Ar­beits­markt sta­bil trotz kon­junk­tu­rel­lem Ge­gen­wind

Haller Tagblatt - - LANDKREIS HALL - Von Gott­fried Mah­ling

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te im Land­kreis sinkt im Sep­tem­ber um 0,2 Pro­zent. Al­ler­dings fällt die Herbst­be­le­bung schwä­cher aus als in man­chen Vor­jah­ren.

ach ei­nem be­trächt­li­chen An­stieg im Vor­mo­nat ist die Zahl der Ar­beits­lo­sen im Land­kreis Schwä­bisch Hall wie­der ge­sun­ken. Im Sep­tem­ber wur­den 3082 Men­schen oh­ne Job ge­zählt, was ei­nen Rück­gang der Ar­beits­lo­sen­quo­te um 0,2 Pro­zent ent­spricht. Das ent­spricht dem Trend im ge­sam­ten Ar­beits­agen­tur­be­zirk, der die Land­krei­se Schwä­bisch Hall, Ho­hen­lo­he, Main-Tau­ber und Neckar-Oden­wald um­fasst.

Der Rück­gang nach dem En­de der Schul- und Be­triebs­fe­ri­en sei üb­lich“, sagt Ar­beits­agen­tur­lei­te­rin Ka­rin Käp­pel. Er­freu­lich sei, dass die Ar­beits­lo­sen­zah­len bei al­len Per­so­nen­grup­pen sin­ken, „wo­bei es den stärks­ten Rück­gang er­war­tungs­ge­mäß bei den un­ter 25-Jäh­ri­gen gibt, die nach Aus­bil­dung, Stu­di­um oder Schu­le be­ruf­lich ein­stei­gen“.

Al­ler­dings fal­le die Herbst­be­le­bung schwä­cher aus als in den Vor­jah­ren, so Käp­pel wei­ter. Die Ar­beit­ge­ber sei­en mit Neu­ein­stel­lun­gen zu­rück­hal­ten­der und wür­den lie­ber ab­war­ten. Den­noch ge­be es in der Re­gi­on kei­nen Grund zur Pa­nik: „Trotz des kon­junk­tu­rel­len Ge­gen­winds hält sich der Ar­beits­markt sta­bil.

NLan­ge Su­che trotz Über­an­ge­bot

In Ba­den-Würt­tem­berg hat sich die Zahl der un­be­setz­ten Be­rufs­aus­bil­dungs­stel­len laut dem „Län­der­mo­ni­tor be­ruf­li­che Bil­dung“der Ber­tels­mann-Stif­tung von 2009 auf 2018 mehr als ver­drei­facht. 1732 un­be­setz­te Stel­len wa­ren al­lein im Schwä­bisch Hal­ler Ar­beits­agen­tur­be­zirk En­de Au­gust ge­mel­det. Das be­deu­tet, dass auf ei­nen Be­wer­ber 1,63 be­trieb­li­che Aus­bil­dungs­stel­len ka­men. Trotz­dem gab es zu die­sem Zeit­punkt 616 Be­wer­ber, die noch kei­nen Aus­bil­dungs­platz ge­fun­den hat­ten.

Laut Ka­rin Käp­pel gibt es vie­le Grün­de, war­um Be­trie­be und Ju­gend­li­che nicht zu­sam­men­kom­men. Häu­fig wür­den Be­rufs­wün­sche und Fä­hig­kei­ten der Be­wer­ber nicht im­mer zu den an­ge­bo­te­nen Stel­len pas­sen. „Die vie­len Mög­lich­kei­ten und sehr gu­ten Chan­cen, die Ju­gend­li­che heu­te ha­ben, ma­chen die Be­rufs­wahl nicht un­be­dingt leich­ter. Des­halb set­zen wir auf mög­lichst früh­zei­ti­ge In­for­ma­ti­on über Schu­le und Be­ruf.“Des­halb wür­den ab die­sem Schul­jahr die Be­rufs­be­ra­ter der Ar­beits­agen­tur frü­her und öf­ter an die Schu­len ge­hen.

Wäh­rend die Agen­tur für Ar­beit jetzt noch freie Aus­bil­dungs­stel­len für die­ses Jahr an­bie­ten kann, läuft auch die Be­ra­tung und Ver­mitt­lung für den Aus­bil­dungs­start 2020 auf Hoch­tou­ren. „Für Schü­ler, die nächs­tes Jahr ih­ren Ab­schluss ma­chen, ist es jetzt al­ler­höchs­te Zeit, zur Be­rufs­be­ra­tung zu kom­men“, be­tont Käp­pel.

Un­ge­nutz­tes Ar­beits­kräf­te­po­ten­zi­al sieht die Ar­beits­agen­tur­lei­te­rin bei Frau­en, die nach län­ge­rer Pau­se zu­rück ins Be­rufs­le­ben wol­len: „Wir bie­ten bei­spiels­wei­se Ar­beit­ge­bern ei­ne spe­zi­el­le Ar­beits­markt­be­ra­tung an, in der wir Ide­en und Lö­sungs­an­sät­ze zur Per­so­nal­ge­win­nung, -bin­dung und -wei­ter­bil­dung ent­wi­ckeln und För­der­mög­lich­kei­ten auf­zei­gen. Auf der an­de­ren Sei­te ha­ben wir um­fang­rei­che und nie­der­schwel­li­ge Be­ra­tungs­an­ge­bo­te, the­men­be­zo­ge­ne Ver­an­stal­tun­gen und Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­te für Frau­en und Män­ner, die nach der Fa­mi­li­en­pha­se wie­der ein­stei­gen möch­ten.“

Fo­to: dpa

Die Agen­tur für Ar­beit möch­te jun­gen Men­schen bei der Su­che nach der pas­sen­den Aus­bil­dungs­stel­le be­hilich sein.

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