetzt“, gibt Ot­ter­bach er. Seit­dem ha­be sich viel ge­än­dert. Nur eins nicht: „Der Gast­raum ist seit­her so ge­blie­ben“, so der Ex-Schul­tes.

Fo­to: Oli­ver Fär­ber

Su­san­ne Ot­ter­bach (rechts) liebt es, sich mit Gäs­ten wie den Old­tim­er­freun­den (Bild) zu un­ter­hal­ten.

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