Kom­men­tar Letz­te Bas­ti­on ver­tei­di­gen

Haller Tagblatt - - WIRTSCHAFT - Hel­mut Schnei­der zum Gü­te­sie­gel „Ma­de in Ger­ma­ny“

Ei­ne welt­wei­te Um­fra­ge, wie sie jetzt zur Pro­dukt­qua­li­tät vor­liegt, hat den Vor­teil, dass das Er­geb­nis nicht nur den ein­ge­eng­ten Blick­win­kel bun­des­deut­scher Be­find­lich­keit ab­deckt. Von Süd­ame­ri­ka oder Süd­ost­asi­en aus sieht Deut­sches eben ein we­nig an­ders aus, als wenn Bay­ern oder Ba­den-Würt­tem­ber­ger be­fragt wer­den.

Der Nach­teil ei­ner welt­wei­ten Um­fra­ge kann sein, dass sie aus Un­kennt­nis der Ein­zel­hei­ten nur alt­be­kann­te und sich hart­nä­ckig ver­fes­tig­te Vor­ur­tei­le wie­der­ge­ben: So wie für die Deut­schen al­le Ame­ri­ka­ner eben leicht über­dreht und ober­fläch­lich, die Chi­ne­sen ge­schäfts­tüch­tig und pro­dukt­fäl­schend sind – so ist im Rest der Welt „Ma­de in Ger­ma­ny“ein Gü­te­sie­gel. Weil es das schon im­mer war.

Dar­in steckt gott­lob noch im­mer mehr als nur ein wah­rer Kern. Die deut­sche Wert­ar­beit ge­nießt vor al­lem im Ma­schi­nen­und, ja­wohl, im Au­to­bau nach wie vor ho­he welt­wei­te Wert­schät­zung. Es kommt auch nicht von un­ge­fähr, dass sich die Asia­ten mit Koch­töp­fen und Be­ste­cken von WMF ko er­wei­se ein­de­cken.

Die deut­sche Wirt­schaft hat man­che Bas­ti­on an Ame­ri­ka­ner, Ja­pa­ner und zu­letzt an die Chi­ne­sen ver­lo­ren. Um­so wich­ti­ger, dass sie ihr Qu­al­ti­täts­sie­gel ver­tei­digt. Nicht aus­zu­den­ken, soll­te „Ma­de in Ger­ma­ny“ir­gend­wann in al­ler Welt als Eti­ket­ten­schwin­del gel­ten.

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