Kri­tik an Kar­lic­zek reißt nicht ab

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMS­CHAU -

Wur­de NRW im Ver­fah­ren be­vor­zugt? Kret­sch­mann will mit Sö­der und Weil spre­chen.

Stutt­gart. Die De­bat­te um die Ver­ga­be von 500 Mil­lio­nen Eu­ro für den Stand­ort ei­ner Bat­te­rie­for­schungs­fa­brik kommt nicht zur Ru­he. We­gen neu­er Vor­wür­fe, Nord­rhein-West­fa­len sei im Be­wer­bungs­ver­fah­ren des For­schungs­mi­nis­te­ri­ums be­vor­zugt be­han­delt wor­den, kün­dig­te der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) jetzt an, den Vor­gang zu prü­fen und sich da­zu auch mit sei­nen Kol­le­gen Stephan Weil (Nie­der­sach­sen/SPD) und Mar­kus Sö­der (Bay­ern/CSU) ab­zu­stim­men. Der FDP-Lan­des­vor­sit­zen­de Michael Theu­rer for­der­te lü­cken­lo­se Auf­klä­rung. „Da­bei hat Mi­nis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann die vol­le Un­ter­stüt­zung der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen FDP“, sag­te Theu­rer.

Das For­schungs­mi­nis­te­ri­um von Mi­nis­te­rin An­ja Kar­lic­zek (CDU) hat­te sich in ei­ner viel dis­ku­tier­ten Ent­schei­dung für Müns­ter und ge­gen Ulm als Stand­ort der For­schungs­fa­brik aus­ge­spro­chen. Do­ku­men­te sol­len be­le­gen, dass Ak­teu­re aus der Wis­sen­schaft im Ver­fah­ren klar für Ulm als Stand­ort plä­diert hät­ten. Den­noch ging der Zu­schlag nach NRW – das Bun­des­land, aus dem Kar­lic­zek kommt.

Vor­wurf der Vet­tern­wirt­scha

Schon wäh­rend des Ver­fah­rens hät­ten Nord­rhein-West­fa­len und sein letzt­lich er­folg­rei­cher Stand­ort Müns­ter wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen aus dem Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­ri­um vor al­len an­de­ren Be­wer­bern be­kom­men, be­rich­ten nun meh­re­re „Soll­te sich jetzt auch noch der er­neu­te Vor­wurf der Vet­tern­wirt­schaft ge­gen Frau Kar­lic­zek be­wahr­hei­ten, muss Kanz­le­rin Mer­kel die Not­brem­se zie­hen und die kras­se Fehl­ent­schei­dung ge­gen den For­schungs­und Mo­bi­li­täts­stand­ort Ba­denWürt­tem­berg kor­ri­gie­ren“, for­der­te Theu­rer.

Auch Lan­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ni­co­le HoŽmeis­ter-Kraut (CDU) zeig­te sich „ir­ri­tiert“über die neu­en Vor­wür­fe. „Es zeigt sich im­mer mehr, dass un­se­re Kri­tik be­rech­tigt war – näm­lich dass es kei­ne fai­re und trans­pa­ren­te Aus­wah­l­ent­schei­dung gab,“

Das Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­ri­um be­ton­te, al­le Be­wer­ber sei­en gleich be­han­delt wor­den und hät­ten im März 2019 die­sel­ben In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung ge­stellt be­kom­men. Es sei aber rich­tig, dass sich NRW schon lan­ge vor­her zu den Spe­zi­fi­ka­tio­nen des ge­such­ten Grund­stücks er­kun­digt und da­zu auch In­for­ma­tio­nen be­kom­men ha­be.

Al­ler­dings ha­be man sich da­bei auf ein Pro­jekt­kon­zept der Fraun­ho­fer-Ge­sell­schaft be­zo­gen, das im Mai 2018 vor­ge­stellt und mit Ver­tre­tern aus In­dus­trie und Wis­sen­schaft dis­ku­tiert wor­den sei. Die tat­säch­li­chen Vor­ga­ben in der Aus­schrei­bung sei­en dann an­ders ge­we­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.