Er­be des Volks­la­tein

Haller Tagblatt - - TITEL - gab

Lieb­ha­ber des Ro­sen­gar­tens in der Nä­he von Bo­zen ver­tie­fen sich, vom An­blick der im Abend­licht ro­sa leuch­ten­den Ber­ge in­spi­riert, ger­ne in die Sa­gen­welt der Do­lo­mi­ten. Wenn sie da­bei vom Zwer­gen­kö­nig Lau­rin er­fah­ren, der sei­ne nur von ei­nem Sei­den­band ein­ge­heg­ten Ro­sen aus Zorn in St­ein ver­wan­del­te, sto­ßen sie auf die klei­ne Min­der­heit der La­di­ner. Sie über­lie­fer­ten die­se Sa­gen einst münd­lich.

Zwi­schen 30 000 und 40 000 Men­schen spre­chen heu­te in fünf Al­pen­tä­lern noch die­se rä­to­ro­ma­ni­sche Spra­che. Ih­re Vor­fah­ren ent­wi­ckel­ten sie nach der Er­obe­rung der Al­pen durch die Rö­mer aus dem Volks­la­tein der Sol­da­ten, Be­am­ten und Händ­ler, heißt es in dem von To­bia Mo­ro­der her­aus­ge­ge­be­nen Sam­mel­band „Die Do­lo­mi­ten­la­di­ner“. Heu­te bil­det das La­di­ni­sche ne­ben deutsch, ita­lie­nisch und eng­lisch die vier­te Spra­che an der Uni­ver­si­tät Bo­zen. Dort wer­den Leh­rer aus­ge­bil­det, die an ge­mischtspra­chi­gen Schu­len auch das Idi­om der Min­der­heit un­ter­rich­ten.

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