Kel­ler kann’s

Haller Tagblatt - - SPORT - Tho­mas Gott­hardt

Fritz Kel­ler hat als neu ge­wähl­ter DFB-Prä­si­dent so­fort den rich­ti­gen Ton ge­fun­den. Mit dem Satz „Wir sind ei­ne In­te­gra­ti­ons­ma­schi­ne, das letz­te La­ger­feu­er der Ge­sell­schaft“, hat er auf der ei­nen Sei­te die im­mens wich­ti­ge po­li­ti­sche Auf­ga­be des größ­ten Sport­ver­ban­des der Welt kon­kret be­nannt, und das auf der an­de­ren Sei­te nett ro­man­ti­schold-school ver­packt.

Der 62-Jäh­ri­ge steht ei­nem Gre­mi­um vor, das sich als Kol­lek­tiv ver­ste­hen soll und in dem je­der sei­ne Auf­ga­be hat. Fritz Kel­ler wird pri­mär als je­mand agie­ren müs­sen, der zu­sam­men­führt, der aus­gleicht, der für Bo­den­stän­dig­keit sorgt. Der aber auch rein­grätscht, wenn es sein muss. Der den Gr­a­ben zwi­schen den Pro­fis und den Ama­teu­ren nach und nach zu­schüt­ten wird. Die re­du­zier­ten Kom­pe­ten­zen des Prä­si­den­ten müs­sen da­bei kein Ma­kel oder ei­ne Schwä­chung sein, son­dern kön­nen ge­nau die rich­ti­ge und not­wen­di­ge Dis­tanz scha£en.

Wer an­ge­sichts der wohl­tu­end un­auf­ge­reg­ten Art des Wein­lieb­ha­bers ei­ne Mög­lich­keit wit­tert, Fritz Kel­ler vom rech­ten Weg ab­zu­brin­gen, der wird schwer ent­täuscht sein. Wenn je­mand in die­sem Zir­kel der Fuß­ball-Mäch­ti­gen für Ehr­lich­keit und Grad­li­nig­keit steht, dann ist das Fritz Kel­ler, der den Sport­club nach dem plötz­li­chen Tod der Frei­bur­ger Prä­si­den­ten­le­gen­de Achim Sto­cker se­ri­ös in die Mo­der­ne ge­führt hat. Kel­ler kann’s ganz ein­fach.

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