Ein Fün‚el der Kreis­ver­wal­tung zieht um

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E - Von Gott­fried Mah­ling

Schwä­bisch Hall. 270 Mit­ar­bei­ter wech­seln aus fünf an­ge­stamm­ten Quar­tie­ren in der Hal­ler In­nen­stadt ins Hes­sen­ta­ler Karl-Kurz-Are­al. Der Um­zug ver­läuft bis­lang rei­bungs­los. Land­kreis

Rund ein Fünf­tel der Kreis­ver­wal­tung wech­selt die­ser Ta­ge aus fünf an­ge­stamm­ten Quar­tie­ren in der Hal­ler In­nen­stadt ins Hes­sen­ta­ler Karl-Kurz-Are­al.

ünf Jah­re nach dem Be­ginn der Pla­nun­gen ist die St­un­de der Wahr­heit ge­kom­men. Statt in bis­her fünf Lie­gen­schaf­ten wird die Kreis­ver­wal­tung in Schwä­bisch Hall künf­tig nur noch in zwei Ge­bäu­den re­si­die­ren: im Land­rats­amts-Haupt­ge­bäu­de in der Münz­stra­ße so­wie im Karl-Kurz-Are­al in Hes­sen­tal.

Die Um­set­zung des gro­ßen Zen­tra­li­sie­rungs­pro­jekts ist seit An­fang die­ser Wo­che in vol­lem Gan­ge. Ge­sund­heits­amt, Er­zie­hungs­und Fa­mi­li­en­be­ra­tungs­stel­le, Amt für Stra­ßen­bau und Nah­ver­kehr so­wie das Lie­gen­schafts­ka­tas­ter sind be­reits in die ehe­ma­li­ge Fass­fa­brik um­ge­zo­gen. Bis zum 15. Ok­to­ber fol­gen noch das Amt für Fl­ur­neu­ord­nung und Ver­mes­sung, das Amt für Wirt­schafts­und Re­gio­nal­ma­nage­ment, das Ord­nungs- und Stra­ßen­ver­kehrs­amt mit Zu­las­sungs­und Füh­rer­schein­stel­le, das Amt für Mi­gra­ti­on so­wie das Bau- und Um­welt­amt. Nach dem In­kraft­tre­ten der Fors­t­re­form zum 1. Ja­nu­ar 2020 soll auch noch das For­st­amt Platz fin­den.

F5500 Kar­tons be­nö­tigt

„Der Um­zug läuft rei­bungs­los und voll nach Plan“, sagt Mar­ti­na Pau­li-Weid­ner, die als Lei­te­rin des Per­so­nal- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­amts haupt­ver­ant­wort­lich für die Ko­or­di­na­ti­on ist. 270 der rund 1300 Mit­ar­bei­ter der Kreis­ver­wal­tung er­hal­ten im Karl-Kurz-Are­al ei­nen neu­en Ar­beits­platz. Im frisch um­ge­bau­ten ehe­ma­li­gen Fa­b­rik­ge­bäu­de herrscht am Di­ens­tag eif­ri­ge Be­trieb­sam­keit. Um­zugs­kar­tons wer­den aus­ge­packt, Ar­beits­plät­ze ein­ge­rich­tet, zwi­schen­durch klin­geln Te­le­fo­ne.

Ins­ge­samt 5500 Um­zugs­kar­tons mit ei­nem Fas­sungs­ver­mö­gen von je­weils 0,6 lau­fen­den Me­tern Ak­ten wer­den be­nö­tigt. Su­b­un­ter­neh­men von Han­se­trans sind mit meh­re­ren Lkw im Dau­er­ein­satz. Cir­ca 60 000 Eu­ro kos­te al­lein der Um­zug und et­wa zwei Mil­lio­nen Eu­ro die In­nen­aus­stat­tung, sagt Mar­ti­na Pau­liWeid­ner. Für die neu­en Ver­wal­tungs­räu­me im Karl-Kurz-Are­al wur­de kom­plett neu­es Mo­bi­li­ar an­ge­scha‹t. Da­zu ge­hö­ren et­wa 290 Mit­ar­bei­ter­stüh­le, et­wa eben­so vie­le Schreib­ti­sche, Klei­der­spin­de und Te­le­fo­ne so­wie 320 Kun­den­stüh­le. Com­pu­ter und ei­ni­ge Stahl­schrän­ke wer­den in­des aus den al­ten Rä­um­lich­kei­ten über­nom­men.

