Ver­hält­nis- und Mehr­heits­wahl­recht

Haller Tagblatt - - THEMEN DES TAGES / POLITIK -

Das deut­sche Wahl­recht sei, so stel­len dies et­wa 100 Staats­rechts­leh­rer in ei­nem of­fe­nen Brief fest, mitt­ler­wei­le „der­art kom­pli­ziert ge­wor­den, dass kaum noch ein Wäh­ler ver­steht, was sei­ne bei­den Stim­men letzt­lich be­wir­ken“. Tra­di­tio­nell hat die Kom­bi­na­ti­on aus Mehr­heits- (Erst­stim­me) und Ver­hält­nis­wahl­recht (Zweit­stim­me) gut funk­tio­niert.

Das Pro­blem tauch­te erst mit dem Nie­der­gang der Volks­par­tei­en auf, die zwar bei der Erst­stim­me wei­ter die meis­ten Man­da­te er­zie­len, je­doch bei den Zweit­stim­men hin­ter­her­hin­ken. Ins­be­son­de­re die Uni­on er­hält da­durch mehr Man­da­te als ihr durch die Zweit­stim­me zu­stün­den. Um das aus­zu­glei­chen, er­hal­ten al­le an­de­ren Par­tei­en, die mehr als fünf Pro­zent in der Wahl er­zielt ha­ben, zu­sätz­li­che Man­da­te. Ins­ge­samt wird al­so je­de Frak­ti­on grö­ßer, als sie ei­gent­lich sein soll­te, was bei den klei­nen Par­tei­en mit­un­ter zu frag­wür­di­gen Be­set­zun­gen führt.

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