Ol­den­burg ei­ne Num­mer zu groß

Zum ers­ten Mal in der Ver­eins­his­to­rie dür­fen die Mer­lins beim BBL-Po­kal an­tre­ten. Ge­gen Ol­den­burg ist al­ler­dings trotz des Heim­vor­teils in der ers­ten Run­de schon Schluss.

Haller Tagblatt - - SPORT - Von Ralf Man­gold

Ich hat­te nie das Ge­fühl, dass es ir­gend­wann Klick macht und das Spiel noch kippt. In­go Ens­kat Sport­li­cher Lei­ter der Mer­lins

Das Wet­ter am Sonn­tag­nach­mit­tag war fast zu schön, um in ei­ner Hal­le ein Bas­ket­ball­spiel an­zu­schau­en. Das dach­ten sich auch wohl ei­ni­ge Fans der Mer­lins und so gab es bei der Po­kal­pre­mie­re von Crails­heims Erst­li­ga-Bas­ket­bal­lern doch un­über­seh­ba­re Lü­cken im wei­ten Rund der Are­na Ho­hen­lo­he. Die­se wur­den drei Mi­nu­ten vor Spie­len­de beim Stan­de von 73:86 so­gar noch grö­ßer, als auch der letz­te Op­ti­mist ein­ge­se­hen hat­te, dass ein Sieg ge­gen den Play-o‹-Halb­fi­na­lis­ten des Vor­jah­res am heu­ti­gen Tag nicht mög­lich ist.

Die Ol­den­bur­ger do­mi­nier­ten das ge­sam­te Spiel, oh­ne da­bei wirk­lich zu glän­zen. Die Crails­hei­mer wa­ren zwar be­müht, aber ir­gend­wie woll­te der Fun­ke dies­mal ein­fach nicht über­sprin­gen. Do­jan Ko­va­ce­vic blieb in sei­nen rund elf Mi­nu­ten Ein­satz­zeit zwar oh­ne Kor­ber­folg, ver­such­te aber zu­sam­men mit Coach Tuo­mas Ii­sa­lo von der Bank aus, die Jungs auf dem Feld emo­tio­nal zu pus­hen. Dies ge­lang je­doch nur sel­ten, ob­wohl die Ol­den­bur­ger die Gast­ge­ber im­mer wie­der her­an­kom­men lie­ßen. „Ol­den­burg hat

nicht mehr ge­macht als nö­tig. Wenn wir so ein Spiel ge­win­nen wol­len, müs­sen wir mehr zei­gen“, sag­te In­go Ens­kat, Crails­heims sport­li­cher Lei­ter, der nicht zuf­rie­den mit dem Auf­tritt sei­nes Teams war. Nicht nur er hat­te im Lau­fe des Spiels wohl fest­ge­stellt, dass ei­ne Über­ra­schung viel­leicht mög­lich ge­we­sen wä­re. „Ich hat­te al­ler­dings nie das Ge­fühl, dass es ir­gend­wann Klick macht und das Spiel noch kippt.“Zu rou­ti­niert spiel­te der Eu­ro­pa­cup-Teil­neh­mer. Je­des Mal, wenn Crails­heim her­an kam, hat­ten die Ol­den­bur­ger die rich­ti­ge Ant­wort pa­rat.

Ne­ben Ko­va­ce­vic hat­te ins­be­son­de­re Fa­bi­an Bleck nicht sei­nen bes­ten Tag er­wischt, drei Mi­nu­ten vor der Schluss­si­re­ne war für ihn zu­dem das Spiel nach fünf Fouls be­en­det. Auch Ka­pi­tän Se­bas­ti­an Her­re­ra blieb dies­mal bis auf we­ni­ge gu­te Ak­tio­nen recht blass, Li­am Car­pen­ter kam gar nicht zum Ein­satz. Der Rest des Teams spiel­te or­dent­lich mit, nach der tol­len Vor­be­rei­tung und dem star­ken Sai­son­auf­takt­spiel in Gie­ßen ist hier aber si­cher­lich auch noch Luft nach oben. Tol­le in­di­vi­du­el­le Sze­nen wech­sel­ten sich oft­mals mit leicht ver­ge­be­nen Wür­fen ab. Ins­ge­samt war es aber kei­nes­falls ein ent­täu­schen­der Auf­tritt der Mer­lins, nur wä­re eben mehr mög­lich ge­we­sen. Und das zeig­te sich ins­be­son­de­re in Durch­gang zwei, wo sie das Spiel o‹en ge­stal­te­ten.

