Die Angst ist der Mo­tor

Haller Tagblatt - - FEUILLETON -

Mit sei­nem De­büt-Ro­man „So­phia, der Tod und ich“misch­te Thees Uhl­mann den Buch­markt mäch­tig auf, doch je­de Men­ge zu er­zäh­len hat er auch in sei­nen neu­en Songs. auf sei­nem neu­en Al­bum „Jun­kies und

Sci­en­to­lo­gen“(Grand Ho­tel van Cleef) – und das tut er groß­ar­tig und in al­ter Stär­ke. Dring­lich und kraft­voll, von Emo-Po­wer und In­die-Lust ge­tra­gen, füllt er Stü­cke wie die zeit­geis­ti­ge Be­stands­auf­nah­me „Fünf Jah­re nicht ge­sun­gen“oder „Dan­ke für die Angst“über­voll mit Ge­dan­ken­fet­zen, Wahr­neh­mun­gen oder Lie­bes­er­klä­run­gen, und nicht nur bei „100 000 Songs“ darf man Bob Dy­lan im Hin­ter­kopf ha­ben. Tees Uhl­mann schlüpft al­ler­dings auch in den Kopf des Fah­rers, der „die Frau­en nach HipHop-Vi­deo­drehs nach Hau­se fährt“oder tupft mit der Bal­la­de „Men­schen oh­ne Angst wis­sen nicht, wie man singt“zu Kla­vier und Strei­chern sanft die un­be­sieg­ba­re Hoff­nung in den akus­ti­schen Raum – sehr emo­tio­nal, wun­der­bar in­halts­schwer und ak­tu­ell.

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