„Äm­ter und Mit­ar­bei­ter rü­cken nä­her zu­sam­men, o‹ene Struk­tu­ren sol­len die Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bes­sern“, nennt Pau­li-Weid­ner ein Haupt­ziel der Zen­tra­li­sie­rung im Karl-Kurz-Are­al. So neh­men Te­am­bü­ros, in de­nen teil­wei­se über zehn Mit­ar­bei­ter Platz fin­den, ei­nen Groß­teil der ins­ge­samt 7100 Qua­drat­me­ter Flä­che ein. Le­dig­lich die Er­zie­hungs- und Fa­mi­li­en­be­ra­tungs­stel­le so­wie das Ge­sund­heits­amt ver­fü­gen über klei­ne­re Bü­ros, da­mit Dis­kre­ti­on ge­währ­leis­tet ist. Zu­sätz­lich zu den auf drei Eta­gen ver­teil­ten 7100 Qua­drat­me­tern ste­hen der Kreis­ver­wal­tung im Karl-Kur­zA­re­al 800 Qua­drat­me­ter noch un­ge­nutz­te Op­ti­ons­flä­che zur Ver­fü­gung. Die­se könn­te zum Ein­satz kom­men, wenn et­wa das Amt für Mi­gra­ti­on we­gen stei­gen­der Flücht­lings­zah­len wie­der mehr Mit­ar­bei­ter be­nö­ti­gen soll­te.

Mo­der­nes Schließ­sys­tem

Die Räu­me ver­fü­gen zwar über kei­ne Kli­ma­an­la­gen, da­für aber über Lüf­tun­gen, Roll­lä­den und Fuß­bo­den­hei­zung. „Da­mit ver­hin­dern wir ho‹ent­lich, dass es im Som­mer ex­trem heiß und im Win­ter sehr kalt wird“, sagt Pau­li-Weid­ner. Ge­nau dies sei im Land­rats­amt-Haupt­ge­bäu­de ein Pro­blem. Die neu­en Bü­ros wer­den nicht mehr mit Schlüs­sel, son­dern mit per­so­na­li­sier­ten Chips geö‹net und ver­schlos­sen. Wei­te­re Mo­der­ni­sie­run­gen sind un­ter an­de­rem Kas­sen­au­to­ma­ten, an de­nen Ge­büh­ren so­fort be­zahlt wer­den kön­nen, so­wie ein mehr­far­bi­ges Lauf­leit­sys­tem. Seh­be­hin­der­te Men­schen wer­den durch Lauf­li­ni­en und An­sa­gen in den Fahr­stüh­len ge­lei­tet.

Birgt die La­ge am Hal­ler Stadt­rand auch Nach­tei­le? Ei­ni­ge Mit­ar­bei­ter wür­den schon be­dau­ern, dass sie nun in der Mit­tags­pau­se nicht mehr in der In­nen­stadt es­sen ge­hen kön­nen, be­kennt die Um­zugs­ko­or­di­na­to­rin. An­de­rer­seits sei die Park­si­tua­ti­on am Karl-Kurz-Are­al viel bes­ser. Und durch die La­ge am Hes­sen­ta­ler Bahn­hof sei­en die Äm­ter für Kun­den und Mit­ar­bei­ter aus Crails­heim viel schnel­ler zu er­rei­chen.

Noch gibt es in der ehe­ma­li­gen Fass­fa­brik kein war­mes Mit­tag­es­sen. Die vom Fa­ci­li­ty Ma­nage­ment be­trie­be­ne Kan­ti­ne soll vor­aus­sicht­lich erst im No­vem­ber in Be­trieb ge­hen. Bis da­hin wird der Kreis­ver­wal­tung das Mit­tag­es­sen von der Kan­ti­ne der Bau­spar­kas­se ge­lie­fert. Na­tür­lich ist es auch mög­lich, sich sein Es­sen von da­heim mit­zu­brin­gen. In meh­re­ren klei­nen Kü­chen kann Ge­schirr un­ter­ge­bracht und es kön­nen Ge­schirr­spü­ler und Ka‹ee­au­to­ma­ten ge­nutzt wer­den.

Fo­tos: gm

De­nis Hol­der ko­or­di­niert den Um­zug des Lie­gen­schaska­tas­ters. In den Hän­den hält er ei­ne al­te Flur­kar­te. Vie­le Hun­dert die­ser teil­wei­se zwei­hun­dert Jah­re al­ten „Schät­ze“be…nden sich in den Rol­len­re­ga­len hin­ter ihm. Kurz da­nach wer­den sie in Lkw ver­la­den und ins Karl-Kurz-Are­al trans­por­tiert. Der Um­zug aus den Räu­men in der Gaildor­fer Stra­ße läu am Di­ens­tag rei­bungs­los ab.

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