Ol­den­burg be­ginnt stark

An­ders in der An­fangs­pha­se, in der das Heim­team be­reits nach acht Mi­nu­ten mit 15:24 in Rück­stand ge­ra­ten war. Ein Drei­er kurz vor und kurz nach der Vier­tel­pau­se durch den bes­ten Mer­lins-Ak­teu­er Jan Span brach­te die Crails­hei­mer al­ler­dings wie­der auf drei Punk­te in Schlagdis­tanz. Pro­ble­me hat­ten die Mer­lins aber wei­ter­hin in der Ver­tei­di­gung, zu oft ge­wan­nen die ath­le­ti­schen Gäs­te die Re­bound­du­el­le un­ter dem Korb. Den­noch ka­men die Gast­ge­ber im­mer wie­der her­an, doch dann lie­ßen sie gu­te Wurf­chan­cen zu leicht lie­gen. Die Ol­den­bur­ger scha‹ten es zu­dem, den an­fangs gut auf­ge­leg­ten DeWay­ne Rus­sell im­mer mehr aus dem Spiel zu neh­men und so stand es 43:53 zur Halb­zeit­pau­se. „Wir ha­ben noch kei­ne Bin­dung zum Spiel ge­fun­den – we­der vorn noch hin­ten“, so die Bi­lanz Ens­kats. „Ol­den­burg hat Qua­li­tät und gibt das Tem­po vor. Wir konn­ten bis­her nur mit ein paar net­ten Ein­zel­ak­tio­nen glän­zen. Es fehlt das Zu­sam­men­spiel.“Zu­dem be­män­gel­te er die feh­len­de In­ten­si­tät im Spiel sei­nes Teams.

Im drit­ten Vier­tel zo­gen die Ol­den­bur­ger dann auf 43:57 da­von und die Par­tie schien ent­schie­den, oh­ne dass sich der er­ho‹te Po­kal-Fight ent­wi­ckelt hat­te. Doch Her­rei­ras Drei­er zum 55:61 ließ das Pu­bli­kum doch noch ein­mal laut wer­den und es keim­te kurz Ho‹nung auf. „Hey, das ist Po­kal“, schrie Hal­len­spre­cher Da­ni­el Feuch­ter in sein Mi­kro­phon und ho‹te auf zu­sätz­li­chen Sup­port von der Tri­bü­ne und mehr In­ten­si­tät auf dem Par­kett.

Sie­ges­fei­er im Mer­lins-Bus

Aber wie schon das gan­ze Spiel über lie­ßen sich die Gäs­te um die star­ken Nat­han Boo­the, Ri­ckey Paul­ding und Ro­bin Amai­ze nicht aus der Ru­he brin­gen und sorg­ten schnell für kla­re Ver­hält­nis­se. Zwi­schen­stand: 68:83, drei Mi­nu­ten vor Spie­len­de – und die ers­ten Zu­schau­er ver­lie­ßen die Hal­le. Am En­de stand ein 75:86 auf der An­zei­ge­ta­fel und die Ol­den­bur­ger durf­ten ih­ren Ein­zug in die zwei­te Po­kal­run­de aus­ge­rech­net im Mer­lins-Bus fei­ern, der sie am Bahn­hof in Würz­burg ab­ge­holt und auch dort wie­der hin­ge­bracht hat­te.

Fo­to: Ralf Man­gold

Mer­lins-Neu­zu­gang Ja­von­tae Haw­kins setzt sich ge­gen sei­nen Ge­gen­spie­ler en­er­gisch durch. Den­noch ha­ben am En­de die Gäs­te aus Ol­den­burg die Na­se vorn und zie­hen in die zwei­te Po­kal­run­de ein.

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