Deutsch­land will mehr in die Nato-Kas­se zah­len

Ver­tei­di­gung Ei­ne hö­he­re Be­tei­li­gung an den Ge­mein­schafts­kos­ten des Bünd­nis­ses könn­te den Streit mit den USA um den Wehr­etat ent­schär­fen.

Haller Tagblatt - - VORDERSEIT­E -

Deutsch­land will künf­tig ei­nen hö­he­ren An­teil an den Ge­mein­schafts­kos­ten der Nato tra­gen. Die Bun­des­re­pu­blik ha­be sich be­reit­er­klärt, zu­sam­men mit den an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern mehr zu leis­ten, sag­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU). Of­fen­bar wird in der Nato ge­plant, dass die Bun­des­re­pu­blik von 2020 an ge­nau­so viel Geld bei­steu­ert wie die USA. Da­zu könn­te der US-An­teil an den Ge­mein­schafts­kos­ten von der­zeit 22,1 Pro­zent auf 15,9 Pro­zent ge­senkt wer­den und der deut­sche An­teil von 14,8 Pro­zent auf 15,9 Pro­zent stei­gen.

Für Deutsch­land wür­de dies bei kon­stan­ten Kos­ten ei­ne jähr­li­che Mehr­be­las­tung in Hö­he von knapp 25 Mil­lio­nen Eu­ro be­deu­ten. Die USA könn­ten da­ge­gen rund 131 Mil­lio­nen Eu­ro spa­ren. In die­sem Jahr zah­len die Ver­ei­nig­ten Staa­ten fast 470 Mil­lio­nen Eu­ro in die Ge­mein­schafts­kas­se, wäh­rend Deutsch­land nur rund 313 Mil­lio­nen Eu­ro über­weist. Mit dem Geld aus der Ge­mein­schafts­kas­se wer­den zum Bei­spiel die Bünd­nis­zen­tra­le in Brüs­sel und die mi­li­tä­ri­schen Haupt­quar­tie­re fi­nan­ziert. Ein Teil der Mit­tel ist zu­dem für In­ves­ti­tio­nen in ge­mein­schaft­lich nutz­ba­re In­fra­struk­tur vor­ge­se­hen.

In der Nato wird ge­ho„t, dass die Ei­ni­gung auf ein Fi­nan­zie­rungs­mo­dell für die Ge­mein­schafts­aus­ga­ben den Streit über die we­sent­lich re­le­van­te­ren Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben ent­schärft. In die­sem Kon­flikt geht es dar­um, dass US-Prä­si­dent Do­nald Trump von der Bun­des­re­pu­blik und an­de­ren Bünd­nis­part­nern ver­langt, ih­re na­tio­na­len Mi­li­tär­aus­ga­ben bis 2024 auf min­des­tens zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes (BIP) zu er­hö­hen. Trump ver­weist da­bei auf ei­nen Bünd­nis­be­schluss aus dem Jahr 2014. Die Bun­des­re­gie­rung pocht je­doch bis­lang dar­auf, dass im ent­spre­chen­den Text le­dig­lich da­von die Re­de ist, sich in Rich­tung der zwei Pro­zent zu be­we­gen. Die deut­schen Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben lie­gen nach Nato-Zah­len der­zeit bei rund 47 Mil­li­ar­den Eu­ro, was ei­nem An­teil am Brut­to­in­lands­pro­dukt von 1,36 Pro­zent ent­spricht.

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