Trump geht per Vi­deo zum Ge­gen­an­griff über

Der US-Prä­si­dent be­zeich­net die Op­po­si­ti­on, die ihm ver­such­te Wahl­be­ein­flus­sung vor­wirft, als „Ge­fahr für das Land“. Der Kon­gress setzt Be­fra­gun­gen an.

Haller Tagblatt - - THEMEN DES TAGES / POLITIK - Paul Hand­ley/afp

Wa­shing­ton. In der A–äre um sein bri­san­tes Te­le­fo­nat mit dem ukrai­ni­schen Staats­chef Wo­lo­dy­myr Se­lens­kyj hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump zum Ge­gen­schlag aus­ge­holt. An­ge­sichts des dro­hen­den Amts­ent­he­bungs­ver­fah­rens warn­te Trump sei­ne An­hän­ger in ei­ner Vi­deo­bot­schaft vor den op­po­si­tio­nel­len De­mo­kra­ten, die ei­ne Ge­fahr für das Land sei­en. Zu­vor hat­ten die De­mo­kra­ten im Re­prä­sen­tan­ten­haus den Fall vor­an­ge­trie­ben: Sie for­der­ten Au­ßen­mi­nis­ter Mi­ke Pom­peo zur Her­aus­ga­be von Do­ku­men­ten auf und be­stell­ten den US-Son­der­ge­sand­ten für die Ukrai­ne, Kurt Vol­ker, ein, der dar­auf­hin zu­rück­trat.

Mit dem beim On­li­ne­dienst Twit­ter verö–ent­lich­ten Vi­deo ver­such­te Trump, sei­ne An­hän­ger hin­ter sich zu ver­sam­meln. Sie „wol­len Euch Eu­re Wa–en weg­neh­men, sie wol­len Euch Eu­re Ge­sund­heits­ver­sor­gung weg­neh­men, sie wol­len Eu­re Stim­me weg­neh­men, sie wol­len Eu­re Frei­heit weg­neh­men“, sag­te der Prä­si­dent über die De­mo­kra­ten. „Wir dür­fen das nie­mals zu­las­sen. Weil un­ser Land wie nie­mals zu­vor auf dem Spiel steht.“Trump sag­te, die Grün­de für das Vor­ge­hen der De­mo­kra­ten ge­gen ihn sei­en „sehr ein­fach“: „Sie ver­su­chen, mich zu stop­pen, weil ich für Euch kämp­fe – und ich wer­de das nie­mals zu­las­sen.“

We­gen der Ent­hül­lun­gen über das Te­le­fo­nat mit Se­lens­kyj ha­ben die De­mo­kra­ten ei­ne Un­ter­su­chung zu ei­nem mög­li­chen Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ge­gen den Prä­si­den­ten ein­ge­lei­tet. Trump steht im Ver­dacht des Amts­miss­brauchs, weil er in dem Te­le­fo­nat Er­mitt­lun­gen ge­gen den de­mo­kra­ti­schen Prä­si­dent­schafts­be­wer­ber Joe Bi­den und des­sen Sohn for­der­te. Bi­den könn­te bei der Prä­si­den­ten­wahl im No­vem­ber 2020 für die De­mo­kra­ten ge­gen Trump an­tre­ten.

Di­plo­ma­ten sol­len aus­sa­gen

Im Re­prä­sen­tan­ten­haus, in dem die De­mo­kra­ten in der Mehr­heit sind, wol­len drei Aus­schüs­se fünf hoch­ran­gi­ge Di­plo­ma­ten zu der A–äre be­fra­gen, dar­un­ter den US-Son­der­ge­sand­ten für die Ukrai­ne, Kurt Vol­ker. Die­ser reich­te am Frei­tag sei­nen Rück­tritt ein.

Die drei Aus­schüs­se for­der­ten zu­dem Un­ter­la­gen zu der A–äre von Au­ßen­mi­nis­ter Mi­ke Pom­peo an. Soll­te er die­se nicht bin­nen ei­ner Wo­che aus­hän­di­gen, wer­de dies als „Be­hin­de­rung der Er­mitt­lun­gen“des Re­prä­sen­tan­ten­hau­ses ge­wer­tet, hieß es in ei­nem Schrei­ben.

Der an­ony­me Ge­heim­dienst­mit­ar­bei­ter, der die Ukrai­ne-Af­fä­re ins Rol­len ge­bracht hat­te, wirft dem Wei­ßen Haus zu­dem Ver­tu­schungs­ver­su­che vor: Mit­ar­bei­ter sol­len nicht nur ver­sucht ha­ben, das Te­le­fon­ge­spräch mit Se­lens­kyj un­ter Ver­schluss zu hal­ten, son­dern auch ein be­las­ten­des Ge­spräch mit dem rus­si­schen Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej La­w­row im Mai 2017.

Fo­to: Car­o­lyn Kas­ter/AP/dpa

Do­nald Trump bei ei­nem Emp­fang im Wei­ßen Haus: Wut auf die De­mo­kra­ten.

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